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In den meisten Kirchen sind im Eingangsbereich Gesangbücher ausgelegt,
die für das Mitsingen beim Gottesdienst gedacht sind.
In festlichem Glanz sollen die Frommen frohlocken, auf ihren Lagern jauchzen:
Loblieder auf Gott in ihrem Mund,... ." (Ps 149,5-6)
Wie die Orgelmusik gehören auch Lieder und Gebete zum Kirchenraum dazu. Die
Gesangbücher sind über Jahrhunderte hinweg entstanden. Viele Autoren und Komponisten
haben einen Beitrag geleistet. Das, was oft gebetet und gesungen wurde, hat zur
Erweiterung der Bücher beigetragen. Sie sind nicht ein einmaliges Werk, sondern eine
Sammlung, die jede Generation weiterentwickelt hat.
Bei den Liedern ist die Jahreszahl der ersten Drucklegung angegeben. Das ist eine Hilfe,
sich in frühere Jahrhunderte zurückzuversetzen und zu spüren, wie die Menschen gedacht,
gefühlt haben, wie ihre Musik geklungen hat, welcher Spiritualität sie Ausdruck
verliehen haben.
Jeder kann in diesem Generationenbuch einen Text, ein Lied finden, das die eigenen
Vorstellungen, Hoffnungen und Ängste ausdrückt.
Es ist allerdings nicht einfach, sich in einem Gesangbuch zurechtzufinden. Es gibt keine
schlüssige Ordnung wie z.B. in einem Roman, der entsprechend dem Fortgang der Handlung
aufgebaut und auch so gedruckt ist. 1975 haben die Bistümer Deutschlands und Österreichs
ein gemeinsames Gebet und Gesangbuch zusammengestellt. Es wurde der Name
"Gotteslob" gefunden. Ab Nummer 800 finden sich die Lieder und Texte, die ein
bestimmtes Bistum aus seiner Tradition heraus dem ersten Teil hinzugefügt hat, auf den
sich alle Diözesen geeinigt haben.
Der allgemeine Aufbau bis zu den Siebenhunderter-Nummern findet sich, wenn auch in anderer
Reihenfolge, jedoch ähnlich zusammengestellt, in Gesangbüchern evangelischer
Landeskirchen oder der Schweizer Kirchen.
Persönliche Gebete und Lebenssituationen
Für das persönliche Gebet finden sich auf den ersten 78 Seiten des Gotteslobes viele
Gebete und Meditationstexte Lob und Dank, in schwierigen Lebenssituationen, für
Entscheidungsphasen, für den Morgen, für den Abend, Gebete mit Kindern, Fürbittgebete.
Heilszeichen
Sakramente das sind die Heilszeichen, die den Eintritt in bestimmte Lebensphasen
markieren: Taufe, Erstkommunion, Firmung, Eheschließung, Priesterweihe, die
Krankensalbung, das Bußsakrament, in dem der einzelne die Sündenvergebung empfängt.
Jahresablauf
Dann folgt ein großer Abschnitt, 150 Seiten, der nach dem Jahresablauf strukturiert ist,
Advent bis Pfingsten, Erläuterungen, Lieder und jeweils eine Vesper, ein
Abendgottesdienst aus Hymnus, drei Psalmen, Lesung, Wechselgesang, das Magnifikat, der
Lobgesang Mariens, den Lukas im 1. Kapitel seines Evangeliums überliefert, Fürbitten,
das Vater unser und das Tagesgebet aus der Messe des Tages.
Eucharistiefeier
Die Kirchen sind für den Gottesdienst, speziell für die Eucharistiefeier, die Messe
gebaut, der aus dem Wort- und dem Mahlteil besteht. Im mittleren Teil des Gotteslobes
findet sich die Beschreibung des Ablaufes, die zentralen Gebete und die Gesänge, die seit
der Entstehung der Liturgie gesunden werden: Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus, Agnus Dei. Die
großen Messen eines Haydn, Mozart, Schubert haben eben diese Gesänge vertont.
Die wechselnden Bibeltexte sowie die auf den Tag bezogenen Gebete würden den Umfang des
Gotteslobes sprengen, sie finden sich im sog. Meßbuch. Der Benediktiner Anselm Schott hat
ein solches Meßbuch für die Mitfeier der Messe schon in den deißiger Jahren
herausgegeben.
Zusätzlich gibt es noch einzelne kleine Sammlungen von Liedern, die sich an Maria, an
andere Heilige, an Engel richten, die die Kirche zum Thema haben und schließlich Lieder
zu Begräbnisfeiern.
Andachten
In einem weiteren Teil sind Wortgottesdienste, Laudes (Morgengebet das wie die Vesper
aufgebaut ist), Vespern (Abendgebet) und Andachten zu verschiedenen Anlässen. Diese Texte
sind Vorlagen für Gottesdienste der Gemeinde, sie dienen aber genauso dem persönlichen
Gebet.
Nach den Andachten folgen Lieder und Gebete, die speziell in einem Bistum ihre Tradition
haben. |
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