Die Zahl 11

Der Fußball hat mit dem Karneval nicht nur die Kostümierung seiner Anhänger gemein, sondern auch die Zahl 11. Die Zahl 11 im Karneval leitet sich von den 10 Geboten her. Wer über die Gebote hinausgeht, verläßt die Ordnung. Als noch bis 12 als Einheit gezählt wurde, so wie im englischen Geldsystem, war die 13 die Zahl, mit der man aus der Ordnung heraustrat. „Jetzt schlägt es aber 13“ hängt mit der 12 als Zahl zusammen, die eine Einheit abschließt. Bedeutete die Zahl 11 im Mittelalter, aus der normalen Ordnung herauszufallen, änderte sich die Bedeutung, als im 19. Jahrhundert der Karneval wieder auflebte. Jetzt bezog sich die 11 auf den elfköpfigen Jakobinerrat. Der leitet sich unmittelbar von den 12 Aposteln her. Denn der Elferrat der Französischen Revolution traf sich im Kloster Saint Jacob in Paris. Sie nannten sich daher Jakobiner. Dem hl. Jakobus waren in Europa viele Kirchen geweiht, sie liegen meist an den alten Wallfahrtswegen nach Santiago de Compostella.

Heißt das nun, daß eine Fußballmannschaft etwas mit den Jakobinern zu tun hat oder außerhalb der Ordnung der 10 Gebote steht? Es ist wohl anders, denn die Mannschaft wird erst zu einer Zwölf mit dem Ball. Die Fußballelf strebt nach Vollendung und kann daher nicht schon vollständig, d.h. Zwölf sein.

Der Elfmeter hat übrigens nicht mit der Elfzahl der Mannschaft zu tun. Nach den englischen Maßen ist der Abstand 12 Yards, das sind knapp 11 Meter.

Autor: Dr. Eckhard Bieger SJ