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Die Mutter Jesu begleitet
den gesamten Lebensweg Jesu, von der durch den Engel Gabriel verkündeten
Empfängnis bis zu dem Zeitpunkt,
an dem sie den toten Sohn in ihren Armen hält, und schließlich
an Pfingsten im Kreis seiner Jünger den Geist empfängt. Sie
ist ganz nahe dem inneren Weg der Erlösung und vermittelt dem, der
auf sie blickt, diese Nähe. Zugleich kann sich jeder mit seinen
Erfahrungen in ihrem Leben wiederfinden, in Glück und Leid. Viele
Mütter, die ihren Sohn hergeben mußten, weil Gewalt ihn genommen
hat, fühlen sich bei Maria aufgehoben.
Weil im Christentum eine Frau nicht als Göttin verehrt, ihr aber der
Titel ”Königin des Himmels” gegeben wurde, veränderte
sie auf besondere Weise die Sicht wie auch die Stellung der Frau.
Die Darstellung Mariens greift oft auf die Symbolik von Offb 12 zurück,
(vgl. Mond daher Darstellung als Mondsichelmadonna). Maria wird gedeutet
als Typus des gläubigen Gottesvolkes der Kirche wie auch als „neue
Eva”. Seit dem 4. Jahrhundert werden auf den Titel ”Maria” Kirchen
geweiht, der Name wird bevorzugter Taufname, zahlreiche Marienfeste
werden in das liturgische Jahr aufgenommen; das Lob Mariens wird
tägliche
Gewohnheit (Engel des Herrn, Marienpsalter). Das II. Vatikanische
Konzil (1962-65) hat Marias exemplarisches Menschsein vor Gott herausgestellt.
Ebenso ist sie Urbild der Kirche: Sie empfängt Christus, gebiert ihn
in den Getauften und verkündet ihn der Welt. Dargestellt wird Maria
oft mit dem Kind auf dem Schoß. Weiter finden sich in vielen Kirchen
Verkündigungsbilder mit dem Engel Gabriel, der ihr „verkündet“,
daß sie den Messias zur Welt bringen soll. Das Fest „Maria
Verkündigung" wird am 25. April gefeiert. Die „Heimsuchung“ bezeichnet
den Besuch Marias bei ihrer Kusine Elisabeth. Dieses Fest wird am
2. Juli gefeiert.
Darstellungen des Pfingstereignisses zeigen Maria inmitten der
Apostel, als der Geist auf die Jünger in Form von Feuerzungen herabkommt.
Maria mit dem toten Sohn wird auch Pieta genannt, das sich von “Verehrung” herleitet.
Das Altarmotiv der meisten Barockkirchen und bereits der Gotik ist
die Aufnahme
Mariens in den Himmel und ihre Krönung als Himmelskönigin.
Das Fest Mariä Himmelfahrt wird am 15.August gefeiert. Die Krone ist
Ausdruck dieser Erhöhung.
Eckhard Bieger S.J.
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Krönung Mariens, Bamberg

Pieta, Pfarrkirche
Kronenburg, Eifel
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