Ostertermin

Ostern fällt zwar immer auf einen Sonntag, aber jeweils auf einen anderen im Frühjahr. Das hat Einfluss auf unsere Jahresplanung. Wenn der Termin zwischen dem 22. März und 25. April schwanken kann, liegen die Ferien anders. Nicht nur sind die einzelnen in ihrer Urlaubsplanungen davon abhängig, auch die Arbeitswelt muss sich an die freien Tage berücksichtigen, die mit dem Osterfest verbunden sind. Das hängt mit den jüdischen Wurzeln des Osterfestes zusammen. Jesus wurde wahrscheinlich an diesem Fest oder einen Tag vorher hingerichtet. Dieses Fest wurde nach dem Mondkalender berechnet. Es liegt am Tag des ersten Frühlingsvollmondes, im Mondkalender der Juden am 14. Nisan. Im Buch Exodus wird der Ablauf des Festes beschrieben (Kap. 12, 1-11).

 

Der Osterfeststreit

Das jüdische Paschafest lag im Todesjahr Jesu unmittelbar vor einem Sabbat. Der Tag nach dem Sabbat, der erste Tag der Woche, ist der Tag der Auferstehung und das äl­teste kirchliche Fest. Für die Christen entstand daraus die Frage, ob sie in Bezug auf den Ostertermin am ersten Wochentag festhalten sollten oder den Todestag Jesu im Zusammenhang mit dem Paschafest des jüdischen Jahreskalenders begehen sollten. Der Osten folgte anfangs der jüdischen Berechnung, der Westen betonte den 1. Wochentag. Es setzte sich als Termin der erste Wochentag durch, endgültig durch das Konzil von Nizäa 325 bestimmt. Das war durch die fortgeschrittene Distanzierung zwischen Judentum und Christen bedingt. Damit grenzte sich die Kirche vom Judentum ab, sogar in der Weise, dass wenn der Frühlingsvollmond auf einen Sonntag fällt, Ostern erst am Sonn­tag danach gefeiert wird. Durch diese Regelung unterliegt der Ostertermin einer Schwankungsbreite von fünf Wochen zwischen dem 22.3. und 25.4.

Die unterschiedlichen Termine für das Osterfest in den orthodoxen Kirchen gehen auf verschiedene Kalender und damit Berechnungsmodi für den Frühlingsanfang zurück. Die Orthodoxie hat die gregorianische Kalenderreform nicht übernommen und feiert inzwischen Ostern 13 Tage nach dem westlichen Ostertermin.

 

Tag der Hinrichtung Jesu

Für die Berechnung des Ostertermins ist es nicht bedeutsam, doch soll auf ein Problem hingewiesen, das manchem Bibelleser vielleicht schon aufgefallen ist. Die Datierung des Todestages ist in der biblischen Überlieferung nicht ein­deutig. Die ersten drei Evangelien berichten, dass Jesus am Paschafest selbst hinge­richtet wurde. Auf das Paschafest folgte dann der Sabbat. Der Tag nach dem Sabbat, für die Juden ein Wochentag, ist dann der Auf­erstehungstag (vgl. Markus 14,12.17; 15,6.42. Matthäus und Lukas folgen dieser Chronolo­gie.) Nach dem Johannesevangelium ist Jesus am Tag vor dem Paschafest, nicht am Pa­schafest selbst gekreuzigt worden. Das Abendmahl hat daher nicht am Vortag des Pa­schafestes, sondern noch einen weiteren Tag vorher stattgefunden, das Paschafest beginnt erst am Abend des Todestages Jesu. (Joh. 18,28). Dieses Evangelium zieht eine Paral­lele zwischen dem Schlachten der Paschalämmer und dem Sterben Jesu.

Die Bibelwissenschaftler sind bis heute unterschiedlicher Meinung, ob die Synoptiker (Matthäus, Markus, Lukas) oder Johannes die historischen Daten wiedergeben. Das li­turgische Jahr geht von der Sicht der Synoptiker aus. Das Abendmahl, das Jesus mit den Jüngern hielt, das mit dem Paschamahl der Juden zusammenfiel, wird am Vorabend des Karfreitages gefeiert.

