Michael, Gabriel, Rafael 29.09.

Der Michaelstag hat in Deutschland eine sehr lange Tradition. Der 29. September geht ursprünglich auf die Weihe der Michaelskirche in Rom 493 zurück. Der Tag liegt auf dem Termin eines früheren Tages zu Ehren des Gottes Wotans. Bei der Mainzer Synode 813 hat Ludwig der Fromme, Sohn Karls des Großen, diesen Termin festlegen lassen. Seitdem ist Michael Patron Deutschlands und der „deutsche Michel“ Sinnbild des Deutschen. Die Vorstellung vom deutschen Michel entsteht allerdings erst im 17. Jahrhundert. Zuerst ist es der "schreckliche deutsche Michel", bezogen auf den Reiteroberst Michael von Ortraut. Im 18. Jahrhundert steht der deutsche Michel für "Bauer" oder "Schlafmütze", ein gutmütiger, verträumter, unpolitischer Geselle.

Wie in den Namen der beiden anderen Engel findet sich die Silbe „El“, die für Elohim, Gott steht. Michael heißt übersetzt „Wer ist wie Gott“. Mit dieser Frage tritt der Michael dem abgefallenen Engel „Luzifer“ entgegen, der sich Gott gleich wähnt. Das frühe Mittelalter war noch stark von der Angst vor bösen Geistern geprägt. In romanischen Kirchen war das große Westwerk nicht, wie ein Burgturm nur natürlicher Schutz für die Bewohner, es schütze auch vor den bösen Geistern, die vom Abend, vom Dunklen her die Menschen bedrohen. Im Westwerk wurde daher der Erzengel Michael lokalisiert, der die Gemeinde schützt. Das steht im Zusammenhang mit der Vorstellung, daß ein Volk seinen himmlischen Schutzgott hat, daß Engel den Hofstaat Gottes bilden, daß Völker und einzelne Menschen unter dem besonderen Schutz eines Engels stehen. In den letzten Jahren sind die Engel wieder Thema religiöser Vorstellungen und ziehen das Interesse breiter Bevölkerungsschichten auf sich.

Im Alten Testament bereits wird Michael mit Namen erwähnt (Daniel 10,13. 21; 12,1). Er wird dort als Beschützer Israels bezeichnet. Im jüdischen Schrifttum gilt Michael als Anführer der guten Engel und als Widersacher des Satans, als den ihn auch das neutestamentliche Buch "Offenbarung des Johannes" (12,7) sieht. In der deutschen Missionsgeschichte wurde Michael als Widersacher der heidnischen Götter, besonders des Wotan begriffen. Die Verehrung des heiligen Michael ist jedoch älter, auch in den östlichen Kirchen. Bedeutsam ist eine Erscheinung auf dem Berge Gargano in Süditalien im Jahr 492. Michael wird als Beschützer der Kirche und später des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation verehrt, er gilt als Patron der Sterben­den, die er in den Himmel geleitet. Viele Friedhofskapellen sind ihm daher geweiht.

Mit dem Michaelstag hat sich Erntebrauchtum verknüpft. Der Michaelstag wurde zum Zinstag. Jahrmärkte verbinden sich mit dem Datum, die letzte Garbe trägt seinen Namen.

Mit dem Michaelstag geht der Sommer zu Ende.

 

Gabriel

Der Name des Erzengels Gabriel wird wie der des heiligen Michael auch im Buch Da­niel erwähnt (8,16; 9,21), wo er dem Propheten die Bedeutung von Visionen erschließt und ihm Botschaften von Gott bringt. Im Neuen Testament kündet Gabriel die Geburt Johannes des Täufers (Lk 1,11-20) und die Geburt Jesu an (Lk 1, 26-38). Im Islam ist Gabriel Vermittler göttlicher Offenbarun­gen an Mohammed. Seine Name heißt übersetzt „Kraft Gottes“.

 

Rafael

Der Erzengel Rafael wird im Buch Tobit erwähnt. Er ist Begleiter des Tobias und heilt diesen von seiner Erblindung. Rafael wird daher als Patron der Reisenden verehrt. Das kirchliche St. Rafaelswerk kümmert sich vor allem um die Auswanderer.

Autor: Dr. Eckhard Bieger SJ


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