Kryrie eleison

Kyrie - Ruf

Das Kyrie klingt wie eine Vergebungsbitte: „Herr, erbarme dich.“

Es ist aber in erster Linie ein Begrüßungsruf. Der einziehende Kaiser im römischen Reich wurde von der Menge mit „Kyrie eleison“ begrüßt. Die Christen haben den Ruf auf ihren Herrn, den auferstandenen Christus, bezogen. Das war in den ersten Jahrhunderten eine deutliche Abgrenzung, nicht den Kaiser, sondern Christus als den obersten Herrn zu bekennen. Als in den 12 Jahren der nationalsozialistischen Herrschaft der Heil Hitler-Gruß erzwungen und zum Erkennungszeichen überzeugter Nazis wurde, war das Christkönigsfest eine ähnliche Gegenbewegung wie der Kyrie-Ruf der frühen Christen. Im Kyrie wird Christus ausdrücklich als in der Feier gegenwärtig begrüßt.

Da das Kyrie kein Gebet um Erbarmen, sondern ein Begrüßungsruf ist, der die Gemeinde nach den Eröffnungsworten des Zelebranten auf Christus einstimmt, kann man das Kyrie eigentlich nicht „sprechen“.

Das Kyrie wird als Wechselgesang gesungen. Es erfordert also einen Vorsänger oder eine Schola.   

Autor: Dr. Eckhard Bieger SJ