Advent 2: Blick auf Weihnachten

Während der erste Teil des Advents sich noch wie der November auf Tod und Weltende bezieht, wird der Blick in der zweiten Adventshälfte auf die Geburt des Kindes gelenkt. Johannes, der letzte Prophet des Alten Bundes, steht am 2. Adventssonntag im Mittelpunkt. Johannes hat erkannt, daß mit dem Zimmermannssohn aus Nazareth etwas Neues beginnt. Der lang erwartete Messias kommt zu ihm an den Jordan und läßt sich taufen, d.h. sich symbolisch reinwaschen von Schuld. Deshalb heißt dieser Prophet „der Täufer“. Im Lukasevangelium heißt es: „Das Volk zog in Scharen zu ihm hinaus, um sich taufen zu lassen. Er sagte zu ihnen: Ihr Schlangenbrut, wer hat euch denn gelehrt, das ihr dem kommenden Gericht entrinnen könnt? Bringt Früchte hervor, die eure Umkehr zeigen.... Da fragten ihn die Leute: Was sollen wir tun? Er antwortete ihnen: Wer zwei Gewänder hat, der gebe eines davon dem, der keines hat, und wer zu essen hat, der handle ebenso,  .... auch Soldaten fragten ihn: Was sollen wir denn tun? Und er sagte zu ihnen: Mißhandelt niemand, erpreßt niemand, begnügt euch mit eurem Sold.“ (Kap. 3, 7ff). Diese herben Worte schleudert einer den Menschen entgegen, dessen Namen bedeutet „Gott ist gnädig“.

Erstaunlich, dass so viele Menschen Hans, Johanna, Jan, John heißen. Das hat vielleicht seinen Grund darin, dass hinter der rauhen Sprache dieser Prophet das Erbarmen Gottes aufscheint, der Sohn Gottes, der Mensch geworden ist, um die Welt zu erlösen und heimzuholen in ihren himmlischen Ursprung. Johannes hat nicht gewußt, wie Jesus dieses Erlösungswerk ausführen wird. Er selbst ist vorher enthauptet worden, weil er dem König Herodes ins Gewissen geredet hat, der die Frau seines Bruders geheiratet und seine Stieftochter zur Unterhaltung des Hofes einen erotischen Tanz tanzen ließ.

Jerusalem gehört zu den Orten des Advent. Propheten haben dieser Stadt vorausgesagt, dass Gott sich ihrer annimmt und sie rettet. Beim Propheten Zefanja lesen wir über die Stadt, die nach dem Namenm des Berges, auf dem sie erbaut ist, Sion genannt wird: Juble, Tochter Sion! Jauchze, Israel, Freu dich und frohlocke von ganzem Herzen, Tochter Jerusalem. Der Herr hat das Unheil gegen dich aufgehoben und deine Feinde zur Umkehr gezwungen. Der König Israels, der Herr, ist in deiner Mitte, du hast kein Unheil mehr zu fürchten.“ Für die Juden war die Zerstörung der Stadt durch den neubabylonischen König Nebukadnezzar im Jahre 587 vor Christus ein tiefer Schock. 70 n. Chr. wurde Jerusalem von den Römern in Schutt und Asche gelegt. Für die Christen wurde Jerusalem zur Stadt des Auferstandenen. Man erwartete, daß Christus zum Ende der Welt in Jerusalem erscheinen wird. Das war eines der Motive für die Kreuzzüge, dass nämlich dort Christen und nicht Moslems die Wiederkunft des Menschensohnes erwarten sollten. Im letzten Buch der Bibel findet sich eine Vision: „Da entrückte er mich in der Verzückung auf einen großen, hohen Berg und zeigte mir die heilige Stadt Jerusalem, wie sie von Gott her aus dem Himmel herabkam, erfüllt von der Herrlichkeit Gottes. Sie glänzte wie ein kristallklarer Jaspis.“ (Offenbarung Kap. 21, V 10f) Auf dieses neue Jerusalem warten die Menschen bis heute. Jedoch sind die drei Religionen, die nur einen Gott anbeten, zutiefst zerstritten. Wenn für Jerusalem der Friede gefunden ist, dürfen die Menschen hoffen. Zumindest die Pilger, ob Juden, Christen oder Muslime werden dann wieder frei zu der Stadt pilgern können, die diese Hoffnungen in sich trägt.

Von Maria, der Mutter Jesu, geht eine besondere Faszination aus. Keine andere Frau der Geschichte ist so oft von Künstlern gemalt worden. Viele Frauen tragen ihren Namen, sogar Männer haben „Maria“ als zweiten Vornamen. Es gibt schon in den Katakomben Marienbilder. Es war jedoch das Konzil von Ephesus im Jahr 431, das der Marienverehrung großen Auftrieb gab. Das Konzil stellte fest, daß Maria Jesus nicht nur in seiner Menschheit geboren hat, sondern als den menschgewordenen Sohn Gottes. Damit wurde die Frage entschieden, ob Jesus nur eine Person ist oder ob es neben der göttlichen Person „Sohn des Vaters“ auch noch eine menschliche Person gibt.

