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Zunächst aus säkularen Gründen Namensänderung. (Mancher Gewählte trug bis dahin einen heidnischen,
oder politisch vorbelasteten oder vulgären Namen. Petrus blieb dem Apostelfürsten vorbehalten). Seit 11. Jh. zunehmend mit neuem
Gewicht als Zeichen besonderer Würde, aber auch symbolisch als Hinweis, mit Übernahme des Petrusamtes zu einem „neuen Menschen“ geworden
zu sein.
Als erster hat der Apostel Petrus seinen Namen gewechselt. Jesus nannte ihn, der früher Simon hiess, Kephas, d.h.
der Fels. Bis zum Jahr 996 haben die Nachfolger ihren Taufnamen nicht geändert, mit drei Ausnahmen. Die Gewählten wollten ihre
Namen, die heidnischer oder „barbarischer“, dh. nichtgriechischer oder nichtlateinischer Herkunft waren, nicht in das heilige
Amt übernehmen.
Der erste, Mercurius, (533-535) wollte nicht den Namen einer römisch-heidnischen Gottheit beibehalten. Octavianus
nicht den des heidnischen Augustus, des Kaisers Octavian und der dritte, ein Pietro da Pavia, wollte sich nicht anmassen, Petrus
der Zweite zu sein und nannte sich Johannes XIV, (983-984). Pietro da Albano nannte sich Sergius IV. (1009-1012) und seit dieser Zeit wird der Namenswechsel zur Gewohnheit. Der Brauch lehnte
sich an die Übung in den Klöstern an, mit den Mönchsgelübden einen anderen Namenpatron zu wählen.
In dieser Zeit haben nur Hadriaan Florensz von Utrecht (Hadrian VI 1522-1523) und Marcellus Cervini aus Montepulciano
(Marcellus II. 10. April-1.Mai 1555, also nur 20 Tage) ihren Taufnamen beibehalten. Die römische Zahlenordnung setzt mit dem 10.
und 11. Jh. ein. Früher wurde der zweite des selben Namens als Junior bezeichnet, der nächste secundus junior. Mit Gregor III.
(731-741) beginnt die Reihung nach der römischen Ordinalzahl. Bis heute hat allerdings kein Papst den Namen Petri übernommen.
Die übrigen Namenswechsel begannen 996 mit einem deutschen Papst, Kardinal Bruno von Kärnten, der sich Gregor V. nannte, (996-999)
um sich bei den Römern beliebt zu machen. Seinem Beispiel folgte Gerbert aus der französischen Auvergne, der sich Silvester II.
nannte. (999-1003).
Zu den häufigsten Namen zählen Johannes, Gregor, Benedikt, Clemens, Leo, Innozenz, Pius, Bonifatius, Urban, Alexander,
Paul, Nikolaus und Martin. Mit Johannes Paul I. (1978) beginnt erst im 20. Jahrhundert die Reihe der Doppelnamen, fortgesetzt durch
den Polen Karol Wojtyla, der sich Johannes Paul II. nannte. Beide wollten damit das Ansehen ihrer Vorgänger Johannes XXIII. und
Paul VI. würdigen.
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