Weißer Sonntag

Der Sonntag nach Ostern ist seit Jahrzehnten in vielen Pfarreien der Tag, an dem Kinder, meist im Grundschulalter, zum ersten Mal zur Kommunion gehen. Die Mädchen sind weiß gekleidet, die Jungen tragen Anzüge, so wie ein Bräutigam bei der Trauung. Nach diesem Tag sind die Kinder voll berechtigte Mitglieder der Gottesdienstgemeinde und können Meßdiener werden. Es dürfte keine andere Institution geben, die Kindern so weitreichende Mitwirkungsrechte einräumt. In den letzten Jahren liegt der Tag der Erstkommunion in vielen Gemeinden nicht mehr auf dem Sonntag, sondern z.B. an Christi Himmelfahrt oder einem Sonntag der Osterzeit.

 

Der Name „Weißer Sonntag“ leitet sich jedoch nicht von den weiß gekleideten Kommunionkindern her, sondern erinnert an die Taufpraxis der frühen Kirche. Die erwachsenen Taufbewerber, Katechumenen genannt, wurden in der Osternacht getauft und erhielten, wie das auch heute noch zum Taufritus gehört, ein weißes Kleid. Dieses trugen sie während der Gottesdienste in der Osterwoche und legten es am Weißen Sonntag ab. Da die Erstkommunion voraussetzt, dass ein Kind getauft ist, erinnert das weiße Kleid der Mädchen an die Taufe. Da die Taufe schon den Säuglingen gespendet wird, tritt die Vorbereitung auf die Erstkommunion an die Stelle der Taufvorbereitung. Seit dem 16. Jahrhundert setzt sich der Weiße Sonntag als Tag der Erstkommunion durch.

 

Sonntag der Zweifler

Vom Sonntag nach Ostern berichtet das Johannesevangelium ausdrücklich. Thomas, der am Ostertag nicht dabei war, ist diesmal zugegen. Er wehrt sich gegen die Vorstellung, dass Christus auferstanden ist. Jesus erscheint den Jüngern, wendet sich an Thomas und zeigt ihm seine Wunden. So kommt Thomas zum Glauben an die Auferstehung. Viele können sich mit Thomas in seinem Zweifel identifizieren. Wenn schon einer der Apostel Schwierigkeiten mit der Auferstehung hat, müssen auch Christen ihren Zweifel nicht gleich als Makel verstehen.

Autor: Dr. Eckhard Bieger SJ


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