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Heiligenkreuz – Zisterzienserabtei Stift Heiligenkreuz
Adresse:
A-2532 Heiligenkreuz 1. Internet:
www.stift-heiligenkreuz.at Anfahrt Heiligenkreuz liegt 15 km südwestlich von Wien
im südlichen Wienerwald. Von den Bahnstationen Mödling oder Baden
Busverbindungen nach Heiligenkreuz; direkte Busverbindung von Wien aus. Geschichte Das Zisterzienserkloster wurde am 11. September 1133 von Markgraf Leopold III. aus dem Geschlecht der Babenberger gegründet. Es ist eines jener 300 Klöster, die noch zu Lebzeiten Bernhards von Clairvaux († 1133) entstanden sind. Heute ist es das einzige Kloster des Ordens, das ohne jede Unterbrechung besteht. Heiligenkreuz hat u. a. die Klöster Zwettl (1138), Lilienfeld (1202) und das Priorat Bochum-Stiepel (1988) im Ruhrgebiet gegründet. Die Mönche brachten ihre Weinreben aus Burgund mit und begründeten so durch ihr Weingut in Thallern den weltberühmten Weinbau von Gumpoldskirchen. Die Heiligenkreuzer Weine sind auch heute von ausgezeichneter Qualität. Die romanisch-gotische Klosteranlage wurde in den ersten hundert Jahren erbaut und 1240 eingeweiht, der Chor 1295. 1188 schenkte Markgraf Leopold V. die Reliquie vom Kreuz Christi. Nach der teilweisen Zerstörung durch die Türken (1683) wurde das Kloster mit barocken Zubauten wieder aufgebaut. Einen völligen Neubau im barocken Stil konnte man sich nicht leisten, sodass die mittelalterliche Bausubstanz erhalten blieb. Unter Joseph II. entging das Kloster 1783 nur knapp – durch ein Handbillet des Kaisers – der Aufhebung. 1802 wurde die Philosophisch-Theologische Hochschule gegründet, heute die einzige Zisterzienserhochschule. Nach dem Anschluss an Hitler-Deutschland 1938 war die indirekte Zerstörung des monastischen Lebens durch den Bau einer Autobahntrasse direkt über das Kloster geplant. Diese Pläne konnten nach dem Zweiten Weltkrieg abgewendet werden. Seit 1945 kam es unter Abt Karl Braunstorfer (1962–1965 Konzilsberater, † 1978) zu neuem geistlichem Wachstum, das 1988 die Gründung des Priorats Bochum-Stiepel im Ruhrgebiet möglich machte. Die Mönche von Heiligenkreuz feiern das Chorgebet in lateinischer Sprache und pflegen den gregorianischen Choral. Seit 2001 werden in Heiligenkreuz junge Männer aus Sri Lanka auf eine Klostergründung in ihrem Heimatland vorbereitet und ausgebildet. Sehenswürdigkeiten Vor allem die Abteikirche mit romanischem Langhaus (12. Jh.) und hochgotischem Hallenchor (13. Jh.) mit z.T. originalen Glasfenstern; barockes Chorgestühl von Giuliani (18. Jh.). Eindrucksvolle Klosteranlage mit spätromanisch-frühgotischem Kreuzgang; Kapitelsaal mit Grablege des letzten Babenbergers, Friedrichs des Streitbaren († 1246); gotisches Brunnenhaus mit Glasfenstern (13. Jh.). Barocker Kreuzweg außerhalb des Stifts; Waldfriedhof mit Grab von Mary Vetsera, die zusammen mit Kronprinz Rudolf, ihrem Geliebten, 1889 in Mayerling den Tod fand. Besichtigung der Klosteranlage nur im Rahmen von Führungen, die täglich um 10, 11, 14, 15 und 16 Uhr stattfinden. Unterkunft Gästetrakt im Kloster mit 38 Betten; drei Jugendherbergen mit insgesamt ca. 50 Betten (Schlafsack erforderlich). Anfragen rechtzeitig an den Gastpater (Adresse s.o.; E-mail: gastmeister@stift-heiligenkreuz.at). Gottesdienste 5.15 Vigilien; 6.00 Laudes; Wo 6.20 Konventmesse (So 9.30 in gregorianischem Choral); 12.00 Terz und Sext; 12.55 Non; 18.00 feierliche Vesper; 19.45 Komplet und feierliches Salve Regina; 20.10 Rosenkranz vor dem Allerheiligsten. Alle Gebetszeiten sind öffentlich. Im Winter Chorgebet in der Bernardikapelle, Einlass nach Anmeldung an der Klosterpforte. Mitglieder 64. Tätigkeiten Klösterliches Leben im Rhythmus von Gebet und Arbeit; Pflege des gregorianischen Chorals; Seelsorge in 16 Pfarreien; Ordenshochschule. Angebote Exerzitien für Jugendliche und Erwachsene; ganzjährig »Kloster auf Zeit« (Anmeldung beim Prior; Adresse s. o.; E-mail: p.prior@stift-heiligenkreuz.at). An jedem 1. Freitag im Monat ab 20.15 Jugendvigil und Agape, von 22 Uhr bis 6 Uhr Möglichkeit zur Nachtanbetung. Literatur Gregor Henckel, Heiligenkreuz, Bildband, Editrice Bonechi, Florenz 1983; Abt Gerhard Hradil (Hrsg.), Im Zeichen des Kreuzes. Geist und Leben in unserem Kloster Heiligenkreuz, Heiligenkreuz 1990. |