Symbole&Kirchenraum

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Inhaltsverzeichnis

Achteck
Adler
Affe
Akelei
Alpha und Omega
Altar
Ambo
Amphore
Anker
Apfel
Apostel
Apostelleuchter/Apostelsäulen
Arche
Arkanthus
Auferstehung
Aura
Baldachin
Barock
Baum
Beichtstuhl
Bestiarium
Beule, Pestbeule
Brot und Wein
Chor
Christusbild
Drache
Dreifaltigkeit
Edelsteine
Ei
Ekklesia
Eucharistie
Evangelisten
Ewiges Licht
Fisch
Gabriel
Gold
Gotik
Hand
Hase
Heilige, Heiligenschein (Aura)
Herz
Himmelfahrt Jesu
Himmel
Hölle
Hungertuch
Jerusalem
Josef
Jüngstes Gericht
Kirche, Eclessia
König
Kranz
Kreuz
Kreuzweg
Krone
Lamm, Osterlamm
Löwe
Maria
Märtyrer
Majestas Domini
Mandorla

Messe, Eucharistie
Michael
Mond
Monstranz
Muschel
Neugotik-Neoromanik
Öl
Osten
Palmzweig
Paradies
Pelikan
Petrus
Pfau
Pinie
Pieta
Priester
Reliquien
Romanik
Rosenkranz
Sakramente
Schiff
Schlusssteine der Gewölbe
Schutzengel
Sonntag, Sabbat
Taberanakel
Taube
Teufel
Tiara
Tonnengewölbe
Tugenden
Tympanon
Votiv und Weihegaben
Wasser
Weihrauch
Weihwasser
Wein
Weltgericht
Wurzel Jesse
Zahlen

Paradies


Vorhof einer Kirche
In der mittelalterlichen Architektur bezeichnet „Paradies“ den mit Mauern und einem Säulengang umfriedete Vorhof von Gotteshäusern oder auch die mehrschiffigen Vorhallen zwischen den Westtürmen. Der Vorhof bzw. die Eingangshalle einer Kirche wird deshalb Paradies genannt, weil oft in der Mitte ein Brunnen zu finden und der Platz mit Bäumen und Pflanzen gestaltet ist. Paradies auch deshalb, weil es bereits zum Friedensbereich einer Kirche gehört und die Flüchtigen mit Erreichen des Paradieses Asyl fanden. Das Paradies wurde dann auch zum Begräbnisort. Der Name "Paradies" kommt im engeren Sinne von dem der Grabeskirche vorgelagerte Eingang, unter dem das Grab von Adam liegt, über dem nach der Überlieferung das Kreuz Jesu aufgerichtet war. Dem Paradies entspricht in der byzantinischen Bautradition der Narthex. Vielleicht spielte auch die Vorstellung mit, die Vorhalle der Kirche sei als Vorhimmel das ins Jenseits versetzte irdische Paradies.
Das Wort kommt aus dem Persischen und heißt Königsgarten. Es bezeichnet den in der Schöpfung erwähnten Garten Eden, aus dem das Menschenpaar Adam und Eva nach dem Sündenfall vertrieben wurde, und auf den sich die Sehnsucht der Menschen richtet. In der Geheimen Offenbarung heißt es: „Dann sah ich einen neuen Himmel und eine neue Erde.” Kap. 21,1
Wegen der Fruchtbarkeit und der Freude wurde das Paradies oft mit Wasser in Verbindung gebracht. Deshalb heißt es in der Geheimen Offenbarung: „Und er zeigte mir einen Strom, das Wasser des Lebens, klar wie Kristall; er geht vom Thron Gottes und des Lammes aus”. An diesem Pardiesesfluß wächst der Lebensbaum (vgl. Offb 22,2). Das Paradies ist Aufenthaltsort der Gerechten nach dem Jüngsten Gericht.

Eckhard Bieger S.J.


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