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Im Baum sehen wir das Ganze
in organischem Zusammenhang. In der Senkrechten wurzelt ein Baum
in der Erde und berührt mit seinem Wipfel den Himmel.
Solange man sich die Erde als Scheibe vorstellte, von Wassern umgeben,
war ein Baum die Achse, um die sich der Himmel dreht.
Der Weihnachtsbaum ist als ein solcher Weltenbaum zu verstehen. Die
Sterne an dem Baum stehen für das, sich vom Blickwinkel des Menschen
aus, drehende, Firmament. Oben verkündet der Engel die Menschwerdung,
die unten im Stall von Bethlehem für den Menschen ansichtig wird.
Der siebenarmige Leuchter, der im Jerusalemer Tempel aufgestellt
wurde und von dem sich Nachbildungen in den Synagogen und auch in vielen
Kirchen finden, wird in der Bibel ebenfalls als Baumsymbol verstanden: ”Der
Leuchter, sein Gestell und sein Schaft, seine Kelche, Knospen und Blüten
waren aus einem Stück getrieben. Von seinen Seiten gingen sechs Arme
aus, drei Leuchterarme auf der einen Seite und drei Leuchterarme auf der
anderen Seite. Der erste Arm wies drei mandelblütenförmige Kelche
auf mit je einer Knospe und einer Blüte, und der zweite Arm wies drei
mandelblütenförmige Kelche auf mit je einer Knospe und einer
Blüte, so alle sechs Arme, die von dem Leuchter ausgingen ... Die
Knospen und Arme bildeten mit dem Schaft ein Ganzes”. (Ex 37,17b-19.22a)
Der Baum als Säule, die mit ihrem Schatten den Lauf der Sonne aufzeichnet,
ist der ? Obelisk.
Das Kreuz ist der Baum des Lebens. Es steht über dem Grab Adams, der
vom verbotenen Baum der Erkenntnis gegessen hat. So heißt es im letzten
Buch der Bibel im Gegenbild zum Paradiesesbaum: Wer Ohren hat, der höre,
was der Geist den Gemeinden sagt: „Wer siegt, dem werde ich zu essen
geben vom Baum des Lebens, der im Paradies Gottes steht.“ Offenbarung,
2,7
Der Baum als Symbol für das Leben wird im gleichen Buch entfaltet: „Und
er zeigte mir einen Strom, das Wasser des Lebens, klar wie Kristall; er
geht vom Thron Gottes und des Lammes aus. Zwischen der Straße der
Stadt und dem Strom, hüben und drüben, stehen Bäume des
Lebens. Zwölfmal tragen sie Früchte, jeden Monat einmal; und
die Blätter der Bäume dienen zur Heilung der Völker“.
Kap. 22,1-2
Eckhard Bieger
S.J
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