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Die Sachsenmission und Karl der Große

Eines der zentralen Anliegen von Bonifatius war die Missionierung der Sachsen. Doch er sollte dieses nicht mehr erleben. Die entscheidende Frage war, wie sollten die Sachsen angesichts ihrer Ablehnung des Christentums in ein fränkisches Großreich eingegliedert werden? Bei der engen Verflechtung von politischer und religiöser Ordnung schien dies kaum denkbar zu sein. So vermischten sich Eroberung und Bekehrung in einer „Schwertmission“. Karls Biograph Einhard berichtet, der Herrscher habe den Kampf so lange führen wollen, bis die Sachsen entweder besiegt und der christlichen Religion unterworfen oder total vernichtet seien. Die sogenannten Sachsenkriege Karls des Großen zogen sich insgesamt über dreißig Jahre, von 772 bis 804, hin. Die unterworfenen Sachsen gelobten die Annahme des christlichen Glaubens und die Anerkennung der fränkischen Oberherrschaft.

782 rächten die Franken eine ihnen beigebrachte schwere Niederlage durch das „Blutbad von Verden“. Nach nicht eindeutigen Angaben in den Reichsannalen sollen 4500 Sachsen umgekommen sein. Widukind, der Sachsenführer, selbst konnte fliehen. Jedoch ergab er sich nach weiteren Niederlagen und ließ sich 785 in der Pfalz zu Attigny taufen. Karl der Große übernahm die Patenschaft. Dies bedeutete das Ende der blutigen Sachsenkriege, und eine Phase der Festigung und der kirchlichen Organisation des sächsischen Christentums konnte beginnen.

Auf der Synode in Bayern 796 betonten die Bischöfe, daß die Bekehrung nicht Menschenwerk, sondern Werk Gottes sei. Sie wandten sich gegen Massentaufen und stellten heraus, daß der Taufe die Unterweisung vorauszugehen habe. Dieser Kritik stimmten auch die Berater Karl des Großen, vor allem der Leiter der Hofschule und Abt des Martinsklosters in Tour, der Angelsachse Alkuin, zu. Ferner waren die Bischöfe gegen Karls Umsiedlungspolitik und die Zehntleistung der Sachsen, die keine Steuern kannten. Die Einwände blieben nicht wirkungslos auf den Herrscher und 797 milderte er die „Capitulare Saxonicum“ ab.

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