Symbole&Kirchenraum

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Inhaltsverzeichnis

Achteck
Adler
Affe
Akelei
Alpha und Omega
Altar
Ambo
Amphore
Anker
Apfel
Apostel
Apostelleuchter/Apostelsäulen
Arche
Arkanthus
Auferstehung
Aura
Baldachin
Barock
Baum
Beichtstuhl
Bestiarium
Beule, Pestbeule
Brot und Wein
Chor
Christusbild
Drache
Dreifaltigkeit
Edelsteine
Ei
Ekklesia
Eucharistie
Evangelisten
Ewiges Licht
Fisch
Gabriel
Gold
Gotik
Hand
Hase
Heilige, Heiligenschein (Aura)
Herz
Himmelfahrt Jesu
Himmel
Hölle
Hungertuch
Jerusalem
Josef
Jüngstes Gericht
Kirche, Eclessia
König
Kranz
Kreuz
Kreuzweg
Krone
Lamm, Osterlamm
Löwe
Maria
Märtyrer
Majestas Domini
Mandorla

Messe, Eucharistie
Michael
Mond
Monstranz
Muschel
Neugotik-Neoromanik
Öl
Osten
Palmzweig
Paradies
Pelikan
Petrus
Pfau
Pinie
Pieta
Priester
Reliquien
Romanik
Rosenkranz
Sakramente
Schiff
Schlusssteine der Gewölbe
Schutzengel
Sonntag, Sabbat
Taberanakel
Taube
Teufel
Tiara
Tonnengewölbe
Tugenden
Tympanon
Votiv und Weihegaben
Wasser
Weihrauch
Weihwasser
Wein
Weltgericht
Wurzel Jesse
Zahlen

Beichtstuhl

Wer eine Kirche betritt, kann auf Versöhnung und Vergebung der ganz persönlichen Verfehlungen und der eigenen Schuld hoffen. Die Vergebung wird am Beginn einer Messe vom Altar aus allen zugesprochen und dem einzelnen durch den Priester im Beichtstuhl. Der Priester sitzt in der Mitte des Gehäuses (daher Stuhl), der Beichtende kniet an der Seite. Meist können Beichtende von beiden Seiten zum Beichtstuhl hinzutreten. Diese Form der Vergebung ist im zehnten Jahrhundert von den irisch-schottischen Missionaren nach Mitteleuropa gebracht worden. Der einzelne bekennt seine Verfehlungen nicht öffentlich vor der Gemeinde, wie es im ersten Jahrtausend Brauch war, sondern nur dem Priester, der die Kirche vertritt und einer strengen Schweigepflicht unterliegt. Nur der Papst kann ihn, sollte er das Beichtgeheimnis verletzt haben, wieder in das priesterliche Amt einsetzen. Der einzelne klagt sich im Beichtstuhl an, er erhält als Ausdruck seines Willens zur Wiedergutmachung eine Buße. Meist ist es die Auflage, ein Gebet zu sprechen. Der Priester erteilt dann die Lossprechung, indem er folgende Sätze über den Beichtenden spricht:
” Gott, der barmherzige Vater, hat durch den Tod und die Auferstehung seines Sohnes die Welt mit sich versöhnt, und den heiligen Geist gesandt zur Vergebung der Sünden. Durch den Dienst der Kirche schenke er Dir Verzeihung und Frieden. So spreche ich Dich los von Deinen Sünden im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes. Amen.”
Daß der heilige Geist, der Geist Gottes, in dieser Lossprechung eine zentrale Bedeutung erhält, geht auf das Johannesevangelium zurück, das im Zusammenhang mit der Erfahrung des Auferstandenen, die die Jünger am ersten Tag der anbrechenden Woche nach der Hinrichtung Jesu machten, folgendes Wort überliefert: ”Er hauchte sie an und sprach zu ihnen: ”Empfangt den heiligen Geist! Wem Ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem Ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert” (Joh 20,22).

Eckhard Bieger S.J


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