| S. Pietro in Vaticano. Patriarchalbasilika St. Peter. Erste
Kirche von 311. Zurückgehend auf die Basilika, die in der ersten Hälfte des 4. Jh. Kaiser Konstantin auf dem vatikanischen Hügel
errichten liess, in Erinnerung an den Apostelfürsten der hier im Circus des Nero den Märtyrertod erlitten hatte (Kreuzigung mit dem
Kopf nach unten, Herbst
64 n. Chr.) Eine der vier römischen Patriarchalbasiliken und sieben römischen Pilgerkirchen.
Peterskirche, Petersdom, Basilika St. Peter, Grabeskirche des Apostels Petrus. Zentrales Heiligtum und Pilgerstätte der römisch-katholischen
Kirche. Palastkirche, nicht Kathedralkirche des Papstes (vgl. Lateran). Um 320 von Konstantin d. Gr. Eine erste fünfschiffige Basilika.
(vgl. auch Petersgrab). Wechselvolle Baugeschichte. Ab 1451 erste umfassende Renovierung unter Nikolaus V, Pius II, Julius II. Im
16. Jh. weitere Umgestaltung durch berühmte Künstler und Baumeister Bramante, Rafael und Michelangelo. Auch die nachfolgenden Päpste
investieren erheblich in die Ausgestaltung der Basilika. (1624-1633 gestaltet Bernini den Hochaltar und die Vierung). Urban VIII.
konsekriert die Basilika 1626.
Basilika St. Peter auf dem vatikanischen Hügel. Erste Kirche von Kaiser Konstantin errichtet.
Zugang vom Petersplatz (Piazza San Pietro - Kolonnaden und Brunnen Berninis. Obelisk)
Links hinter den Kolonnaden an der Piazza San´Ufficio der vatikanische Palast des früheren Heiligen Offiziums heute
Sitz der Kongregation für die Glaubenslehre (Kardinal Joseph Ratzinger), weiter führt der Weg an der Porta San Angelo zum Campo
Santo Teutonico und dem Domus Sanctae Marthae (Gästehaus des Vatikans). Rechts hinter den Kollonaden die Kaserne der Schweizer Garde,
der Apostolische Palast (Damasus-Hof), ua. mit dem Audienzsälen, dem Staatssekretariat und den Privatgemächern des Papstes.
Seit 800 Krönungskirche zahlreicher römisch-fränkischer, später römisch-deutscher Kaiser. (Karl d. Gr. Am 25.12.800),
da ausserhalb der dem Papst vorbehaltenen Hauptstadt.) Eigentliche Papstkirche ist S. Giovanni in Lateran (Lateranbasilika).
Nach Rückkehr aus dem Exil in Avignon Verlegung der Residenz in den Vatikan, wegen besserer Verteidigungsmöglichkeiten.
1506, unter Julius II., Beginn des Neubaus anstelle der alten konstantinischen Basilika. (vgl. „Peterspfennig, Ablasswesen, lutherische
Reformation).
Umbau unter Paul V. und schliesslich, 1626, Konsekration. Alle in Rom tätigen grossen Baumeister verewigen sich:
u.a. Bramante, Raffael, Michelangelo, Bernini.
Seit dem frühen Mittelalter und vornehmliches Ziel der Pilger aus dem fränkisch-germanischen Norden. Galt für die Alte Kirche das Heilige Land mit Jerusalem als „überragendes Pietätszentrum“,
so wurde nun das Petrusgrab der hervorgehobene „Gnadenort“ der Wallfahrer.
Vatikanische Basilika: BasilikaMasse: Höhe – 141,5 Meter, Länge: 211,5 Meter, Marmorsäulen: 229, Travertin-Säulen:
533. Dreischiffige Basilika. Am 18. November 1626 von Papst Urban VIII. eingeweiht. Über der antiken Basilika Konstantins, die heute
die Vatikanischen Grotten bilden. (u.a. Zugang zur Nekropole mit der angenommenen Grablege des Hl. Petrus, das 1950 entdeckt wurde,
in einer Nische der sog. roten Mauer.) Die Marmorfigur in der Mitte der Confessio stellt Pius VI. dar.
