Johannes d. T. 24.06.

Ein halbes Jahr vor dem Geburtstag Jesu wird Johannes der Täufer geboren. Daher wird sein Fest zur Mitsommer gefeiert, weil die Geburt Jesu auf den Tag der Wintersonnenwende fällt. Das geht auf einen Satz des Täufers selbst zurück, den der Evangelist Johannes überliefert. Johannes der Täufer sagt von Jesus: „Er muß wachsen, ich aber muß kleiner werden.“ Kap. 3, 30. Das wurde bei der Festlegung des Termins für das Weihnachtsfest in Rom wörtlich auf die Sonne übertragen. Mitten im Sommer nimmt sie ab, mitten im Winter nimmt sie zu. Der 24. Juni sowie der 25. Dezem­ber sind jeweils der 8. Tag vor dem folgenden Monatsersten. Das Verhältnis zwischen den beiden Männern findet sich im dritten Kapitel dieses Evangeliums. Die Jünger des Johannes empfinden Jesus als Konkurrenten ihres Meisters. Johannes antwortet ihnen:

                        Kein Mensch kann sich etwas nehmen, wenn es ihm nicht vom
                        Himmel gegeben ist. Ihr selbst könnt mir bezeugen, dass ich gesagt
                        habe: Ich bin nicht der Messias, sondern nur ein Gesandter, der ihm
                        vorausgeht. Wer die Braut hat, ist der Bräutigam, der Freund des
                        Bräutigams aber, der dabei steht und ihn hört, freut sich über die
                        Stimme des Bräutigams. Diese Freude ist nun für mich
                        Wirklich­­keit geworden.   Kap. 3, 27-29

Johannes hatte Jesus getauft, was zeigt, dass Jesus ihn anerkannt hat. Johannes ist ein Bußprediger, der am Jordan predigt und eine Bußtaufe spendet. Sicher steht er mit der jüdischen Qumran-Gruppe in Verbindung. 1947 wurden in einer Höhle bei Qumran am Toten Meer von einem Beduinenhirten in Tongefäßen aufbewahrte Schrif­ten einer jüdischen Sekte, der Essener, gefunden, die sich vom offiziellen Judentum im 2. vorchristlichen Jahrhundert getrennt hatten. Die Schriften geben einen Einblick in das sehr strenge Leben der Gemeinschaft. Johannes war möglicherweise Mitglied die­ser Gemeinschaft, sein asketischer Lebensstil sowie seine Bußpredigt entsprechen den Vorstellungen der Qumran-Gemeinde.

Johannes genießt großes Ansehen in der Bevölkerung. Den König Herodes klagt er an, weil dieser die Frau seines Bruders geheiratet hat. Er wird ins Gefängnis geworfen, jedoch scheut der König davor zurück, Johannes umbringen zu lassen. Das tut er dann doch auf Betrieben seiner Frau bei einem Fest. Als ihre Tochter vor dem König und seinem Hof tanzte, war der König so fasziniert, dass er ihr versprach, ihr jeden Wunsch zu erfüllen. „Was du auch von mir verlangst, ich will es dir geben. Er schwor sogar: Was du auch von mir verlangst, ich will es dir geben, und wenn es die Hälfte meines Reiches wäre.“ Markus 6, 24. Auf Rat ihrer Mutter verlangt sie den Kopf des Täufers auf einer Schale gebracht bekommen. Der Gedenktag der Enthauptung und damit der Todestag des Täufers wird am 29. August gefeiert.

Johannes gilt in der christlichen Tradition als letzter Vertreter des Alten Bundes, der auf den Messias und damit auf den Neuen Bund hinweist.

Mit dem Fest des Täufers verbindet sich ein Brauchtum, das sich von der Sommersonnenwende und der Sommerzeit herleitet. Das Feuer weist auf die Sonne. Da der auferstandene Christus mit der Sonne identifiziert wird, weist das Feuer auf ihn hin.

Die Mitsommerfeuer, meist am Abend vor dem Johannistag, sollen die Luft reinigen und böse Geister verscheuchen, sie sollen der auf dem Höhepunkt stehenden Sonne Bei­stand leisten. Von den Höhen läßt man brennende Räder ins Tal rollen. Kommen sie unten an, verheißt das eine gute Ernte. Um das Feuer wird getanzt, man springt auch über das Feuer. Davon soll eine heilkräftige Wirkung ausgehen.

