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20%
genügen für das Wichtige
Wenn
wir erkennen können, was unsere Berufung ausmacht, leitet
sich das Wichtige genau davon ab. Es ist auf jeden Fall das,
was wir selbst bestimmen, was uns zur Zufriedenheit mit unserem
Beruf, bzw. Leben führt und was wir tun müssen, weil
es in dieser Weise nur von uns getan werden kann. Die Krankenschwester,
die sich Zeit nimmt, um die Sterbenden zu begleiten, handelt
im Sinne ihrer gewählten Berufsentscheidung. Sie könnte
auch sagen, dass sie im Augenblick keine Zeit hat, weil sie die
Medikamente für die Station richten muss. Das aber ist nur
notwendige Arbeit und fällt nicht unter die Wichtige Arbeit.
Den Menschen in ihrer schwierigen, schmerzvollen Situation nahe
zu sein, genau deshalb hat sie sich für den Pflegeberuf entschieden.
Das sind ihre Qualitäten, das sind die Werte, für die
sie steht, Menschen in ihrem Schmerz und Leid aber auch im Übergang
zum Tod nicht alleine zu lassen. Alle anderen Aufgaben sind oft
die Notwendigen, die sich aus dem Wichtigen ergeben. Eine Krankenschwester
hat wie jeder andere auch, viele notwendige Tätigkeiten zu
verrichten. 80 % unserer Zeit fließt in die notwendigen Aufgaben.
Es sind fast immer Routineaufgaben, die getan werden müssen,
damit der Erfolg gewährleistet ist. Verbandswechsel, Medikamentenausgabe,
Essenverteilung, Visite etc. An notwendigen Aufgaben kommen wir
nicht vorbei. Sie bestimmen 80 % unserer Zeit.
Wenn es aber bei den notwendigen Aufgaben bleibt, werden wir unzufrieden,
dann ertrinken wir im Alltagstrott, ob als Krankenschwester, Hausfrau,
Student oder als Selbstständige.
20 % der Zeit sollten wir uns täglich für unser Wichtiges
sichern. Damit sorgen wir für unsere Zufriedenheit. Das Notwendige
kommt von alleine auf uns zu, dafür brauchen wir uns nicht
anzustrengen. Aber das Wichtige, wenn wir uns dessen nicht täglich
vergewissern, macht sich nicht so direkt deutlich. Deshalb gehören
90 Minuten am Tag der Aufmerksamkeit für das Wichtige. Das
kann auch mal einfach das Nachdenken sein, nämlich darüber,
was in meinem Leben eigentlich das Wichtige ist, oder worauf es
mir ankommt. Das Wichtige zu definieren und herauszufinden ist
eine geistige Leistung, die ich in die 90 Minuten lege. Da wir
alle einem bestimmten Biorhythmus am Tag unterliegen, eignet sich
nicht jede Zeit für das Wichtige. Ich muss für das Wichtige
am Tag die Zeit herausfinden, in der ich von meinem Rhythmus her
am besten arbeitsfähig bin.

© Weitere
Informationen zum Thema unter www.weiterbildung-live.de
© Text: Jutta
Mügge
© Fotos:
Marta Franeková
präsentiert von: www.kath.de
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