Martinstag 11.11.

Diesem Heiligen, einem Offizier aus römischer Zeit, sind viele Kirchen geweiht. Er lebte zwischen 316 und 397. Am Vorabend oder am Martinstag selbst wird die Szene nachgespielt, dass Martin am Stadttor von Amiens seinen Mantel mit einem Bettler teilt. Dieses Brauchtum hat sich in den letzten Jahren über das Rheinland hinaus verbreitet. Sind alte Kirchen dem Heiligen geweiht, so kann man von fränkischem Einfluss ausgehen. Denn der Frankenkönig Chlodwig, der sich 100 Jahre später, wahrscheinlich am Weihnachtsfest 498 taufen ließ, erwählte diesen sehr populären Heiligen zum Schutzpatron der Franken. Im Namen des Heiligen zeigt sich der tiefgehende Wandel in der Person dieses Christen. Der Name Martin leitet sich vom römischen Kriegsgott Mars her. Der Heilige war Sohn eines römischen Offiziers und daher nach römischem Gesetz verpflichtet, im römischen Heer zu dienen. Noch ehe Martin sich taufen ließ, teilte er am Stadttor von Amiens seinen Mantel mit einem Bettler. In der Nacht hatte er einen Traum, in dem Christus sich als der Bettler zu erkennen gab, den Martin bekleidet hatte. Martin wurde Christ und wollte aus dem Militärdienst ausscheiden. Es war kurz vor einer Schlacht mit den Germanen. Der Kaiser war zu der Truppe gekommen und warf Martin vor, er würde aus Feigheit den Dienst aufgeben. Martin bot an, ohne Rüstung und Schwert in den Kampf zu gehen. Er wurde vom Kaiser gefangen gesetzt. Als am nächsten Tag die Germanen sich dem Kaiser kampflos unterwarfen, wurde er aus dem Militärdienst entlassen. Er wurde Schüler des Bischofs Hilarius von Portiers und gründete später in der Nähe der Stadt in Ligugé ein Kloster. Das war um 360. Zehn Jahre später wurde er auf Drängen der Bevölkerung zum Bischof gewählt. Er wollte sich dem Amt entziehen, um Mönch bleiben zu können. Er versteckte sich in einem Gänsestall, wurde aber durch das Geschnatter der Tiere verraten. Aus einem römischen Soldaten war ein christlicher Bischof geworden. Das Schwert nutzt er nicht zum Kampf, sondern teilt damit seinen Mantel. Am Ende des Mittelalters wurden allein in Frankreich über 3000 dem Martin geweihte Kirchen gezählt. Martin starb am 8. November 397, am 11. wurde er beigesetzt. Das Fest liegt am Ende der Erntezeit. Die Gänse sind jetzt fett genug, um gegessen zu werden, der Bezug zum Gänsestall, in dem Martin sich versteckte, um nicht Bischof zu werden, ist allerdings kaum noch im Bewusstsein.

Dass mit dem Martinstag der Karneval beginnt, hängt nicht mit den Karnevalstagen vor der Fastenzeit zusammen, sondern dass der 11. November 40 Tage vor Weihnachten liegt, so dass ein eigenes Schwellenbrauchtum entstand. Da in dem dann beginnenden Advent kein Fleisch und auch keine Milchprodukte verzehrt werden konnten, musste vorher alles aufgegessen oder durch Salz haltbar gemacht werden.

Autor: Dr. Eckhard Bieger SJ


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