Hochgebet

Das eucharistische Hochgebet

Das zentrale Gebet der Messfeier beginnt mit der feierlichen Einladung

Zelebrant:       Erhebet die Herzen!

Gemeinde:      Wir haben sie beim Herrn.

Zelebrant:       Lasset uns danken, dem Herrn, unserem Gott!
Gemeinde:      Das ist würdig und recht.

 

Danken, „eucharistein“ ist das zentrale Thema. Der Dank gilt Gott, dem Vater für seinen Sohn, dessen Werk der Erlösung und dafür, dass sich die Erlösung auswirkt, z.B. die Menschen zum Glauben und zur Nächstenliebe bewegt.

Es zeigt sich, dass die Funktion der Predigt vor allem darin liegt, die Menschen auf den Dank im Hochgebet vorzubereiten. Die Gemeinde drückt das im Gesang des Sanctus aus, der vom Dank in das Preisen Gottes hinüberführt.

An den Wortgottesdienst knüpft im Hochgebet die Anamnese an, die Erinnerung an die wichtigsten Stationen des Lebens Jesus, Tod und Auferstehung. Es bleibt jedoch nicht bei der Erinnerung, sondern die Gemeinde richtet ihren Blick auf die Wiederkunft Christi, wenn er die Geschichte der Menschen zu einem guten Ende führen wird.

Da eine Eucharistiefeier im Kontext der Gesamtkirche gefeiert wird, stellen die Bitten für den Papst und den Ortsbischof die Verbindung zu den anderen feiernden Gemeinden her.

Wie bei jedem Festmahl, z.B. im Zusammenhang mit einer Geburtstagsfeier, werden auch Bitten ausgesprochen. Die Gemeinde gedenkt der Verstorbenen und bittet für die Lebenden.

Im dramaturgischen Gerüst der Messe ist das Hochgebet auf eine größere Feierlichkeit hin angelegt, die der Wortgottesdienst bereits durch das Halleluja anklingen lässt. Das Hochgebet  steht in einem inneren Bezug zum Wortteil der Messe, denn hier wurde die Gemeinde vorbereitet, Gottes Wege neu zu entdecken und das Überraschende der Erlösung zu erkennen: Das Kreuz war ein notwendiger Durchgang, aber es ist nicht das letzte Wort. Gott hat Jesus von den Toten auferweckt, er ist für alle der „Erstgeborene“ der Toten, in ihm ist jedem Menschen die Auferstehung des Leibes verheißen. Gott wird alle Wunden heilen – auch wenn der Lauf der Welt dem mit jeder Nachrichtensendung zu widersprechen scheint. Es ist verständlich, dass die Gläubigen nicht aus dem Stand in das Lob Gottes einstimmen können, sie brauchten die „Arbeit“ an den Problemen, die im Wortgottesdienst geleistet werden muss.

Es zeigt sich deutlich, dass das Gewicht des Hochgebetes geschwächt wird, wenn die Messe bereits mit einem Überschwang an Erlösungsgewissheit begonnen wird. Diese hat ihren Platz im Hochgebet.

Autor: Dr. Eckhard Bieger SJ