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Vorhof einer Kirche
In der mittelalterlichen Architektur bezeichnet „Paradies“ den
mit Mauern und einem Säulengang umfriedete Vorhof von Gotteshäusern
oder auch die mehrschiffigen Vorhallen zwischen den Westtürmen. Der
Vorhof bzw. die Eingangshalle einer Kirche wird deshalb Paradies
genannt, weil oft in der Mitte ein Brunnen zu finden und der Platz
mit Bäumen
und Pflanzen gestaltet ist. Paradies auch deshalb, weil es bereits
zum Friedensbereich einer Kirche gehört und die Flüchtigen mit
Erreichen des Paradieses Asyl fanden. Das Paradies wurde dann auch
zum Begräbnisort.
Der Name "Paradies" kommt im engeren Sinne von dem der Grabeskirche
vorgelagerte Eingang, unter dem das Grab von Adam liegt, über dem
nach der Überlieferung
das Kreuz Jesu aufgerichtet war. Dem Paradies entspricht in der byzantinischen
Bautradition der Narthex. Vielleicht spielte auch die Vorstellung
mit, die Vorhalle der Kirche sei als Vorhimmel das ins Jenseits versetzte
irdische
Paradies.
Das Wort kommt aus dem Persischen und heißt Königsgarten. Es
bezeichnet den in der Schöpfung erwähnten Garten Eden, aus dem
das Menschenpaar Adam und Eva nach dem Sündenfall vertrieben wurde,
und auf den sich die Sehnsucht der Menschen richtet. In der Geheimen Offenbarung
heißt es: „Dann sah ich einen neuen Himmel und eine neue Erde.” Kap.
21,1
Wegen der Fruchtbarkeit
und der Freude wurde das Paradies oft mit Wasser in Verbindung gebracht.
Deshalb heißt es in der Geheimen Offenbarung: „Und
er zeigte mir einen Strom, das Wasser des Lebens, klar wie Kristall;
er geht vom Thron Gottes und des Lammes aus”. An diesem Pardiesesfluß wächst
der Lebensbaum (vgl. Offb 22,2). Das Paradies ist Aufenthaltsort
der Gerechten nach dem Jüngsten Gericht.
Eckhard Bieger S.J.
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Beispielbild
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