Zur Einführung:
Da Symbole wie auch Sakramente auf eine nicht-materielle
Wirklichkeit hindeuten, muß man sie zu lesen verstehen.
Hier ist ein Wörterbuch zusammengestellt, das auch dazu
dienen soll, die mittelalterlichen und barocken Kirchen
mit ganz anderen Augen zu betrachten, weil diese Kirchen
immer den Himmel darstellen.
Symbol heißt griechisch das "Zusammengeworfene"
Zusammengeworfen wurden die Teile eines auseinandergebrochenen
Tontäfelchens. Es bestätigte den Freundschaftsbund,
beide nahmen einen Teil mit, beim Wiedertreffen zeigte sich,
ob die Tonscherben sich lückenlos zu einer Tafel verbanden.
Auch ein auseinandergebrochener Ring konnte als Symbol dienen.
Der erweiterte Symbolbegriff hat die ursprüngliche Bedeutung
erweitert: Zwei Seiten, zwei Ebenen, zwei Welten werden im
Symbol zusammengebracht. Die Christen haben aus der
Antike viele Symbole übernommen und eigene entwickelt, z.B.
das Achteck für ein Taufbecken oder die Kuppel einer romanischen
Kirche, das den achten Tag als Tag der Auferstehung und damit
den Beginn des neuen Lebens bezeichnet. Das Ursymbol des
Christentums ist der Mensch gewordene Gott, er vereint Erde
und Himmel, er verbindet das Menschliche mit dem Göttlichen.
Im sichtbaren Symbol ist eine andere Wirklichkeit anwesend.
Das ist auch die christliche Umdeutung des Wortes Sakrament. Es
heißt ursprünglich die Weihe zum Kriegsdienst, es kommt vom
lateinischen "sacer", das für den abgegrenzten heiligen Bezirk
steht. Die Sakramente der christlichen Kirche haben die gleiche
symbolische Doppelheit, ein sichtbares Zeichen wie z.B. Wasser, Öl,
Brot deuten auf einen religiösen Gehalt. Mittels des äußeren
Zeichens handelt Gott, schenkt die Taufe, das eucharistische
Brot, eine Weihe.
Autor des Lexikons: Dr.
Eckhard Bieger SJ
technische Umsetzung: M. Kraska und J. Pelzer nach einer Vorlage von R. Jouaux
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