Osterei

Als Symbol des neuen Lebens hatte das Ei schon bei den Gnostikern eine Bedeutung. Diese sahen im Küken die Seele, die sich vom Irdischen befreit. Diese Lehre entsprach dem griechischen Denken zur der Zeit, als auch die christliche Lehre sich im römischen Reich verbreitete. Die menschliche Existenz wurde von den Gnostikern als ein Seelenfunke gedeutet, der in die Materie hinabgestürzt war und in die Welt des Geistes zurückkehren wollte. Um zurückzukehren, musste sich die Seele von allem Materiellen befreien. Das Christentum betonte dagegen die leibliche Auferstehung, der Sohn Gottes ist wirklich Mensch geworden, er ist gestorben und mit Leib und Seele auferstanden. Jesus erscheint den Jüngern und zeigt ihnen seine Wundmale. Lukas 24, 39f, Johannes 2, 24ff. Wenn in der Osternacht Eier aufeinander „getitscht“ werden, dann hat nicht der „gewonnen“, dessen Eischale am längsten „hält“, sondern das Aufbrechen der Schale lässt das Küken hervorkommen: „Wie das Küken aus dem Ei gekrochen, so hat Christus das Grab zerbrochen.“

Für die ersten christlichen Jahrhunderte lässt sich das Osterei für die armenische Kirche nachweisen. Bemalt wird es seit Jahrhunderten, bis Anfang des 20. Jahrhunderts war die vorherrschende Farbe Rot, die damals wertvollste Farbe, die zugleich auf das Blut Jesu hinweist. Andere Farben, Rauten und verschiedene Muster haben sich entwickelt. Eier wurden ausgeblasen und nicht nur angemalt, sondern es wurden Ostergrüße mit einem Stäbchen hineingeschoben. Im 18. Jahrhundert kam im Adel der Brauch auf, von Juwelieren hergestellte und mit Edelsteinen verzierte Eier zu verschenken.

Das Ei hat natürlich mit dem Frühling zu tun. Die Hühner legen viele Eier. Solange in der Fastenzeit Eier als Speise verboten waren, gab es an Ostern einfach viele Eier, die auch als Pachtzins dienten. Eine zeitlang wurde die Pacht für Grund und Boden in Form von Eiern gezahlt.

In den Gottesdienst mitgebrachte Eier und andere Speisen werden gesegnet und beim Frühstück verzehrt.

Zum Osterei sind verschiedene Spiele entwickelt worden, neben dem Eier-Titschen oder Eier-Kippen lässt man Eier einen Abhang herunterrollen oder ein Ei muss auf einem Löffel zu einem Ziel und dann zum Ausgangspunkt zurückgebracht werden. Dieser Lauf erinnert an den Lauf von Johannes und Petrus zum Grab, als sie von den Frauen erfahren hatten, dass der Leichnam Jesu nicht mehr in der Grabkammer lag. (Johannes 20, 3-10)

Autor: Dr. Eckhard Bieger SJ


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