Kommuniongang

Die Eucharistiefeier zielt auf die Begegnung mit Jesus in den Gestalten von Brot und Wein. Damit bleibt der Gläubige jedoch nicht bei Jesus stehen, sondern wird in die Beziehung Jesu zum Vater hineingenommen. Da die Eucharistiefeier im Kommuniongang ihren Höhepunkt erreicht, muss dieser auch ausgestaltet werden. Wie jede Prozession ist auch der Kommuniongang in der römischen Liturgie durch einen Wechselgesang unterlegt. Der Communiovers der Gregorianik soll eigentlich auf dem Weg zum Kommunionempfang gesungen werden. Das konzentriert die Aufmerksamkeit, denn das sich Anstellen und das langsame Vorrücken zum Chorraum kann auch von dem Entscheidenden ablenken. Ein gesungener Vers nimmt auch die gedrückte Stimmung von der Gemeinde. Die Liturgie, wie sie sich nach dem II. Vatikanischen Konzil in Afrika entwickelt hat, ermöglicht durch die Musik ein Schreiten zum Altar. Weil der Kommuniongang oft in ein Trotten oder Stolpern gerät, erhält die Reinigung der Gefäße dann leicht eine Betonung, die eigentlich dem Kommuniongang nicht gebührt.

Wenn es nicht möglich ist, durch den Gesang den Kommuniongang in seiner Bedeutung zu inszenieren, dann kann eine Kommunionmeditation während der Kommunionausteilung die Konzentration der Gläubigen unterstützen.

Für die Inszenierung ist wichtig, wann der Zelebrant mit der Altargruppe die Kommunion empfängt. Er teilt zwar wie Jesus das gewandelte Brot aus und reicht den Kelch, jedoch ist er genauso wie die anderen Empfangender. Sieht er sich in der Rolle des Gastgebers, der erst nach den Gläubigen kommuniziert, setzt er noch einmal eine Handlung, die die Gläubigen ja offensichtlich sehen sollen. Für die Gläubigen hat die Eucharistiefeier jedoch mit dem Empfang des Brotes ihren inneren Abschluss erreicht, es kann nur die Sendung in die Welt folgen. Die Dramaturgie der Messe läuft so, dass die Gaben vom Altar zu den Gläubigen gebracht werden und damit ihr Ziel erreichen.

Noch mehr als der Kommunionempfang des Zelebranten nach den Gläubigen stört die Reinigung der Gefäße auf dem Altar den Ablauf. Diese sollte eigentlich nach Abschluss der Feier oder zumindest an der Seite geschehen. Der Zelebrant sollte damit nicht befasst sein, sondern dies den Kommunionhelfern überlassen. Er singt, weil er auch Empfangender ist, das Danklied mit und leitet dann den Abschluss der Feier ein, in der auch Ankündigungen für die kommende Woche ihren Platz haben können.

Autor: Dr. Eckhard Bieger SJ