16.07.2003/Regensburg

14 Missionare und Schwestern aus dem Bistum trafen sich zum Erfahrungsaustausch
Gespräch und Gottesdienst mit Bischof Dr. Gerhard Ludwig Müller

Schloss Spindlhof/Regensburg,(pdr). „Durch ihre Arbeit in der Mission ist die Kirche wirklich weltumfassend und damit katholisch geworden ! “, so dankte Bischof Dr. Gerhard Ludwig Müller 14 Schwestern und Missionaren aus dem Bistum Regensburg, die auf der ganzen Welt arbeiten und aus dem Bistum stammen. Derzeit verbringen sie ihren Urlaub im Heimatbistum und waren vom Bistum zu einem dreitägigen Erfahrungsaustausch auf Schloss Spindlhof eingeladen. Zum Abschluss des Treffens stand eine Begegnung mit dem Bischof und ein gemeinsamer Gottesdienst in der Hauskapelle in Diözesanen Bildungshaus Schloss Spindlhof auf dem Programm.

„Wenn wir als Europäer als Missionare in andere Kulturkreise gehen, dann ist das kein Kulturexport aus Europa. Das Wort Gottes gibt vielmehr überall die Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens“, so der Bischof in der Predigt. „Ziel der kirchlichen Arbeit, für die sie als Schwestern und Missionare ihr ganzes Leben einsetzen, ist nicht eine einzige Sprache und eine Einheitskultur. Ziel ist das eine Gotteslob in vielen Gesichtern“, betonte Bischof Dr. Gerhard Ludwig Müller den kirchlichen Respekt vor der kulturellen Vielfalt. Ein wesentlicher Beitrag der Kirche zu einer solchen vielgestaltigen Einheit der Welt sei auch ihr Engagement auf sozialem Gebiet und in der Bildung. „Wenn die katholische Kirche sich darum kümmert, dann ist das keine Einmischung in staatliche Angelegenheiten. So wollen die Mächtigen in diesen Ländern das oft darstellen.

Sie fördern statt dessen oft Sekten, die sich um soziale Gerechtigkeit nicht kümmern“, wandte sich der Bischof gegen Kritik am sozialen Engagement der Kirche. So wie in Jesus Göttliches und Menschliches untrennbar sei, so gehöre auch in der Kirche die Verkündigung und die Sorge für die Menschen in materieller Not zusammen. „Die Gottesebenbildlichkeit des Menschen bezieht sich auf den ganzen Menschen“, nicht nur auf die Seele, gab der Bischof eine theologische Begründung für das soziale Engagement der Kirche.
Vom Viehzüchter bis zum Taufkurs für Computerspezialisten
Diese vielen Gesichter der Kirche wurden auch beim diesjährigen Treffen der Missionare lebendig erfahrbar. Sebastian Lang aus Parkstein hat zum Beispiel jahrzehntelang für seinen


Orden in Papua Neuguinea Viehzucht betrieben und auch gleich selbst das Vieh geschlachtet. Einen ganze Reihe von Schwestern und Patres arbeitet oft seit Jahrzehnten im südlichen Afrika in Schulen, in der Krankenpflege oder in Heimen für Aidswaise. Die Zahl der Aidswaisen schnellt in die Höhe. Großmütter haben oft schon 15 und mehr Enkel zu versorgen. Die mittlere Generation, die normalerweise das Wirtschaftsleben trägt, stirbt in ganzen Landesteilen aus. Aus Südamerika waren Schwestern dabei, die als Lehrerinnen gearbeitet haben und Pfarrer Gregor Zitzmann, der seit 1962 in Argentinien als Missionar in einer Pfarrei wirkt. Schwester Helene Reichl hat in ihrer Jugend chinesisch gelernt und bildet heute in einem Zentrum in Taiwan Katechetinnen und Katecheten aus dem ganzen südostasiatischen Raum aus. Vor kurzem hat sie einen Kurs zur Taufvorbereitung für Manager aus dem „Silikon Valley“ von Taiwan gehalten. „Auch wenn bisher nur fünf Prozent der Bevölkerung christlich sind, ist das Interesse gerade bei Gebildeten groß“, berichtete sie aus Asien. Fast noch stärker als bei uns zähle im öffentlichen Leben und im Ansehen nur das Geld. In der daraus entstehenden Sinnleere sei das Christentum eine echte Antwort, die man aber der Kultur entsprechend geben müsse. Insgesamt arbeiten derzeit 220 Bischöfe, Priester und Schwestern aus dem Bistum in aller Welt.

Bischof Dr. Gerhard Ludwig Müller, der selbst in den letzten Jahren schon 15 mal für mehrere Monate in Südamerika war, verfolgte den Erfahrungsaustausch mit besonderem Interesse. Auch diesen August wird er wieder nach Peru fahren, in der Seelsorge mitarbeiten und das Priesterseminar einweihen, das mit den Spenden bei seiner Bischofsweihe finanziert worden ist. In der Pfarrei wo er bisher immer für Wochen gelebt und in der Seelsorge mitgearbeitet hat, kann er in diesem Jahr als Bischof erstmals auch die Firmung spenden.

Jakob Schötz presse@bistum-regensburg.de

   

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