Symbole&Kirchenraum

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Inhaltsverzeichnis

Achteck
Adler
Affe
Akelei
Alpha und Omega
Altar
Ambo
Amphore
Anker
Apfel
Apostel
Apostelleuchter/Apostelsäulen
Arche
Arkanthus
Auferstehung
Aura
Baldachin
Barock
Baum
Beichtstuhl
Bestiarium
Beule, Pestbeule
Brot und Wein
Chor
Christusbild
Drache
Dreifaltigkeit
Edelsteine
Ei
Ekklesia
Eucharistie
Evangelisten
Ewiges Licht
Fisch
Gabriel
Gold
Gotik
Hand
Hase
Heilige, Heiligenschein (Aura)
Herz
Himmelfahrt Jesu
Himmel
Hölle
Hungertuch
Jerusalem
Josef
Jüngstes Gericht
Kirche, Eclessia
König
Kranz
Kreuz
Kreuzweg
Krone
Lamm, Osterlamm
Löwe
Maria
Märtyrer
Majestas Domini
Mandorla

Messe, Eucharistie
Michael
Mond
Monstranz
Muschel
Neugotik-Neoromanik
Öl
Osten
Palmzweig
Paradies
Pelikan
Petrus
Pfau
Pinie
Pieta
Priester
Reliquien
Romanik
Rosenkranz
Sakramente
Schiff
Schlusssteine der Gewölbe
Schutzengel
Sonntag, Sabbat
Taberanakel
Taube
Teufel
Tiara
Tonnengewölbe
Tugenden
Tympanon
Votiv und Weihegaben
Wasser
Weihrauch
Weihwasser
Wein
Weltgericht
Wurzel Jesse
Zahlen

Neugotik und Neoromanik

Der katholische Kirchbau ab der Mitte des 19. Jahrhunderts

D as katholische Leben kam im Gefolge der napoleonischen Kriege und der Säkularisation in Deutschland fast völlig zum Erliegen. Praktisch alle Ordensniederlassungen waren aufgelöst. Reste eines katholischen Lebens gab es im Elsaß, teilweise im Rheinland und vor allem in Bayern. Doch Mitte des 19. Jahrhunderts hatte sich der Katholizismus wieder so revitalisiert, daß er im Revolutionsjahr 1948 eine entscheidende Rolle spielte und die protestantischen Fürsten, die durch die Säkularisation viele katholische Siedlungsgebiete hinzugewonnen hatten, zu einer größeren Religionsfreiheit gezwungen wurden. Getragen wurde dieser Aufbruch auch von den Ideen der Romantik, einer Gegenbewegung gegen den Intellektualismus der Aufklärung, die sich stark am Mittelalter orientierte.
Das 19. Jahrhundert ist in Deutschland auch die Zeit eines großen Bevölkerungswachstums und der Industrialisierung. Viele Menschen strömten in die Städte und viele Katholiken ließen sich in bisher rein protestantischen Gebieten nieder. Ein großes Bauprogramm war mit dem Entstehen neuer Stadtteile verbunden. Kirchen gaben diesen Neubaugebieten ein Zentrum und erhöhten den Wert der Baugrundstücke. Deshalb bauten Industrieunternehmen auf eigene Kosten Kirchen. Für die Zeit vor dem 1. Weltkrieg gab es kein eigenständiges theologisch inspiriertes Raumkonzept. Man baute im Rückgriff auf das Mittelalter neu-gotisch oder neo-romanisch. Die Aufklärung hatte die Kunst säkularisiert und die Jahrhunderte alte Verbindung von Kirche und Kultur war zerbrochen. Innerhalb der Kirche gab es bis zu den Nazarenern keine eigenständige Entwicklung. Erst in der Zwischenkriegszeit machten sich Architekten daran, die neu entwickelten Ideen zeitgenössischer Architektur auf den Kirchbau zu übertragen. Daran konnte man nach dem Zweiten Weltkrieg anknüpfen.

Eckhard Bieger S.J.


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