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Wer eine Kirche betritt,
kann auf Versöhnung und Vergebung der ganz
persönlichen Verfehlungen und der eigenen Schuld hoffen. Die Vergebung
wird am Beginn einer Messe vom Altar aus allen zugesprochen und dem
einzelnen durch den Priester im Beichtstuhl. Der Priester sitzt in
der Mitte des
Gehäuses (daher Stuhl), der Beichtende kniet an der Seite. Meist können
Beichtende von beiden Seiten zum Beichtstuhl hinzutreten. Diese Form
der Vergebung ist im zehnten Jahrhundert von den irisch-schottischen
Missionaren nach Mitteleuropa gebracht worden. Der einzelne bekennt
seine Verfehlungen
nicht öffentlich vor der Gemeinde, wie es im ersten Jahrtausend Brauch
war, sondern nur dem Priester, der die Kirche vertritt und einer
strengen Schweigepflicht unterliegt. Nur der Papst kann ihn, sollte
er das Beichtgeheimnis
verletzt haben, wieder in das priesterliche Amt einsetzen. Der einzelne
klagt sich im Beichtstuhl an, er erhält als Ausdruck seines Willens
zur Wiedergutmachung eine Buße. Meist ist es die Auflage, ein Gebet
zu sprechen. Der Priester erteilt dann die Lossprechung, indem er
folgende Sätze über den Beichtenden spricht:
”
Gott, der barmherzige Vater, hat durch den Tod und die Auferstehung
seines Sohnes die Welt mit sich versöhnt, und den heiligen Geist gesandt
zur Vergebung der Sünden. Durch den Dienst der Kirche schenke er Dir
Verzeihung und Frieden. So spreche ich Dich los von Deinen Sünden
im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes. Amen.”
Daß der heilige Geist, der Geist Gottes, in dieser Lossprechung eine
zentrale Bedeutung erhält, geht auf das Johannesevangelium zurück,
das im Zusammenhang mit der Erfahrung des Auferstandenen, die die Jünger
am ersten Tag der anbrechenden Woche nach der Hinrichtung Jesu machten,
folgendes Wort überliefert: ”Er hauchte sie an und sprach zu
ihnen: ”Empfangt den heiligen Geist! Wem Ihr die Sünden vergebt,
dem sind sie vergeben; wem Ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert” (Joh
20,22).
Eckhard Bieger
S.J
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