Fussballkaiser

Der Fußball soll der Sport der Arbeiterklasse sein. Die Spieler sind nicht wie die Kämpfer im Mittelalter, die Ritter, aus adeligem Geschlecht. Der Fußballadel z.B. des Ruhrgebietes ist eine Bergmannsfamilie. So behaupten es die Soziologen. Betritt man aber ein Stadion, fühlt man sich wie in einem Ständestaat. Es gibt die Plätze für die einfachen Leute und dann, abgestuft nach dem gesellschaftlichem Rang, die Logenplätze für die Höhergestellten. In der Münchner Allianz-Arena ist das dann noch mit einer abgestuften Gastronomie verbunden. Die einfachen Zuschauer bekommen Würstchen, die auf den Logenplätzen ein Menü.

Der Fußball ist alles andere als egalitär. Es gibt Plätze und Räume, da kann nicht jeder rein, es gibt eine abgestufte Gesellschaft. Wie in einer von Vorrechten bestimmten Gesellschaft hat sich eine Adelsklasse herausgebildet. Daß der Fußball alles andere als eine demokratische Welt ist, sondern daß er eine Adelsgesellschaft ist zeigt sich an der Notwendigkeit eines obersten Adeligen. Der deutsche Fußball hat einen Kaiser. Wo ein Kaiser ist, gibt es auch viele Herzöge und einen großen Hofstaat, nämlich all die, die zum großen Hofstaat des Fußballs gehören wollen.

Autor: Dr. Eckhard Bieger SJ