Grundstein der heutigen Peterskirche wurde von Julius II am 18. April 1506 gelegt. Bramante, Raffael, Michelangelo
und Bernini haben sich in der Architektur, Bildhauerei und Malerei verewigt. Der Architekt Maderno veränderte den ursprünglichen
Grundriss in Form eines griechischen Kreuzes zu einem lateinischen Kreuz. Die Basilika ist 211,50 m lang, 132,50 m hoch, das Mittelschiff
ist 186 m lang und 27,50 m breit. In ihrem Innern befinden sich 44 Altäre,8 kleiner Kuppeln und etwa 800 Säulen aus Marmor, Bronze
oder Stuck.
Nach der Vorhalle Eintritt durch die Bronzetür des Filarete. Daneben die Heilige Pforte (Porta Santa, die nur während
eines Heiligen Jahres geöffnet wird, in der Regel alle 25 Jahre.)
Das Mittelschiff wird beherrscht vom Papstaltar über der Confessio mit dem von gedrehten Säulen getragenen Baldachin
unter der Hauptkuppel. Weitere Kunstwerke: die Bronzestatue des hl. Petrus, deren Fuss von den Spuren verehrungsvoller Küsse von
Millionen Pilgern gezeichnet ist.
Am inneren Kuppelfries auf Griechisch und Latein die Worte Jesu zur Berufung des Petrus als seinen Nachfolger: TU
ES PETRUS ET SUPER HANC PETRAM AEDIFICABO ECCLESIAM MEAM ET TIBI DABO CLAVES REGNI COELORUM. In der Apsis des Domes die Kathedra
Petri, ein alter Kaiserstuhl (von Karl dem Kahlen), flankiert von den Statuen von vier Kirchenvätern (zwei lateinischen und zwei
griechischen). Vor und in den Seitenkapellen die Pietá von Michelangelo, die Sakramentenkapelle mit dem Ziborium Berninis. Die Grab-
und Denkmäler von Klemens XIII., Urbans VIII., Pauls III. Alexander VII., Innozenz VIII., Benedikt XV. sowie das des heiligen Pius
X. Maria Clementina Sobieski und Maria Stuart wird ein ehrendes Andenken bewahrt. In den Grotten wird der Pilger vor allem die Grablegen
der Päpst des vergangenen Jahrhunderts aufsuchen: Benedikt XV., Pius XI., Pius XII., Johannes XXIII., Paul VI. und Johannes Paul
I.
Renovierung der Nekropolis (antike Gräberstätte) im Jahr 2000 abgeschlossen.
Sacre Grotte Vatikane – die heiligen vatikanischen Grotten
In den Grotten von St. Peter fünf Nationalkapellen. (polnisch, irisch, tschechisch, litauisch und deutsch), vier
am Rundgang um das Petrusgrab, die deutsche am hintersten Ende des ersten Kirchenschiffs, d.i. das westliche Kirchenschiff der unterirdischen
Basilika.
Hier sind drei Deutsche beigesetzt: ein Kaiser, ein Papst und ein Prälat: Kaiser Otto II, geb. 955, als Kind in
St. Peter zum Kaiser gekrönt, mit 17 verheiratet mit der griechischen Prinzession Theophanu, mit 28 gestorben.(993), auf dem Weg
zur Eroberung Siziliens. (man vermutet Vergiftung). Zunächst im Atrium , dem alten Vorhof der Basilika begraben, Nach Abbruch des
Atriums um 1600 in die Grotten. Aus einem kostbaren Porphyrsarg aus dem Mausoleum Hadrians umgebettet in einen schlichten Steindsarg.
Der alte Porphyrdeckel dient bis heute als Taufbrunnen in St. Peter.
Gegenüber von Otto II ruht Papst Gregor V. (Bruno von Kärnten, ein Vetter Otto II.). Zunächst Mitglied der Hofkapelle.
