------Freizeit und Tourismusseelsorge

Katholische Arbeitsgemeinschaft Freizeit und Tourismus (KAFT)
 
 

 
 
 

Die Touristenseelsorge ist eine wichtige Ergänzung zur Seelsorge im Herkunftsort der Urlauber, denn viele Touristen die im Urlaub einen Gottesdienst oder eine kirchliche Veranstaltung besuchen, haben in der Heimat keinen Kontakt zu ihrer Ortspfarrei, und erleben oft auch die Weihnachtsfeier oder das Osterfest in einem Urlaubsort im In- oder Ausland.

Die Weggemeinschaft Kirche muss heute mehr denn je, das Unterwegssein der Menschen, die mobile Gesellschaft und die häufige auch innere Rastlosigkeit und Suche der Menschen ernst nehmen, und Zeichen der Solidarität, der Wegbegleitung und der Nähe setzen.

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Urlaub

Die Zeit ist heute subjektiv so wertvoll geworden, dass sie einfach genutzt werden muss - um möglichst viel zu erleben und möglichst wenig zu verpassen. (..) Gut ein Viertel der Bundesbürger haben die Befürchtung, am Leben vorbei zu leben, wenn sie sich nicht regelmäßig in ihrer Freizeit in Bewegung setzen. (Horst W. Opaschowski, BAT Freizeit - Forschungsinstitut)

Der christliche Sinn der Freizeit besteht darin, dass sie dem Menschen als Freiraum gegeben ist, um sich aus der Sklaverei des Wettlaufs nach Produktivität, nach wirtschaftlicher Macht und Konsum zu befreien.

Der Sonntag, als Symbol unserer Freizeit im christlichen Sinne, gibt ihr eine Dimension der Erlösung, der Befreiung. Mit Christus erlebt kann freie Zeit, ein Raum der Selbstwerdung sein: Der Gabe, des Teilens, der Geschwisterlichkeit und schließlich der Liebe und des Glücks, denn befreite Zeit ist Feier, Fest.

Während die Arbeit Reichtümer und Güter produzieren kann, stellt die Freizeit verstärkt die Frage nach dem Sinn.

Für Pfarrer und hauptamtliche Seelsorger und Seelsorgerinnen gilt heute mehr denn je, dass sie die Menschen dort aufsuchen müssen, wo sie sind. Wenn die Menschen nicht mehr in die Kirche kommen, müssen sie dorthin gehen wo die Menschen sind. Das trifft zu für die Freizeit an den Wochenenden und Feiertagen und insbesondere die Urlaubswochen.

Besonders während dieser Zeiten muss die Kirche verstärkt in den ausländischen Feriengebieten und auf den einheimischen Campingplätzen z. B. in Bayern, in der Eifel oder an der See im Norden Deutschlands, aber auch in Rimini, Jesolo oder auf den Kanarischen Inseln präsent sein, die Gunst der Stunde nutzen und das Gespräch mit Christen da suchen, wo sie weit weg von ihren Alltagssorgen auf der Suche nach sich selbst sind.

Gerade auch bei der Begegnung mit fremden Kulturen und Religionen besinnen sich viele Menschen auf ihren eigenen Glauben.

Die Touristenseelsorge möchte dazu beitragen, dass die Menschen wieder zu sich selbst finden. Rekreation spielt eine wichtige Rolle, um die Beziehung zum Mitmenschen, zur Umwelt und Schöpfung und zu Gott wieder ins rechte Lot zu bringen. Ein Urlaub in dem das geschieht, ist ein gelungener Urlaub. Ein gut gestalteter Gottesdienst, ein Gespräch, ein interessanter Vortrag, ein Kirchenkonzert oder eine gute Kirchenführung, all dies sind Möglichkeiten, für die der Mensch in der Freizeit aufgeschlossener ist als in der Zeit der beruflichen Anstrengung. Der Mensch im Urlaub kann zur Ruhe kommen und Sehnsüchte werden in ihm geweckt nach dem, was seine eigentliche Bestimmung ist.

Natürlich brauchen die Entwicklungen und verschiedenen Formen des Tourismus auch eine kritische Begleitung durch die Kirchen. Der Tourismus gefährdet kulturelle Strukturen, missbraucht oft Menschen, Landschaften und Kulturen. Auch darin muss die Kirche ihre Aufgabe in der Touristenseelsorge sehen.

Auf den Kanarischen Inseln fällt auf, dass zunehmend mehr Menschen aus Deutschland, ähnlich wie in Südspanien und auf Mallorca, ihren zweiten Wohnsitz dort nehmen. Während das milde und gesunde Klima vor allem ältere Menschen zu diesem Ortswechsel motiviert, sind in den letzten Jahren aber auch immer mehr Menschen zu beobachten, die in der Lebensmitte noch einmal von vorne beginnen wollen, sei es, um eine neue Existenz zu gründen, oder auf der Suche nach mehr Lebensinhalt.

Die vielen Dienstleistungsbetriebe für deutsche Kurz- oder Langzeiturlauber ziehen immer häufiger auch jüngere Altersgruppen an, die eine Zeit- oder Dauerbeschäftigung in den großen touristischen Zentren suchen. Nicht immer werden die Erwartungen dieser Menschen erfüllt.

Wir können nicht auf Ergebnisse einer dringend notwendigen Feldstudie zurückgreifen, haben jedoch in Gesprächen und Beobachtungen den Eindruck erhalten, dass es viele Menschen gibt, - die sich einsam und heimatlos fühlen, - die sich nicht in die andere soziokulturelle Realität integrieren, - die sich isolieren, weil sie keine oder unzureichende Sprachkenntnisse besitzen, - die gescheitert sind und die Rückkehr nach Deutschland scheuen, - die krank, drogen- oder medikamentensüchtig und/oder pflegebedürftig sind, - die am oder unter dem wirtschaftlichen Existenzminimum leben, - die mit ihrer Freizeit nichts anzufangen wissen.

Für diese und andere Anliegen und Nöte gibt es bisher kaum adäquate Angebote und Unterstützung. Eine situations- und bedürfnisgerechte Seelsorge mit ergänzender sozialer Arbeit scheint dringend erforderlich. Die zunehmende Mobilität stellt also auch in diesem Bereich das Auslandssekretariat und die Auslandsseelsorge vor neue Aufgaben.

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Touristenzahlen


Wohin die Deutschen im Jahr 2002 reisten

 

Besucher aus Deutschland

Spanien

8,20 Mio.

Italien

5,60 Mio.

Österreich

4,90 Mio.

Frankreich

2,00 Mio.

Griechenland

2,20 Mio.

Skandinavien

2,00 Mio.

Kroatien, Slowenien

Ehem. Jugoslawien

2,00 Mio.

Ungarn

1,50 Mio.

Türkei

3,70 Mio.

Nordamerika

1,10 Mio.

Fernreisen

3,30 Mio.

(Quelle: F.U.R. und "touristik aktuell")

 


Touristenseelsorge in Kärnten/Österreich