 

Das älteste christliche Fest ist der Sonntag, der Tag der Auferstehung. Ostern als jährliches Fest wird viel früher als Weihnachten gefeiert, das erst nach 300 aus der Umwidmung eines römischen Festes zu Ehren des Sonnengottes gefeiert wird. Bereits aus dem 2. Jahrhundert sind Hinweise auf die Osterfeier der Christen überliefert und sogar eine Osterpredigt des Melito von Sardes, der um 190 gestorben ist.

Während anfangs das Osterfest allein gefeiert wurde, bildeten sich im 4. Jahrhundert der Palmsonntag, der Gründonnerstag und der Karfreitag mit eigenen Gottesdiensten heraus.

Autor: Dr. Eckhard Bieger SJ


Kirchenjahr & Brauchtum

1. Mai und Monat Mai
Adam und Eva 24.12.
Adventsbrauchtum
Adventskalender
Adventskranz
Adventszeit
Advent 1: Wiederkunft Christi
Advent 2: Blick auf Weihnachten
Allerheiligen 1.11.
Allerseelen 2.11.
Aschenkreuz
Aschermittwoch
Barbara und Lucia
Berg Karmel
Bescherbaum
Bitttage
Blasiussegen 03.02.
Buß- und Bettag
Chanukka u. Weihnachten
Christi Himmelfahrt
Christkönig
Christopherus 24.07.
Darstellung des Herrn
Dreifaltigkeitssonntag
Dreikönige 06.01.
Erntedank
Fastenzeit
Frautragen
Fronleichnam
Gründonnerstag
Halloween
Heilige Familie
Herbergssuche
Herz Jesu Fest
Herz Maria
Himelskreislauf-Zodiakus
Hochzeit zu Kana
Hundstage 23.07. – 24.08.
Jahreskreis
Jakobus der Ältere 25.07.
Jerusalemer Marienfest
Johannes, Apostel 27.12.
Johannes d. T. 24.06.
Josefstag, 19. März
Karfreitag
Karneval und Fastnacht
Kartage, Karwoche
Kirchweihfest und Kirmes
Kreuzerhöhung 14.09.
Krippe
Krippenspiele
Lichtmess 02.02.
Lourdes Gedenktag
Mariä Heimsuchung
Mariä Verkündigung
Maria Geburt
Maria Himmelfahrt 15.08.
Maria Königin
Maria Namen
Maria Schnee
Martinstag 11.11.
Michael, Gabriel, Rafael 29.09.
Mutterschaft Mariens
Muttertag
Narr
Neujahr
Nikolaus 6. Dezember
Osterei
Osterkerze und Osterlicht
Osterläuten
Osterlamm
Ostermontag
Ostern
Ostern Wortbedeutung
Osterritt
Ostertermin
Osterwasser und Taufe
Osterzeit
O Antiphonen
Palmsonntag
Pfingstbrauchtum
Pfingsten
Pfingstochse
Pfingstritt
Reformationstag 31.10.
Roratemessen
Rosenkranzfest
Rosenmontag
Schmerzen Marias
Silvester 31.12.
Stephanstag 26.12.
Taufe Jesu
Thanksgiving
Totensonntag
Unbefleckte Empfängnis Marias 8.12.
Unschuldige Kinder 28.12.
Valentinstag
Verklärung Christi 06.08.
Verkündigung des Herrn 25.03.
Weiberfastnacht
Weihnachten
Weihnachten n. Lukas
Weihnachten n. Matth.
Weihnachtsbaum
Weihnachtsfeiern
Weihnachtsgeschenke
Weihnachtslieder
Weihnachtsstollen
Weißer Sonntag
Weltgebetstag der Frauen
Weltgebetswoche für die Einheit der Christen


Impressum