Otto III ernannte den 24jährigen im Jahr 996 zum Papst.
Er wiederum krönt Otto III zum Kaiser am Himmelfahrtsfest 996 im Petersdom.Gregor V. gerät in Konflikt mit dem römischen
Adel, der einen Gegenpapst ausruft.(Johannes XVI.), den Gregor grausam strafen lässt. 999 stirbt er an Malaria, 27 Jahre alt. Drei
Jahre später folgt ihm der junge Otto III in den Tod.
Mit Gregor V. beginnt die Reihe der fünf deutschen Päpste: Klemens II (Suitger von Bamberg – 1046-47), Damasus
II (Poppo der Bayer 1048), Leo IX. (Bruno Graf von Egisheim-Dagsburg – 1049-54, der Papst der das Grosse Schisma mit der Ostkirche
auslöste), Viktor II. (Gebhard Graf von Hirschberg – 1055-57), alles Verwandte oder Günstlinge der Kaiser, mit kurzer Regierungszeit.
In Rom hinterliessen sie keine Spuren.
Als dritter Deutscher in der Krypta: Prälat Ludwig Kaas aus Trier (1881-1952). In der Weimarer Republik Vors. der
(kath.) Zentrumspartei, dessen Auflösung er 1933 herbeiführte.
Er ging nach Rom und wurde Leiter der Dombauhütte von St. Peter und beschleunigte den Ausbau der Grotten zu einer
richtigen Unterkirche und die Grabungen, die zur Auffindung des Petrusgrabes führten. In der Petruskapelle werden in 19 Plexiglaskästchen
die Gebeine eines alten, aber robusten Mannes aus dem 1. Jh. aufbewahrt, den Indizien nach die sterblichen Reste des Petrus.
In der Deutschen Kapelle Fragment eines Steins mit Inschrift, welcher die Schenkungen der Markgräfin Mathilde von
Toscana bezeugt. Auf ihrer Burg spielte sich der „Gang nach Canossa“ ihres Vetters Heinrich IV. im Januar 1077 ab. Heinrich bat Gregor
VII. den über ihn verhängten Bann aufzulösen, was auf Mathildes Vermittlung geschah. (vgl. Investitur-Streit)
In der Apsis am Ende des Mittelschiffes die Cathedra Petri. Bronzene Hülle für einen älteren hölzernen Thron von
Bernini geschaffen, der frommen Legende nach der Lehrstuhl des hl. Petrus, vermutlich für Karl d. Kahlen zu seiner Kaiser-Krönung
angefertigt, Weihnachten 875 und nach der Krönungsfeier dem Papst oder der Peterskirche geschenkt.
Erster Bau von Kaiser Konstantin errichtet und konsekriert 326. Papst Simplicius baut die Kirche weiter aus 468.
1452 Papst Nikolaus V. Neubau, durch Bernardo Rosselino. 1455, unter Julius II., übernimmt Bramante einen weiteren
Ausbau als neue Basilika nach dem Grundriss eines griechischen Kreuzes und zentraler Kuppel. Zwischen 1506 und 1514. Vier gewaltige
Säulen , die das Mittelstück mit einem Querschnitt von 43 Metern tragen. Sollte das Zentrum der Christenheit symbolisieren, welches
das Universum repräsentiert, symmetrisch auf allen Seiten, vollkommen wie ein Diamant. Auch er entschied sich für die griechische
Kreuzform, gekrönt von einer Kuppel und umgeben von vier kleineren Lichtdomen. Dann folgte Raffael, der eine lateinische Kreuzform
bevorzugte.
Papst Paul III. beauftragt Michelangelo, die Bauaufsicht zu übernehmen. M. war damals schon 72 Jahre alt. Lehnte
zunächst ab, dann aber nahm er den Befehl an. 1547 , bis zu seinem Tod 1564, ohne Bezahlung aber mit voller Freiheit der Gestaltung.
