Vater, Sohn, Heiliger Geist

Die Eucharistiefeier ist nicht nur das Gedächtnismahl Jesu, durch das er mitten in der Gemeinde mit seinem Wort und in Leib und Blut in den Gestalten von Brot und Wein gegenwärtig ist. Auch wenn der Wortgottesdienst in der Verlesung des Evangeliums von Jesus seinen Höhepunkt findet, ist Jesus Christus nicht der einzige, von dem gesprochen wird. Gerade die Evangelien bringen an vielen Stellen die enge Beziehung Jesu zum Vater zum Ausdruck. Die Eucharistiefeier wendet sich daher als Dank an den Vater, durch Jesus Christus im Heiligen Geist. Sie nimmt die feiernde Gemeinde mit in das innere Verhältnis Gottes und führt, wie Jesus es wollte, die Menschen im Heiligen Geist zum Vater. Die Eucharistie, die Dankfeier, richtet sich an den Vater, der seinen Sohn nicht geschont, sondern in seinem Sterben und seiner Auferstehung die Erlösung für alle Menschen gewirkt hat.

Diese Grundstruktur kommt im Wortteil der Messe bereits zum Tragen. Das dreiteilige Kyrie richtet sich z.B. nicht an den Vater, den Sohn und den Geist, sondern an Christus, ebenso das Halleluja, das den im Symbol des Evangelienbuchs einziehenden Christus begrüßt. Das Tagesgebet richtet sich an den Vater. Im Glaubensbekenntnis und in der Präfation wird dann ausdrücklich der Vater angesprochen. Vor den Wandlungsworten, die über Brot und Wein gesprochen werden, wird der Heilige Geist angerufen.

Die abendländische Eucharistiefrömmigkeit hat den Empfang der Kommunion als Christusfrömmigkeit akzentuiert. Dass Jesus die Menschen zum Vater führen will, zeigen die Abschiedsreden, die das Johannesevangelium im Zusammenhang Mahles Jesu mit seinen Aposteln überliefert. Dieser Grundgedanke kann in Kommunionmeditationen und Liedern aufgegriffen werden. Der Zelebrant kann mit wenigen Worten die Eucharistiefeier christologisch „engführen“ oder aber in eine trinitarische Sicht der Liturgie einbetten. Das kann auch dadurch geschehen, dass die Verschränkung der irdischen Liturgie mit der himmlischen angedeutet wird.

Autor: Dr. Eckhard Bieger SJ