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Orden - Vereine und Presse

Die zwei Jahrzehnte zwischen 1850 und 1870 waren bestimmt durch die Gründung von Vereinen und Gemeinschaften, deren Spannbreite von rein religiösen Aspekten über religiös-kulturelle, religiös-soziale bis hin zu politischen Zielen bestimmt waren. Unter neu entstandenen religiösen Gemeinschaften waren es vor allem Orden und Genossenschaften, die entweder wiederbelebt oder neu gegründet wurden. Viele dieser neuen Genossenschaften widmeten sich der Alten- und Krankenpflege sowie der Waisen. In diese Zeit fiel aber auch die Gründung des Borromäusvereins in Bonn (1844), dessen Ziel und Aufgabe es war, „gute Literatur“ zur Geistes- und Charakterbildung zu verbreiten. Von ganz besonderer Bedeutung war die Gründung des „Gesellenvereins“ durch Adolf Kolping. Aus dem „Katholischen Verein Deutschlands“, 1848 in Mainz gegründet, entwickelten sich die damals noch jährlich stattfindenden Katholikentage, als Dachorganisation der katholischen Vereine Deutschlands. Der heutige Name ist: Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK). Noch eine weitere Gruppierung entwickelte sich aus dem Katholischen Verein Deutschlands. 1852 nannte sie sich Katholische Fraktion und ab 1859 Zentrum.

Von ganz entscheidender Bedeutung für das Wiedererstarken der katholischen Kirche als gesellschaftliche und politische Kraft war die neu gewährte Pressefreiheit. In Mainz 1821 und in Speyer 1827 entstand „Der Katholik“. Von hier aus kam es zu einer „Kirchenblattentwicklung“. In München wurde 1828 „Eos“ gegründet und zehn Jahre später die „Historisch-politischen Blätter“, dann 1840 in Freiburg das „Süddeutsche Katholische Kirchenblatt“ und in Düsseldorf schließlich entstand 1844 das „Rheinische Kirchenblatt“. Als 1844 die Pressezensur aufgehoben wurde, entstanden als katholische Tageszeitungen in Aachen „Echo der Gegenwart“, in Mainz das „Mainzer Journal“ und in Köln die „Rheinische Volkshalle“. Dieser Name wurde später zunächst in „Katholische Blätter“, und dann in „Kölnische Volkszeitung“ umgewandelt.

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