Im Alltag dient
das Wasser der Reinigung. Es ist mit der Kultform der rituellen
Waschung verbunden (daher auch das rituelle Händewaschen
des Priesters vor Beginn des Hochgebetes). Es ist ein zentrales
Symbol für das Leben und so auch für den Eintritt
in die christliche Gemeinschaft. In der Taufe, früher
durch Untertauchen, wie heute noch bei den Baptisten üblich,
entsteht aus Wasser und Geist neues Leben. Zugleich geschieht
die Reinigung von Sünde und Schuld. Im Akt der Taufe
wird der Getaufte so in das Wasser, das Symbol der Vergänglichkeit,
hineingenommen, daß er gleichsam symbolisch stirbt,
aber auch wieder in das Licht und das Leben aufgerichtet.
Dies ist das Sakrament für den Glauben: Sind wir mit
Christus gestorben, werden wir auch zum Leben auferstehen.
Durch das Hinzufügen des
Wassers zum Wein, im Mittelmeerraum ein üblicher Umgang
mit dem Getränk, wird auf das Einswerden von Gottheit
und Menschheit in Jesus Christus hingewiesen. Bei der Bereitung
des eucharistischen Mahles betet der Priester: "Wie
das Wasser sich mit dem Wein verbindet zum heiligen Zeichen,
so lasse uns dieser Kelch teilhaben an der Gottheit Christi,
der unsere Menschennatur angenommen hat."
Wasser ist jedoch, wie alle Symbole,
ambivalent: Als aufgewühltes Meer oder als Unwetter
ist es bedrohlich und kann den Menschen schwer schaden. Die
Wellenlinien, die das Wasser kräuseln, sind Zeichen
der Vergänglichkeit und so Ausdruck der menschlichen
Existenz.
Vgl. auch Weihwasser. |
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