Das Vatikan Glossar

Autor: Werner Kaltefleiter // Quellen
zur aktuellen Nachrichtenübersicht auf www.kath.de

Papstwahl - Wahlberechtigte

Seit 1049 haben die Kardinäle das alleinige Recht zur Wahl des Papstes, in einer kurzen Zeit der Demokratie in der Kirche.

Pius XII. hatte 1945 eine Zweidrittel-Mehrheit plus eine Stimme vorgeschrieben und Paul VI. legte die Zahl der Papstwähler auf maximal 120 fest und schloss die über 80jährigen Kardinäle vom Konklave aus. (Apostolische Konstitution „Romano Pontifici Eligendo“ ).

Papst Johannes Paul II. hat 1996 (mit der Konstitution „Universi dominici gregis – Der gesamten Herde des Herrn – über die Vakanz des Apostolischen Stuhles und die Wahl des Papstes von Rom“) eine veränderte Wahlordnung in kraft gesetzt.

Papst Johannes Paul II. hält an dem Exklusiv-Recht der Kardinäle, allein den Papst zu wählen fest. Niemand, ausser den Kardinälen, ist berechtigt, aktiv an der Papstwahl teilzunehmen Bestrebungen, den Wählerkreis etwa auf die Bischofssynode auszuweiten, konnten sich nicht durchsetzen. Universii dominici gregris (v. 1996) folgt im grossen und ganzen Romano Pontifici eligendo von Paul VI. (1975) Wahlberechtigt sind nur Kardinäle, die spätestens am Tag vor dem Tod des Papstes das 80. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.

Im Februar 2001 hat Papst Johannes Paul II. das Gremium der wahlberechtigten Kardinäle, grundsätzlich auf 120 festgelegt) auf 135 erhöht. (bei insgesamt 44 Erhebungen, dem grössten Konsistorium der Kirchengeschichte). Bis August 2002 werden aber 15 Kardinäle das 80. Lebensjahr erreicht haben und damit nicht mehr wahlberechtigt sein, sodass die Proportionen wieder stimmen.

Gemäss dem Erbe der Überlieferung obliegt den Kardinälen die Papstwahl. Das ausschliessliche Wahlrecht der Kardinäle wied von der Tatsache her begründet, das sie, wie der Papst – römisch und univeral definiert sind: Der Papst wird von den Kardinälen mit römischem und suburbikarischem Titel gewählt, mithin „vom römischen Klerus“. Gleichzeitig ist der Papst Hirte der universalen Kirche und die Kardinäle repräsentieren alle Kontinente.

Weder ein mögliches Konzil noch eine Bischofssynode können eine Rolle bei der Wahl spielen. Die Versammlung ist pro ipso facto mit dem Tod des Papstes aufgelöst. Nur ein neuer Papst kann eine Fortsetzung bestimmen.

Die Kardinäle haben nicht nur das exklusive Wahlrecht, sondern wählen den Papst traditionell auch aus ihren eigenen Reihen, obschon auch Kandidaten von aussen möglich sind, auch solche ohne Weihe, die dann sofort nachgeholt werden müsste. Alberto Melloni weist auf einen Lapsus in dem Eid vor der Wahl hin, der zeigt, wie stark sich die Papstwahl mit dem Kardinalsstand verwurzelt hat: „Wer auch immer von uns durch göttliche Bestimmung zum römischen Pontifex gewählt wird, verpflichtet sich, das munu petrinum treu zu verwalten“, schwören die Kardinäle vor der Abstimmung.

Vorherige Absprachen für die Wahl gelten nicht, jegliche Diskussionen zu Lebzeiten eines Papstes über einen Nachfolger sind verboten, zurückgehend auf den Versuch von Felix IV. (526-530),zurückzuführen, seinen Erzdiakon Bonifatius zum Nachfolger zu wählen, was der Senat verweigert und jede öffentliche Diskussion per Edikt verbot.

Staaten dürfen sich nicht einmischen. 1904 hatte der neugewählte Papst Pius X. das bis dahin gültige Einspruchs- und Vetorecht politischer Mächte abgeschafft;

Das Vorrecht der Kardinäle, allein den Papst zu wählen hat mit dem Amt des Papstes als Bischof von Rom zu tun. Hierauf – nämlich Nachfolger des Petrus in Rom zu sein – beruht seine Vorrangstellung. Insofern wird er von altersher durch den Klerus von Rom gewählt. Er wird heute durch die Kardinäle aus aller repräsentiert, die als „cardines“ – als Vorsther von römischen Kirchen gelten, die ihnen als Titelkirche bei ihrer Kardinalsernennung per Urkunde zugewiesen werden, selbst wenn sie ein eigenes Ortsbistum ausserhalb Roms und Italiens leiten. Die Zuweisung einer Titelkirche oder Diakonie ist deshalb mehr als eine symbolische Geste.