Er hat Bramantes Projekt verkleinert. Entwirft die Fassade. 1586 Obelisk aus dem Zirkus von Nero zum Petersplatz. Die
grosse Kuppel vollendet von Domenico Fontana und Giacomo Della Porta 1588-89. 1607 Chefarchitekt
Gianlorenzo Bernini wird 1616 mit der Bauaufsicht beauftragt und legt den letzten Schliff an. Nach dem Konzil von
Trient sah die Kirche im Barockstil den angemessenen Ausdruck, ihre neue errungene Macht zur Geltung zur bringen. (Von ihm stammt
der Bronze-Baldachin über dem Papstaltar sowie die Kolonnaden, die den Petersplatz säumen.
Sehenswert im Dom: Pietá von Michelangelo, vatikanische Grotten über der Nekropole, als letzte Ruhestätte zahlreicher
Päpste, (1506 von Julius II angelegt. Letzte Beisetzungen: Pius XII., Johannes XXIII, Paul VI., Johannes Paul I.) Der Papstaltar
(Konfessions- oder Bekenntnisaltar) unter der Kuppel, auf vier gedrehten Bronzesäulen ruhendes Ziborium (Tabernakel, Baldachin)
von dem Barock-Baumeister Gian Lorenzo Bernini 1624-1633 im Auftrag von Urban III aus dem Adelshaus der Barberini geschaffen. 29
Meter hoch; Unter und teilweise vor dem Hauptaltar liegt die „confessio“ (wörtlich: Bekenntnis), ein kryptaähnlicher Unterraum, als
Teil der vatikanischen Grotten. Nicht einsehbar der Ort, der als Grablege des heiligen Petrus angenommen wird. Ferner von Bernini
die „cathedra petri“ in der Apsis. (der Legende nach hölzerner Stuhl des Petrus, vermutlich aber Thron von Karl II, „der Kahle“ – 823-877 – Enkel
Karls d. Gr., Kaiser seit 875, von Bernini kostbar gefasst.
Grabmal für Papst Pius VII. der unter Napoleon in die Verbannung geschickt wurde und nach seiner Rückkehr in den
Vatikan am 20. 8. 1823 starb. Entworfen von dem Dänen Bertel Thorvaldsen und Karl Friedrich Schinkel, beide Protestanten. In
der Cappella Clementina. 1831 fertiggestellt.
Fassade von St. Peter: 113 m breit, 44,5 m hoch. Acht 28,3 m hohe Säulen aus Travertin. Darüber Brüstung mit 5,
8 m hohen Statuen Christi und der Apostel. Über dem Mitteleingang die bekannte „Loggia della Benedizione“ für den päpstlichen Segen „urbi
et orbi“ an hohen kirchlichen Feiertagen.
Die Fassade wurde von 1997 bis 1999 renoviert. Die Kosten wurden von der us-amerikanischen katholischen Laienorganisation „Knights
of Columbus“ (Kolumbusritter( übernommen. Bei der Enthüllung der schon fast fertiggestellten Fassade im Jahre 1612 hatte der regiernde
Papst Paul V. aus der Familie der Borghese unterhalb des mittleren Giebelfeldes seinen Namen verewigt, statt den des Apostelfürsten
und Kirchenpatrons Petrus. („Paulus V. Burghesius Romanus).
Unter der Basilika liegen der Circus des Nero und eine Nekropole des 1. Jh. Baugeschichte: Zunächst fünfschiffige
Basilika des Kaisers Konstantin, 1506 Beginn des Ersatzbaus unter Bramante, (Grundriss ist ein griechisches, also gleicharmiges Kreuz)
ab 1514 Raffael. Bau des Langhauses. 1547 folgt Michelangelo (bis zu seinem Tod 1564). Kuppelbau 1593 abgeschlossen. Anfang 17. Jh. Änderungs
des Grundrisses in ein lateinisches Kreuz. Prunkfassade vor dem Langhaus. 1667 vollendet Bernini den Petersplatz. |