| Der Kreuzstab des Papstes. Ein „Zeichen, andere zurechtzuweisen und zu leiten“ (aus dem Zermoniale der Laterankirche
des 16. Jahrhunderts, wenn der Prior dem neugewählten Papst die Ferula mit diesen Worten überreichte)
Ein Petrusstab, der nach einer frommen Legende, vom Apostelfürsten den Missionaren Eucharius,
Valerius und Maternus mitgegeben, die das Bistum Trier gegründet haben sollen. Maternus wurde erster Bishof von Köln. Schon im
Mittelalter gab es wegen dieser „Schenkung“ die liturgische Anweisung, dass der Papst, der sonst ohne Stab amtierte, beim Besuch
auf Trierer Territorium einen Krummstab (also den normalen Bischofsstab) trage.
Um die wertvolle Erinnerungsgabe kamen die beiden Bistümer bald in Streit und so wurde sie geteilt. Die beiden
Domstädte teilten sich schliesslich die kostbare Reliquie. Nach dem Ende des alten kurfürstlichen Erzbistums Trier kam nach der
Säkularisation von 1803 mit einem grossen Teil des Domschatzes auch der Trierer Anteil des Petrusstabes in Besitz des Hauses Hessen-Nassau
und wird jetzt im Limburger Domschatz aufbewahrt.
Der Hirtenstab, der anstelle der Krümme bei Bischöfen in ein Kreuz mündet, gehörte zwar schon immer zu den päpstlichen Insignien.
Seit dem 7. Jh. in der westlichen Kirche ist der Krummstab Zeichen des Hirtenamtes. Für Päpste wurde die Ferula geschaffen, mit
dem geraden, von einem Kreuz gekrönten Schaft. Aber die Päpste trugen ihn nicht bei Gottesdiensten und Amtshandlungen, sondern
er wurde dem Papst bei der Liturgie vorangetragen. Er nahm ihn nur zur Hand, wenn etwa bei einer Kirchweihe nach altem Ritus das
Alphabet in griechischen und lateinischen Buvhstaben auf den Fussboden geschrieben wurde.
Papst Paul hat gegen Ende des 2. Vatikanums die Ferula wieder zur Geltung gebracht und sie erstmals bei der Schlussfeier
am 8. Dezember 1965 während des Gottesdienstes getragen. Seine Nachfolger haben diesen Brauch übernommen. Johannes Paul II. ist
mir der Ferula fast physisch „verwachsen.“ Der Kreuzstab, von Paul VI. der an seine Nachfolger überging, ist ein Werk des italienischen
Bildhauers Lello Scorzelli aus Neapel. (s.a.Wandstücke in der Privatkapelle des Papstes – Kreuzweg und Abendmahl, Bronzebild Pauls
VI. in der St.Patricks-Kathedrale in New York zur Erinnerung des ersten Besuches eines Papstes in der Neuen Welt, Paul VI. im Oktober
1965, besonders bekannt das von Scorzelli geschaffene Südportal der Peterskirche
für Ehrengäste (Tor des Gebetes).
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