An dieser Vorrangstellung des Papstes für die lateinische Kirche hat auch das grosse morgendländische Schisma von 1054 nichts geändert. Zwar nimmt kein Vertreter der römisch-katholischen Kirche an der Wahl eines Patriarchen teil, ebenso aber auch kein orthodoxer Abgesandter an einem Papst-Konklave.

Auch die Frage, den Wählerkreis auf die Bischöfe der Welt auszudehnen, geht mit der Wahl des Bischofs von Rom nach traditionellem Verständnis (Wahl durch den stadtrömischen Klerus) offenbar nicht auf: Der Papst wäre dann nur der Präsident eines Weltepiskopates.

Alexander III legte im 3. Laterankonzil das ausschliessliche Wahlrecht des Kardinalskol-legiums endgültig fest und schloss damit jeden anderen Teilnehmer von der Wahl aus.

Den Vorschlag, die Vorsitzenden der Bischofskonferenzen am Konklave zu beteiligen, war bereits von Paul VI. unterbreitet worden, der ihn aber auf Anraten von Siri fallen liess, dabei hatten beim Konklave 1958 schon französische Kardinäle den damaligen Mailänder Erzbischof Montini als papabili ins Auge gefasst.

Allein das Kardinalskollegium der Heiligen Römischen Kirche. Die Kardinäle bleiben, wie seit 900 Jahren, die einzigen Wähler des Konklaves. Die Höchstzahl der Wahlberechtigten bleibt auf 120 beschränkt, obschon Johannes Paul II. im Februar 2001 die Zahl der Kardinäle erheblich erhöht hat und damit auch die Zahl der Stimmberechtigten (damals 135), wohl aber davon ausgehend, dass bis zum nächsten Konklave durch Erreichen der Altersgrenze bzw. Tod die Zahl sich wieder auf die Norm einpendeln dürfte. Zugelassen sind nur Kardinäle, die nicht älter als 80 Jahre sind. Als Stichtag gilt der Todestag des Papstes.

Das Gremium der Wähler um die Patriarchen der orientalischen Kirchen und die Ratsmitglieder des Generalsekretariats der Bischofssynode zu erweitern wurde schon im Geheimen Konsistorium vom 5. Dezember 1973 negativ entschieden, nach dem Paul VI. die Frage aufgeworfen hatte. Es dürfe von der uralten in Jahrhunderten bewährten kirchlichen Norm, die dem Kardinalskollegium die Wahl des Römischen Papstes vorbehält, nicht abgerückt werden. In der Apostolischen Konstitution „Romano Pontifici Eligendo vom 1. Oktober 1975 bestätigt.

Die Frage, ob Frauen oder Laien allgemein am Konklave teilnehmen sollten, hatte Anfang Mai 2001 der angesehene italienische Theologe Severino Dianich aufgeworfen. (vgl. „Famiglia Cristiana“ Anfang Mai 2001) . Der Kardinalsrang sei kein Weihesakrament, gehe auch nicht wie das Weiheamt und das Papsttum auf eine Stiftung Jesu zurück und sei auch nicht an das Bischofs- oder Priesteramt gebunden. Nur das Priestertum sei an das Mannsein gebunden, das Kardinalskollegium hingegen sei keine “sakramentale Institution”.

Freilich hat sich in der Praxis eingebürgert Kardinäle aus den Reihen der Bischöfe zu ernennen und einem zum Papst gewählten Kandidaten, der nicht die Bischofsweihe hat, diese sofort nach seiner Wahl zu spenden. Die Zulassung von Frauen zum Priesteramt wiederum hat Johannes Paul II definitiv ausgeschlossen.

Der letzte Kardinal ohne Priesterweihe war der Deutsche Theodulf Mertel (1806-1899), der als Kirchenstaatsminister unter Papst Pius IX. diente.

Die allerdings nur Kardinäle, die am Todestag des verstorbenen Papstes das 80. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Im Januar 89 hatten zehn Kardinäle (erfolglos) Johannes Paul II. gebeten, diese Entscheidung von Paul VI. als „ungerecht und falsch“ zu korrigieren. Auch ein 80jähriger sei noch durchaus imstande, eine verantwortbare Entscheidung zu treffen. Es sei diskriminierend, denn kein einziger demokratischer Staat (sic!) habe ein Wahlrecht mit einer Höchstalterklausel.

