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Wer sich ehrenamtlich in der Kirche betätigt, verwirklicht
einen persönlichen Lebensauftrag, Dieser Lebensauftrag ist
einer Berufung gleichzusetzen, denn wir sind zur Entfaltung unserer
Einzigartigkeit aufgefordert - gerufen.
Jeder bringt etwas Einmaliges mit
Mehr als der Beruf gibt uns meistens das Ehrenamt die Chance,
unsere Begabungen für andere fruchtbar zu machen. Denn
jeder Mensch bringt etwas Einzigartiges mit. Das zeigt sich
bereits an unserem Körper. Kein Fingerabdruck, keine Iris,
keine DNA gibt es doppelt. Das ist erst einmal ein biologisches
Faktum. Wenn wir aber biologisch einzigartig sind, liegt es
auf der Hand, dass wir auch in unserem Personenkern etwas Einzigartiges
haben müssen. Das könnte man die Ausgangssituation,
die Eizelle für die eigene Berufung bezeichnen. Berufung
verstanden als die lebenslange Umsetzung dessen, was ich an
Gaben mit in diese Welt gebracht habe. Diese Gaben sind einmalig.
Ihnen entspricht jeweils ein eigener Auftrag, der von außen
kommt. Dieser Auftrag, das konkrete Ehrenamt lockt unsere spezifischen
Begabungen heraus. Erst indem wir den Auftrag übernehmen,
erkennen wir, wozu wir auf der Welt sind, wir erkennen unsere
Berufung.
Was für mich gilt, gilt auch für andere. Jede/r Ehrenamtliche
wird die Aufgaben, die er, die sie übernommen hat, ganz
individuell gestalten, weil jede/r mit seinen und ihren individuellen
Talenten das Aufgabengebiet meistert. Daraus entsteht etwas Einzigartiges.
Niemand kann das so nachmachen.
In dem Wort „Berufung“ steckt aber noch etwas Besonderes,
nämlich das Wort „Ruf“. Dieser Ruf, ob er von
innen oder außen kommt, lässt sich von anderen Stimmen,
die uns verpflichten wollen, dadurch unterscheiden, dass wir
zu etwas gerufen werden, was nur wir tun, ausfüllen, in
Angriff nehmen können. Etwas / jemand will, dass wir unsere
Begabungen nicht vergeuden, vergraben oder verschleudern. Wenn
ich meine Gaben in das gemeinsame Leben unserer Gesellschaft
hineintrage, erlebe ich nicht nur die eigene Lebendigkeit, sondern
auch die Vielfalt, die Lebendigkeit und die Besonderheit der
anderen. Dann zeigt sich: Jeder Mensch ist einmalig und in seiner
Lebensaufgabe nicht ersetzbar.
Jeder von uns trägt eine Berufung in sich, wie deutlich
er den Ruf auch hört. Seine Berufung leben heißt dann,
die einzigartigen Talente und besonderen Begabungen ins Spiel
zu bringen. Denn es geht nicht darum, irgendein Ehrenamt zu übernehmen
sondern das, wozu ich den Ruf und den Auftrag verspüre.
Denn an dem Platz, an dem ich mich einbringe, gestalte ich das
Aufgabenfeld mit meinen Gaben, Talenten und Kompetenzen. Ein
anderer würde es anders tun. Wir bringen also unseren spezifischen
Blick, unsere individuelle Kompetenz, unsere Lebenssicht und
Lebenserfahrung da ein, wo wir ehrenamtlich agieren. Das macht
uns an diesem Platz einzigartig. Niemand kann mich mit meinen
spezifischen Gaben ersetzen.
Wo kommt aber dieser Auftrag her?
Unser Auftrag zur Ehrenamtlichkeit kommt einerseits aus dem eigenen
Lebensauftrag, aus dem inneren Ruf, den wir hören und zum
anderen aus unseren Wertvorstellungen, die uns wichtig sind.
Das korrespondiert mit dem Auftrag, der von anderen Menschen
an uns ausgesprochen wird. Andere trauen mir eine Aufgabe zu.
Sie sehen meist deutlicher, wozu ich fähig bin. Sie fragen
mich an.
Das Ehrenamt wird meist von den Menschen her gesehen, denen es
gilt. Kinder brauchen Erwachsene, die ihnen vorlesen, Schüler
brauchen Hausaufgabenhilfe, Ältere brauchen Ehrenamtler,
die mit ihnen spazieren gehen, für sie einkaufen, ihnen
aus der Zeitung vorlesen. Niemand zweifelt daran, dass das Ehrenamt
unbedingt notwendig ist. Zugleich brauchen aber viele Menschen
das Ehrenamt, um etwas zu verwirklichen, wozu ihnen der Erwerbsberuf
nicht die Möglichkeiten gegeben hat.
Vereine, soziale Initiativen, Kirchengemeinden geben dem einzelnen
meist größere Spielräume als die auf strikte
Effektivität hin gestrickten Arbeitsplätze in der Wirtschaft
oder die zur Abwicklung bestimmter Abläufe organisierten
Verwaltungen. Etwas verwirklichen können, wozu das Berufsleben
keine Chance geboten hat, das ist der Wert ehrenamtlichen Engagements
für viele Menschen.
Sie kommen mit ihrem ehrenamtlichen Engagement näher an
den Kern ihrer Persönlichkeit. Dieser Kern ist nicht etwas
Statisches, sondern es ist der Lebensentwurf, der aus der Abfolge
von Tagen eine einmalige Biographie formt. Einmaligkeit setzt
voraus, dass es eine Lebensaufgabe gibt, die nur in dieser einen
Person verankert ist und nicht einfach an jemand anderen weiter
delegiert werden kann. Deutlich wird das an den Künstlern.
Seine Klaviersonaten konnte Schubert nur selbst komponieren,
nur Picasso konnte seine Bilder malen, nur Böll seine Romane
schreiben. Zum Künstler ist jeder berufen, nämlich
seinem Leben eine einmalige Gestalt zu geben. Das Ehrenamt bietet
oft viel mehr als die berufliche Karriere Raum, das Besondere
der eigenen Person herauszuarbeiten – eben im Zusammenhang
mit der Aufgabe, die der einzelne als seine persönliche
erkennt.
Denn es muss etwas von außen kommen, damit das Innere unserer
Person aus der latenten Unbestimmtheit des Möglichen heraustritt
und wirklich wird. Nur der ist tatsächlich ein Maler, der
Bilder malt, nur der ein Bergsteiger, der sich auf den Weg zum
Gipfel macht, nur der ein Sportler, der an Wettkämpfen teilnimmt.
Die Arena des Ehrenamtes ist nicht die berufliche, sportliche
oder künstlerische Begabung, sondern die menschlichen Beziehungen.
Deshalb gehört das Ehrenamt zum Lebenselexier der Gesellschaft,
weil hier die Kunst der Beziehungsgestaltung nicht nur in Sonntagsreden
gefordert, sondern in Wirklichkeit umgesetzt wird. Deshalb ist
das Ehrenamt auch der Nährboden, aus dem demokratisches
Engagement wächst.
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Was kann man tun, damit sich in einem Team alle Mitglieder wohlfühlen,
effektiver zusammenarbeiten und optimal motiviert werden?
Wie können Konflikte gelöst werden?
Wie organisiert man die Arbeit und trifft die richtigen Entscheidungen?
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