Auslandsseelsorge
Auslandsseelsorge, die Seelsorge für "Menschen unterwegs" war ursprünglich in besonderer Weise ein Dienst für Menschen, die sich außerhalb ihrer Heimat und ihres kulturellen Umfeldes eine neue Existenz aufbauen wollten oder mußten.
Heute steht die Auslandsseelsorge vor neuen Aufgaben und Herausforderungen. Die moderne Mobilität wird mehr und mehr zu einem Charakteristikum unserer Zeit, die nicht ohne Auswirkungen auf die territorial strukturierte Kirche und die Ortsgemeinden bleibt. Viele Großstadtgemeinden erleben eine hohe Fluktuation ihrer Gemeindemitglieder. In den deutschsprachigen Auslandsgemeinden ist diese Fluktuation häufig noch ausgeprägter. Viele Entsandte von Firmen und Konzernen sind häufig nur 3-5 Jahre an einem Ort tätig. Identitätsverlust, Entwurzelung und bei vielen jungen Menschen eine wachsende Unfähigkeit, sich zu binden, sind erkennbare Folgen. Das Leben im Ausland, besonders außerhalb des eigenen Kulturraumes, bringt viele Unsicherheiten mit sich, ganz zu schweigen vom nicht seltenen Klima- und Kulturschock. Berufliche und familiäre Probleme wiegen häufig um ein vielfaches schwerer als im angestammten Lebensraum. Es fehlen Gesprächspartner und Beratungseinrichtungen.
Auslandsseelsorge hat deshalb nicht nur die notwendige Hilfe zur Sozialisierung im Glauben zu leisten, sondern ein ganzes Spektrum von Angeboten bereitzuhalten, das mit den liturgischen Feiern und der Hinführung zu den Sakramenten beginnt, sich fortsetzt in einer kompetenten Beratung in Ehe-, Familien- und Lebensfragen und nicht zuletzt das kulturelle Leben in der Gemeinde fördert und damit die Identitätsfindung unterstützt, die wichtige Voraussetzung ist für das Respektieren anderer Kulturen und zur Toleranz befähigt.
Statistik Auslandsseelsorge 1997
Statistik Auslandsseelsorge 1996
Statistik Auslandsseelsorge 1995