Symbole&Kirchenraum

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Inhaltsverzeichnis

Achteck
Adler
Affe
Akelei
Alpha und Omega
Altar
Ambo
Amphore
Anker
Apfel
Apostel
Apostelleuchter/Apostelsäulen
Arche
Arkanthus
Auferstehung
Aura
Baldachin
Barock
Baum
Beichtstuhl
Bestiarium
Beule, Pestbeule
Brot und Wein
Chor
Christusbild
Drache
Dreifaltigkeit
Edelsteine
Ei
Ekklesia
Eucharistie
Evangelisten
Ewiges Licht
Fisch
Gabriel
Gold
Gotik
Hand
Hase
Heilige, Heiligenschein (Aura)
Herz
Himmelfahrt Jesu
Himmel
Hölle
Hungertuch
Jerusalem
Josef
Jüngstes Gericht
Kirche, Eclessia
König
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Kreuz
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Krone
Lamm, Osterlamm
Löwe
Maria
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Majestas Domini
Mandorla

Messe, Eucharistie
Michael
Mond
Monstranz
Muschel
Neugotik-Neoromanik
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Osten
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Petrus
Pfau
Pinie
Pieta
Priester
Reliquien
Romanik
Rosenkranz
Sakramente
Schiff
Schlusssteine der Gewölbe
Schutzengel
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Votiv und Weihegaben
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Weihrauch
Weihwasser
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Zahlen

Überschrift


Feind des Menschen und Symbol der Auferstehung


Der Löwe hat eine zweifache symbolische Bedeutung. Er gilt als Feind des Menschen und wird mit dem Bösen identifiziert. Im 1. Petrusbrief wird der Böse in der Gestalt des Löwen gesehen: „Seid nüchtern und wachsam! Euer Widersacher, der Teufel, geht wie ein brüllender Löwe umher und sucht, wen er verschlingen kann.“ Kap. 5,8
Wie der Löwe kann das Böse den Menschen überwältigen. So findet sich der Löwe nicht selten in den Tiergestalten wieder, die in romanischen Kirchen das Böse symbolisieren.
Der Löwe ist jedoch zugleich Symbol für die Auferstehung. Das geht auf den Physiologus zurück, ein Tierbuch der Antike. Hier wird berichtet, daß die Löwin ihr Junges tot gebiert. Am dritten Tag kommt der Vater und erweckt es durch Brüllen zum Leben. Wie beim Osterhasen wird auch dem Löwen zugeschrieben, daß er mit offenen Augen schläft. Das Bild besagt, daß Jesus zwar gestorben ist, jedoch wieder zum Leben erweckt wurde.
Als Tier ist er dem Stamm Juda zugeordnet.
„ Ein junger Löwe ist Juda. Vom Raub, mein Sohn, wurdest du groß. Er kauert, liegt da wie ein Löwe, wie eine Löwin. Wer wagt, sie zu scheuchen? Nie weicht von Juda das Zepter, der Herrscherstab von seinen Füßen, bis der kommt, dem er gehört, dem der Gehorsam der Völker gebührt. Er bindet am Weinstock sein Reittier fest, seinen Esel am Rebstock. Er wäscht in Wein sein Kleid, in Traubenblut sein Gewand. Feurig von Wein funkeln die Augen, seine Zähne sind weißer als Milch;“ heißt es im Segen, der Jakob über seine Söhne spricht, Genesis 49, 9-12
Jesus kommt als Nachkomme Davids aus dem Stamm Juda, der im Süden angesiedelt war, Bethlehem ist die bekannteste Stadt dieses Stammesgebietes.
Daß dem Evangelisten Markus der Löwe als Tier zugeordnet ist, leitet sich davon ab, daß am Beginn des Evangeliums Jesus sich für 40 Tage in die Wüste, den Herrschaftsbereich des Lösen, zurückzieht.

Eckhard Bieger S.J.


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