In seiner Konklave-Reform von 1970 (Motu proprio „Über die Beschwerlichkeit des Alters“ wollte Paul VI. die Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils gegen einen eventuellen „Gegenschlag der konservativen Kräfte“ (damals etwa Kard. Ottaviani und Kars.Staatsekretär Tisserant) absichern. Auch sollte die neue Ordnung in gewisser Weise die Struktur des Weltepiskopates im Konklave widerspiegelt, zumal Ortsbischöfe mit 75 in Rom um Entpflichtung von ihrem Amt einkommen müssen.

Am 28. September 2003 hat Papst Johannes Paul II die Namen von 31 neuen Kardinälen bekanntgegeben, von denen bei einem Konklave nach dem 21. Oktober 2003 ( dem Tag ihrer offiziellen Ernennung) 26 wahlberechtigt sind.

Im Februar 2001 hatte Johannes Paul II die von Paul VI. auf 120 Papstwähler festgelegte Höchstzahl überraschend auf 135 erweitert und diesen inzwischen auf 109 Wahlmänner zurückgegangene exklusiven Kreis erneut auf diese Zahl gebracht.

Über die Stimmberechtigung gehen intern die Meinungen auseinander: Während die einen davon Ausgehen, dass dies mit der öffentlichen Bekanntgabe des Namens gegeben ist, vertritt die andere Seite die Auffassung, Voraussetzung sei die Investitur, das heisst , wenn der Papst dem Kandidaten das Rote Birett (früher den Roten Hut) aufgesetzt hat. (im übrigen nicht als öffentliche Zeremonie vorgeschrieben.)

Begriff anklicken

Ad limina
Aggiornamento
Apostel
Apostolische Kammer
Apostolische Konstitution
Apostolische Sukzession
Apostolischer Palast
Apostolischer Segen
Apostolischer Stuhl
Audienzhalle "Paul VI."
Basilika
Basilika Santa Maria Maggiore
Bischof
Bischofskonferenz
Bulle
Camerlengo
Campagi
Campo Santo Teutonico
Castelgandolfo
Collegium Germanicum
Deutsche Päpste
Diakon
Dikasterium
Dogma
Engelsburg
Enzyklika
Eucharistie
Ex cathedra
Ferula
Fischerring
Heiliges Jahr
Hierarchie
Inquisition
Insignien
Inthronisation
Investiturstreit
Jesuiten
Johannes Paul II.
Jurisdiktionsprimat
Kardinal
Kardinalsfamilie
Kardinalshut
Kardinalspurpur
Kardinalstaatssekretär
Kardinalvollversammlung
Katakomben
Kathedra
Katholizismus
Kirche, Katholische Kirche
Kirchenstaat
Kolosseum
Kongregation
Kongregation für die Glaubenslehre
Konklave
Konkordat
Konsistorium
Konstantin
Konzil
Kurie
Kurienreform
Lateran - Lateranpalast/basilika
Lateranverträge
Liturgie
Liturgische Kleidung
Messe
Metropolit
Mitra
Mode - Kleriker-Bekleidung
Monsignore
Motu proprio
Novene
Nuntius
Ökumene
Orden
Osservatore Romano
Papstwahl
Päpstliche Insignien
Päpstliche Nobelgarde
Päpstliche Polizei
Päpstlicher Leibarzt
Päpstlicher Privatsekretär
Päpstlicher Segen
Päpstliches Geheimnis
Päpstliches Haus
Pallium
Papst-Kleidung
Papst
Papstamt
Papst-Emblem
Papst-Hymne
Papstliste
Papstmesse
Papstnamen
Papstorden
Papstschneider
Papstverzicht
Passetto
Patriarch
Personalprälatur
Petersdom - St. Peter
Peterspfennig
Petersplatz:
Petrus und Paulus
Petrusamt
Petrusgrab
Pontifikalschuhe
Prälat
Priester
Primat
Prozession
Radio Vatikan
Reliquie
Requiem
Resignation
Römische Kurie
Rom
Sagrato
Sakramente
Schlüsselgewalt
Schwarzer Adel
Schweizer Garde
Sedia gestatoria
Sedisvakanz
Segnung
Selige
Sepulcrum
Simonie
Sixtinische Kapelle
Staatssekretariat
Stundengebet/Brevier
Suburbikarische Bistümer
Synode
Theologie
Tiara
Titelkirche
Titularbischof
Unfehlbarkeit
Urbi et orbi
Vatikan
Vatikanische Grotten
Vatikanische Staatsflagge
Vatikanpost
Vigilanza, Corpo di
Zingulum, Cingulum
Zölibat
Zucchetto
Zweites Vatikanisches Konzil