Von Lukas wird die Begegnung Marias mit der schwangeren Elisabeth, der Mutter Johannes des Täufers, berichtet. Elisabeth begrüßt Maria mit den Worten: „Gesegnet bist du mehr als andere Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes.“ (Kap 1, 42)  Elisabeth erkennt, dass nicht ein Kind wie andere geboren wird, sondern der Messias. Sie fragt sich: „Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt. In dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib.“ Elisabeth weist dann auf das hin, was Maria auszeichnet: „Selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ.“ Die neue Geschichte, die Gott mit den Menschen vorhat, beginnt mit der Antwort Marias auf die Botschaft Gabriels. Sie hat geglaubt, dass Gott durch das Kind, das sie vom Heiligen Geist empfangen hat, sein Erlösungswerk verwirklichen wird. Das wusste sie auch deshalb, weil der Engel ihr den Namen des Kindes bereits mitgeteilt hatte, Jesus „Gott rettet“. Mit ihrem Glauben, mit ihrem Ja zu Gottes Angebot, steht Maria inmitten der Kirche. Sie hat sozusagen den Anfang gemacht, man kann sich einfach dazu stellen. Wer zum Gottesdienst kommt oder in der Kirche nur das besondere Raumgefühl erleben will, wer für ein Gebet in die Kirche tritt, kann sich dem Ja Marias anschließen.

Ähnlich wie Ostern hat auch Weihnachten eine Vorbereitungszeit ausgebildet. Heute sind es die Wochen zwischen dem 1. Adventssonntag und Weihnachten. In Gallien gab es, ähnlich wie vor Ostern, eine sechswöchige Vorbereitungszeit mit einem Karnevals-Vorspann. Der 11.11. als Beginn der Karnevalszeit hat dort seinen Ursprung. Der Termin für den Beginn der Adventszeit im frühen Christentum in Frankreich ergibt sich aus einer Berechnung von 40 Wochentagen bis zum 6. Januar, der anfangs der Termin des Weihnachtsfestes in Gallien war. Die Wochentage, nicht die Samstage und Sonntage, waren Fasttage.

Der Advent ist heute keine Zeit der Erwartung mehr, es wird auf den Weihnachtsmärkten, in Konzerten bereits Weihnachten gefeiert, so daß die Zeit nach Weihnachten kaum noch durch Tannegrün, Krippen und Weihnachtsbrauchtum geprägt ist.

Familienandachten

In den letzten Jahren bemühen sich einige Diözesen, den Brauch von Familienandachten, häusliche Gebetsstunden in der Adventszeit, einzuführen.

Adveniat

Ein neuer "Brauch" ist der Spendenaufruf zur Adveniat-Kollekte (Adveniat regnum tuum: Zu uns komme dein Reich), die parallel zur Misereor-Kollekte der Fastenzeit aufgebaut wurde. Seit 1961 werden die Katholiken zu Spenden für die Kirche in Lateinamerika aufgerufen.

Brot für die Welt

Ist die Sammelaktion der evangelischen Kirche, die wie Adveniat das Spenden mit dem Weihnachtsfest verknüpft.

Links zu:

Barbara und Lucia

Adventsbrauchtum

Frautragen

Herbergssuche

Adventskalender

Adventskranz

Roratemessen

O-Antiphonen




Kirchenjahr & Brauchtum

1. Mai und Monat Mai
Adam und Eva 24.12.
Adventsbrauchtum
Adventskalender
Adventskranz
Adventszeit
Advent 1: Wiederkunft Christi
Advent 2: Blick auf Weihnachten
Allerheiligen 1.11.
Allerseelen 2.11.
Aschenkreuz
Aschermittwoch
Barbara und Lucia
Berg Karmel
Bescherbaum
Bitttage
Blasiussegen 03.02.
Buß- und Bettag
Chanukka u. Weihnachten
Christi Himmelfahrt
Christkönig
Christopherus 24.07.
Darstellung des Herrn
Dreifaltigkeitssonntag
Dreikönige 06.01.
Erntedank
Fastenzeit
Frautragen
Fronleichnam
Gründonnerstag
Halloween
Heilige Familie
Herbergssuche
Herz Jesu Fest
Herz Maria
Himelskreislauf-Zodiakus
Hochzeit zu Kana
Hundstage 23.07. – 24.08.
Jahreskreis
Jakobus der Ältere 25.07.
Jerusalemer Marienfest
Johannes, Apostel 27.12.
Johannes d. T. 24.06.
Josefstag, 19. März
Karfreitag
Karneval und Fastnacht
Kartage, Karwoche
Kirchweihfest und Kirmes
Kreuzerhöhung 14.09.
Krippe
Krippenspiele
Lichtmess 02.02.
Lourdes Gedenktag
Mariä Heimsuchung
Mariä Verkündigung
Maria Geburt
Maria Himmelfahrt 15.08.
Maria Königin
Maria Namen
Maria Schnee
Martinstag 11.11.
Michael, Gabriel, Rafael 29.09.
Mutterschaft Mariens
Muttertag
Narr
Neujahr
Nikolaus 6. Dezember
Osterei
Osterkerze und Osterlicht
Osterläuten
Osterlamm
Ostermontag
Ostern
Ostern Wortbedeutung
Osterritt
Ostertermin
Osterwasser und Taufe
Osterzeit
O Antiphonen
Palmsonntag
Pfingstbrauchtum
Pfingsten
Pfingstochse
Pfingstritt
Reformationstag 31.10.
Roratemessen
Rosenkranzfest
Rosenmontag
Schmerzen Marias
Silvester 31.12.
Stephanstag 26.12.
Taufe Jesu
Thanksgiving
Totensonntag
Unbefleckte Empfängnis Marias 8.12.
Unschuldige Kinder 28.12.
Valentinstag
Verklärung Christi 06.08.
Verkündigung des Herrn 25.03.
Weiberfastnacht
Weihnachten
Weihnachten n. Lukas
Weihnachten n. Matth.
Weihnachtsbaum
Weihnachtsfeiern
Weihnachtsgeschenke
Weihnachtslieder
Weihnachtsstollen
Weißer Sonntag
Weltgebetstag der Frauen
Weltgebetswoche für die Einheit der Christen


Impressum