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  Ist Gott in der Flutwelle oder bei den Flutopfern?

Ist Gott in der Flutwelle oder bei den Flutopfern?

Wenn Gott alles geschaffen hat, hat er dann auch die Flutwelle erzeugt?


Asien: Zwei Erdplatten, die sich gegeneinander verschieben, haben fast Hunderttausende unter der von ihnen ausgelösten Flutwelle begraben. Viele, vor allem Kinder, haben das nicht überlebt. Wenn Christen wie auch Juden und Muslime davon ausgehen, daß Gott alles aus dem Nichts geschaffen hat, dann wäre die Flutwelle nicht ohne ihn möglich. Deshalb ist dir Frage nicht unberechtigt, warum Gott die Flutwelle zugelassen hat.

Gott läßt auch andere Katastrophen im Weltall zu. Sterne explodieren und verglühen, Meteoriten schlagen auf der Erde ein, ein großer Gesteinsbrocken könnte alles Leben auf der Erde auslöschen Man vermutet, daß die Saurier durch einen großen Meteoriteneinschlag vernichtet wurden.

Unser Bild der Welt hat sich verändert und damit der Schöpfung. Waren die Griechen und das Mittelalter davon ausgegangen, daß die Ordnung des Sternenhimmels von gott einmal so geschaffen worden war und entsprechend den eingestifteten Gesetzen auf ihren Bahnen für immer bleiben, wissen wir heute, daß sich nicht nur das Leben auf der Erde entwickelt hat, sondern das ganze Weltall n einem dynamischen Prozeß sich ausbreitet und erst damit das Entstehen von Milchstraßen und Sonnensystemen mit umlaufenden Planeten ermöglichte. Wir leben nicht in einem statischen Kosmos, sondern in einer Weltgeschichte, die mit dem Urknall begann und wohl im Menschen das Ziel ihrer Evolution erreicht hat. Da gibt es Zusammenstöße, Explosionen und Katastrophen, ohne die sich Neues nicht herausbilden kann. Offensichtlich ist die Schöpfung dynamisch angelegt, wie auch unser Leben.

Soll Gott in einem sich entwickelnden Kosmos die Verschiebung von Erdplatten verhindern, damit keine Seebeben ausgelöst und Menschen nicht zu Schaden kommen? Gott hat doch, wahrscheinlich am Rande des Weltalls einen Planenten entstehen lassen, der einen Sauerstoffmantel hat, auf dem sich Kohlenstoff entwickelt hat (den es auf der Sonne nicht gibt), so daß sich Leben entwickeln konnte. Die Lebewesen, auch den Menschen, hat er den physikalischen, den chemischen und biologischen Gesetzen unterworfen, die gerade die Existenz ermöglichen. Der Mensch kann nicht ohne Folgen gegen Gesetze verstoßen, die ihm das Leben ermöglichen. Wenn es um gesunde Ernährung geht, scheint uns das plausibel. Gott verhindert auch nicht Krankheiten, die wir uns durch falsche Ernährung zuziehen. Offensichtlich können Tiere wie Menschen die Naturgesetze erkennen, die mit einem Seebeben verbunden sind und sich in Sicherheit bringen. Ers sind erstaunlich wenig Tiere umgekommen. Und zumindest die Bewohner der zwischen Indien und Burma/Thailand liegenden Inselgruppen habe die Zeichen richtig gedeutet. Wir bezeichnen die Bewohner der Andamanen und Nikobaren als Steinzeitmenschen. Sie sind nicht wie die europäischen Urlauber in Phuktet ins Meer hinein gewandert, als sich die große Flutwelle durch ein Zurückweichen des Meeres ankündigte, sondern ins Landesinnere geflohen. Auch wenn der moderne Mensch nicht mehr über die Naturkenntnisse der sog. Primitiven verfügt, auch er weiß durch die Erkenntnisse der Wissenschaft, daß solche Katastrophen gerade in und um den indischen Ozean zu erwarten sind.

Wir lernen aus den katastrophalen Folgen der Flutwelle, wie begrenzt unsere Spielräume sind. Große Städte an den Küsten, dichte Besiedlung von Küstenregionen, Urlauberparadiese am Meer sind auch in Europa gefährdet. Durch de Erwärmung wird der Meeresspiegel steigen. Die Insel Sylt wird es nicht mehr geben, auch große Teile Hollands und Englands werden unter dem Meeresspiegel verschwinden. Wir wissen das, aber bauen immer noch neue Hotelanlagen. Vor allem reduzieren wir den Verbrauch von Erdöl und Kohle nicht, um das zu verhindern. Soll Gott dem Menschen vor den Katastrophen bewahren, indem er lenkend in seine Schöpfung ein greift. Er tut es offensichtlich auf die Weise, daß er viele Menschen zum Helfen bewegt.

Die Welle konfrontiert uns damit, daß unser Leben höchst ungesichert ist, jeden Tag sein Ende finden kann und wir daher nicht so leben sollten, als ginge es einfach so weiter. Der Tod ist das Tor zu einem neuen Leben, um dieses Tor zu öffnen, ist Gottes Sohn an Weihnachten in Betlehem zur Welt gekommen.

Eckhard Bieger S.J.

Redaktion kath.de 08.01.2005

   
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