Das Johannisfeuer ist mit Liebe und Heirat verbunden, wer nicht zum Feuer kommt, wird niemals heiraten, Paare halten sich an den Händen und springen durchs Feuer. In das Feuer werden Kräuter geworfen, um so die Abwehrkraft des Feuers zu erhöhen. Im Feuer wird das Alte verbrannt. Die Asche bzw. Kohle aus dem Johannisfeuer bewahren noch lange ihre heilbringende Kraft, sie werden in die Felder gelegt.

 

Der Johannistag bringt Segen über Äcker und Vieh, das Feuer und die Kräuter unter­stützen die Segenswirkung. An die Häuser werden Kräuter und Blumenkränze gehängt. Am Johannistag werden die Brunnen gereinigt und das Herdfeuer neu angelegt. Mit dem Johannistag sind auch Wetterregeln verbunden. Wenn es an diesem Tag regnet, regnet es noch 40 Tage.

Die meisten Johanneskirchen sind dem Täufer, nur wenige dem Apostel Johannes geweiht. Das hängt mit der Bedeutung der Taufe zusammen. Zwar hat Johannes nicht die Taufe gespendet, die der christlichen Taufe entspricht. Diese leitet sich von dem Ritus her, mit dem Nichtjuden in die jüdische Glaubensgemeinschaft aufgenommen wurden. Jedoch ist der Bezug zur Taufe sicher Motiv dafür, dass so viele Kirchen Johannes den Täufer als Patron haben.




Kirchenjahr & Brauchtum

1. Mai und Monat Mai
Adam und Eva 24.12.
Adventsbrauchtum
Adventskalender
Adventskranz
Adventszeit
Advent 1: Wiederkunft Christi
Advent 2: Blick auf Weihnachten
Allerheiligen 1.11.
Allerseelen 2.11.
Aschenkreuz
Aschermittwoch
Barbara und Lucia
Berg Karmel
Bescherbaum
Bitttage
Blasiussegen 03.02.
Buß- und Bettag
Chanukka u. Weihnachten
Christi Himmelfahrt
Christkönig
Christopherus 24.07.
Darstellung des Herrn
Dreifaltigkeitssonntag
Dreikönige 06.01.
Erntedank
Fastenzeit
Frautragen
Fronleichnam
Gründonnerstag
Halloween
Heilige Familie
Herbergssuche
Herz Jesu Fest
Herz Maria
Himelskreislauf-Zodiakus
Hochzeit zu Kana
Hundstage 23.07. – 24.08.
Jahreskreis
Jakobus der Ältere 25.07.
Jerusalemer Marienfest
Johannes, Apostel 27.12.
Johannes d. T. 24.06.
Josefstag, 19. März
Karfreitag
Karneval und Fastnacht
Kartage, Karwoche
Kirchweihfest und Kirmes
Kreuzerhöhung 14.09.
Krippe
Krippenspiele
Lichtmess 02.02.
Lourdes Gedenktag
Mariä Heimsuchung
Mariä Verkündigung
Maria Geburt
Maria Himmelfahrt 15.08.
Maria Königin
Maria Namen
Maria Schnee
Martinstag 11.11.
Michael, Gabriel, Rafael 29.09.
Mutterschaft Mariens
Muttertag
Narr
Neujahr
Nikolaus 6. Dezember
Osterei
Osterkerze und Osterlicht
Osterläuten
Osterlamm
Ostermontag
Ostern
Ostern Wortbedeutung
Osterritt
Ostertermin
Osterwasser und Taufe
Osterzeit
O Antiphonen
Palmsonntag
Pfingstbrauchtum
Pfingsten
Pfingstochse
Pfingstritt
Reformationstag 31.10.
Roratemessen
Rosenkranzfest
Rosenmontag
Schmerzen Marias
Silvester 31.12.
Stephanstag 26.12.
Taufe Jesu
Thanksgiving
Totensonntag
Unbefleckte Empfängnis Marias 8.12.
Unschuldige Kinder 28.12.
Valentinstag
Verklärung Christi 06.08.
Verkündigung des Herrn 25.03.
Weiberfastnacht
Weihnachten
Weihnachten n. Lukas
Weihnachten n. Matth.
Weihnachtsbaum
Weihnachtsfeiern
Weihnachtsgeschenke
Weihnachtslieder
Weihnachtsstollen
Weißer Sonntag
Weltgebetstag der Frauen
Weltgebetswoche für die Einheit der Christen


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