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Hilfe durch angelsächsische Missionare

Es waren angelsächsische Missionare, die halfen, die Kirche in Germanien zu ordnen. Sie bauten ihre Arbeit auf drei Eckpfeilern auf:
  1. Anlehnung an die politische Macht der Franken
  2. stete Rückverbindung an die angelsächsische Heimat und permanente Entsendung von neuen Missionaren
  3. enge Verbindung in der Missionstätigkeit mit Rom
Durch diese starke Bindung an Rom entstand gleichzeitig eine große Verehrung des hl. Petrus und ein lebhaftes Wallfahrtswesen zu den Gräbern der beiden Apostel Petrus und Paulus. Es war also die romverbundene Landeskirche in Angelsachsen, die zum Leitbild der Festlandmission wurde.

Der bedeutendste der angelsächsischen Festlandsmissionare war Bonifatius. Sein Wirken kann als die entscheidenste und wichtigste Phase für die Missionierung Germaniens bezeichnet werden. Sein Wirken läßt sich in den vier Stichworten zusammenfassen: Bonifatius hat missioniert, organisiert, reformiert und zentralisiert. Der Kirchenhistoriker Lortz umschrieb seine Arbeit: Das Wirken des Heiligen führte zur „romverbundenen Landeskirche“.

Eine neue Phase seiner Missionstätigkeit wurde 722 durch seine zweite Romreise eingeleitet. Papst Gregor weihte ihn zum Bischof ohne festumgrenzte Diözese, und er mußte versprechen, keine Gemeinschaft mit den Bischöfen zu haben, die die kanonische Ordnung nicht einhielten. Er solle gegen diese vorgehen oder wenigstens dem Papst berichten. Der Empfang der Bischofsweihe - allerdings machte ihn die Verpflichtung dem Papst gegenüber, die er eingehen mußte, bis zu seinem Tode ängstlich - war die eine Säule für seine weitere Arbeit. Die zweite Säule wurde durch den fränkischen Hausmeister Karl Martell errichtet. Er stellte Bonifatius einen Schutzbrief aus. Dieser war nicht weniger wichtig als der päpstliche Auftrag , um den fränkischen Klerus wieder zu einem kanonischen Leben zu führen.

In Geismar fällte er 723/24 die dem Gott Donar geweihte Eiche. Das Motiv für die Fällung dürfte gewesen sein, Bonifatius wollte den Hessen zeigen, nicht der heidnische Gott, sondern der christliche Gott ist der Stärkere. Bei dem fränkischen Adel und Klerus stieß Bonifatius bei der Durchsetzung der kanonischen Ordnung auf Widerstände. In dieser Situation bekam er durch Rom erneut den Rücken gestärkt. Papst Gregor III. ernannte ihn zum Erzbischof und erteilte ihm das Recht und den Auftrag zur Bischofsweihe. Das zweite Stichwort, mit dem das Wirken Bonifatius beschrieben werden kann, ist Organisation. Um den missionierten Raum zu sichern, gründete er vier Bistümer: Eichstätt, Würzburg, Buraburg (bei Fritzlar) und Erfurt. Buraburg und Erfurt gingen nach dem Tode des jeweiligen Bischofs im Bistum Mainz auf. Ferner ordnete er die Kirche ín Bayern neu. Er besetzte die bereits bestehenden oder wiederbelebten Bistümer Passau, Regensburg, Freising und Salzburg mit herausragenden Bischöfen.

Die wohl schwierigste Aufgabe lag in der Reform der Kirche. Sie war als Staats- oder Landeskirche ganz in der Hand des Adels. Es gab Bischöfe, die den Fürsten glichen, Krieg und Jagd der Seelsorge vorzogen und ihr Bistum wie ein weltliches Amt an die eigenen Söhne weitergaben. Mit Hilfe führender fränkischer Bischöfe und der Hausmeister Pippin und Karlemann gelang es, auch diese Aufgabe zu bewältigen und sie durch die sogenannten „concilia Germanica“ (Reichssynoden) festzuschreiben. Die so geschaffene Einheit im Kirchen- und Eherecht, im Ordnungswesen, der Liturgie und des Festkalenders förderte neben der innerkirchlichen Struktur auch die politische Einheit des Frankenreiches.

Das letzte Prinzip im Leben Bonifatius war das der Ordnung. Hier ging es ihm in erster Linie darum, den gesamtkirchlichen Zusammenhalt herzustellen. Dieser Zusammenhalt wurde durch ihn vor allem brieflich hergestellt. Auf diesem Wege schuf er die enge Verbindung zwischen der fränkischen Landeskirche und Rom.

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