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Sind die Jesuiten „Soldaten des Papstes“?
Es stimmt, sie sind mit einem besonderen Gelübde dem Papst verpflichtet.
Dieses Gelübde beinhaltet, Aufträge des Papstes zu übernehmen.
Wegen dieser besonderen Bindung an den Papst wird den Jesuiten nachgesagt,
sie würden einen blinden Gehorsam leben, alles tun, was der
Papst ihnen vorgibt. So einfach ist es jedoch nicht.
Wenn man an einen Soldaten denkt, so hat man das Bild eines Befehle
ausführenden Mannes vor Augen, der blind einer höheren
Instanz untersteht. In diesem Sinne ist der Papst Befehlshaber über
die „Truppe“ der Jesuiten? Die Besonderheit des Ordens
ist zwar das Gelübde des Gehorsams gegenüber dem Papst,
jedoch bedeutet dies kein blindes Nachfolgen. Es heißt vielmehr,
dass jeder Jesuit bereit sein muss, sich dort einsetzen zu lassen,
wo er gebraucht wird. Der Begriff des Soldaten hat sich aus der Namensgebung
für den Oberen des Ordens, mit dem nicht der Papst, sondern
der „Superior Generalis“ (dt.: oberster Vorsteher), gemeint
ist. Aus dem Adjektiv ist dann das Substantiv „General“ geworden,
so wird der Ordensvorsteher der Jesuiten auch General oder Generaloberer
genannt, woraus sich die eben beschriebene Beziehung General – Soldat
ergibt.
Bei dieser missverständlichen Bezeichnung ist darauf zu achten,
dass der Begriff General hier nicht den höchsten Dienstgrad
im Militär in der uns heute bekannten Form meint, sondern aus
dem Lateinischen abgeleitet ist.
„Mobile Einsatztruppe des Papstes“ wäre als Bezeichnung
somit treffender, da das Ablegen des vierten Gelübdes, das neben
den Gelübden Armut, Ehelosigkeit und Ordensgehorsam endgültig
an den Orden bindet, ein großes Maß an Flexibilität
von den Ordensmitgliedern fordert. Dabei setzt der Papst selten selbst
die Jesuiten an den Orten ein, an denen sie gebraucht werden, sondern
wendet sich dazu an den Generaloberen. Dieser sucht daraufhin geeignete
Ordensmitglieder aus, die die neue Aufgabe am neuen Ort wahrnehmen
können, z.B. in einem afrikanischen Land eine theologische Ausbildungsstätte
aufzubauen.
„Omnia ad majorem Dei gloriam“
–„ Alles zur höheren
Ehre Gottes“,
so lautet das Leitmotiv der Jesuiten.
Christian Wode
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