Kirchenkompass


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Messias -der Gesalbte

 

Als sich herausstellt, daß Saul kein guter König ist, wird der Prophet und Richter Samuel von Gott nach Bethlehem gesandt, um unter den Söhnen Isais den zukünftigen König auszuwählen. Viele gehen davon aus, der älteste Sohn sei von Gott zum König bestimmt, jedoch muß Samuel erkennen, daß der Jüngste, David, von Gott auserwählt ist. Er salbt ihn mit Öl und macht ihn damit zum König. Auch wenn es noch viele Jahre dauern wird, bis David Saul ablösen kann – die Salbung hat ihn bereits zum von Gott Erwählten gemacht. Die Salbung wird auch für die Könige und Kaiser des Mittelalters das entscheidende Zeichen sein, mit dem sie in ihre Würde eingesetzt werden. Weil sie gesalbt sind, kommt ihnen auch im Gottesdienst eine Funktion zu. Der Kaiser hatte den Rang eines Diakons und durfte das Evangelium vorlesen. Die Könige und Kaiser wurden Stellvertreter Christi genannt, denn sie vertreten Christus, den König. Der Papst galt zunächst als Nachfolger des Petrus. Im mittelalterlichen Denken gab es noch ein anderes Amt Christi, das Priesteramt. Dieses Amt wird durch Handauflegung übertragen. So heißt es im Neuen Testament:
"... es ist ja bekannt, daß unser Herr dem Stamm Juda entsprossen ist, und diesem hat Mose keine Priestersatzungen gegeben. Das ist noch viel offenkundiger, wenn nach dem Vorbild Melchisedeks ein anderer Priester eingesetzt wird, der nicht, wie das Gesetz es fordert, aufgrund leiblicher Abstammung Priester geworden ist, sondern durch die Kraft unzerstörbaren Lebens. Denn es wird bezeugt: Du bist Priester auf ewig nach der Ordnung Melchisedeks." (Hebr 7,14-17)

Gesalbt wird nicht nur der König, jeder Christ erhält bei der Taufe eine Salbung mit Chrisam. Sie macht den Gesalbten Christus ähnlich, denn Christus heißt "Der Gesalbte" und das ist der Messias, der Nachkomme Davids, auf den alle hoffen, weil er das Reich Gottes aufrichten wird.