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Polen ging eigene Wege

Otto der Große hatte den Plan, in Magdeburg das Erzbistum des östlichen Abendlandes zu gründen. Sein Wunschtraum ging nicht in Erfüllung, weil sich in Polen eine eigenständige Kirche entwikkelte. Herzog Mieszko (ca. 960-992) hatte eine Tochter des christlichen Herzogs von Böhmen geheiratet und sich selbst bald darauf taufen lassen. Die christliche Prinzessin hatte auch einen Bischof mit nach Polen gebracht.

Das 968 gegründete Bistum Posen wurde zunächst dem Erzbistum Magdeburg unterstellt. Der Nachfolger Mieszkos, Boleslaw I. Chrobry (992-1025), nahm den Königstitel an und führte die Christianisierung weiter. Er ließ den von den Preußen an der Weichselmündung erschlagenen Missionar Adalbert von Prag (+ 997) in Gnesen beisetzen. Eine besondere Verehrung brachte Kaiser Otto III. diesem böhmischen Märtyrer entgegen. Er pilgerte im Jahre 1000 zu seinem Grab nach Gnesen. Im gleichen Jahr wurde auch das Erzbistum Gnesen gegründet. Suffraganbistümer waren Kolberg, Krakau und Breslau. Anfangs konnte sich Posen der Eingliederung nach Gnesen noch widersetzen. Vom Jahre 1002 an gehörte Posen auch zu Gnesen. Damit war eine eigenständige und von Deutschland abgetrennte Kirche entstanden, die trotzdem immer um enge Verbindungen mit der römischen Kirche und der Kultur des Abendlandes bemüht war. Eine ähnliche Entwicklung zur Eigenständigkeit entwickelte sich in Ungarn.

Die Kirche der nordischen Länder wurde 1103 selbständig und vom Erzbistum Bremen-Hamburg abgetrennt. Für die nordischen Länder wurde die Metropole Lund für die Länder Dänemark, Schweden und Island errichtet. Damit war die Mission von deutschem Boden aus abgegrenzt und die deutsche Kirche auf Mitteleuropa begrenzt.

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