Kirchenlied

Das protestantische Erbe achten

Das Kirchenlied ist nicht aus der mittelalterlichen Liturgie entstanden, sondern aus den Krippen- und Osterspielen. Im evangelischen Gottesdienst hat es einen herausgehobenen Platz, so sind auch die schönsten Kirchenlieder in der Zeit der Reformation entstanden. Die Kirchenlieder „funktionieren“ in einer Eucharistiefeier nicht einfach, wenn sie zu einer liturgischen Handlung gesungen werden. Sie müssen als eigener Teil gesehen werden, damit die Singenden sich auf die Inhalte einlassen können. Ein Begleitlied zur Gabenbereitung sollte es nicht geben, stattdessen einen Begleitgesang zum Gabengang. Dagegen verträgt die Meditation nach der Kommunion die Konzentration auf ein Lied. Das ist vor allem dann möglich, wenn die Gemeinde nicht durch die Kelchreinigung abgelenkt wird. Diese sollte nach der Messe erfolgen. Das katholische Kirchenlied hat seinen Platz eher in den Andachten, der liturgische Gesang ist ein Wechselgesang.

Autor: Dr. Eckhard Bieger SJ