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Die Mission der Slawen

Karl der Große hatte an Elbe und Saale seine Eroberungszüge beendet, da er es nicht vermochte, die Slawen militärisch zu bezwingen. Es ging nur um Grenzsicherung. Die wichtigste Aufgabe für die kommenden Jahrhunderte war, die Slawenvölker zu missionieren. Es hatte schon erste Ansätze unter Karl dem Großen gegeben. So hatte er Bischof Berowelf von Würzburg den Auftrag erteilt, Kirchen für die zum Christentum bekehrten Wenden im Bereich von Main und Regnitz zu erbauen. Ein erster engerer Kontakt mit den Slowenen entstand, als sie bei den Bayern Schutz gegen die Awaren suchten. Sie baten Bischof Virgil von Salzburg, Missionare zu entsenden. Als aber diese Mission durch den Tod des christenfreundlichen Herzogs gefährdet war, unterwarf der Bayer, Herzog Tassilo 772 das Fürstentum. Tassilo ließ als erste Stützpunkte für die Slawenmission die Klöster Innichen (769) und Kremsmünster (777) errichten. Nach Tassilos Sturz kümmerte sich Karl selbst um diese bayerischen Grenzgebiete. Seine Siege über das Reitervolk der Awaren, das im Gebiet des heutigen Ungarn siedelte, brachten weitere slawische Fürstentümer unter die Herrschaft der Franken. Die Mähren und Kroaten gehörten bereits zu dem fränkischen Missionsfeld, das sich auf die Südslawen beschränkte.

Anders verliefen die Missionsbestrebungen unter den Sachsen. König Heinrich I., der sein Einflußgebiet über die Elbe hinaus in das wendische Gebiet ausdehnte, verband seine Eroberungen nicht mit der Christianisierung der Unterworfenen. Er behandelte die Wenden einfach als Verachtete. Missionsbestrebungen aber gab es so gut wie keine.

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