Kirchenkompass


  Anhand von eingen Leseproben möchte die Katholische Fernseharbeit  einige Begriffe aus dem Kirchenleben näher bringen.  
 

nähere Infos gibt es bei:

Katholische Fernseharbeit



Einleitung


Kirchen sind zum Atemholen gebaut. Sie vermitteln einen Blick, der weiter führt.
Das Besondere der Kirchenräume liegt in ihrer Bauidee. Das Gewölbe stellt den Himmel dar, im Chorraum ist der auferstandene Christus gegenwärtig, der einen Vorgeschmack auf das himmlische Gastmahl gewährt. Eine romanische Kirche ist als Gottesburg gebaut, eine gotische Kathedrale ist wie ein Himmelszelt, eine barocke Kirche ein himmlischer Festsaal. Wo bei irdischen Festsälen der Platz des Thrones ist, findet sich in barocken Kirchen der Tabernakel. Die Idee der frühchristlichen Kirchen ist in neuer Gestalt verwirklicht. Die ersten christlichen Kirchen haben in die Apsis den thronenden Christus gemalt oder im Mosaik dargestellt, denn in der römischen Basilika saß der Prokurator, der Richter, unter dem Bild des Kaisers. In dessen Vollmacht traf er Entscheidungen, erfüllte Bitten, fällte Urteile. Die Christen haben in ihren Basiliken (Basilika heißt Königshalle), das Bild des Kaisers durch das des auferstandenen, vom Himmel aus herrschenden Christus ersetzt. In barocken Kirchen haben sie anstelle des Fürstenthrones den Tabernakel gestellt, denn seit dem Mittelalter war der im gewandelten Brot gegenwärtige Christus der Fluchtpunkt der Architektur, auf den alle Bewegungen und Linien zulaufen.

Weil die Kirchen als Abbild des Himmels gebaut sind, überdauern sie die Zeiten. Bürotürme, Kaufhäuser werden abgerissen und durch neue Bauten ersetzt. Das Berliner Schloß und andere Schlösser wurden abgerissen, weil die Herrschaft des Adels als überwunden galt.
Kirchen haben etwas, das sie unantastbar macht, auch wenn die Kommunisten viele mittelalterlichen Kirchen abgerissen haben, um die Erinnerung an Jesus von Nazareth zum Erlöschen zu bringen. Der Bürgerkrieg auf dem Balkan richtete sich auch gegen die Kirchen und Moscheen, weil man den Gegner an dem Punkt treffen wollte, der ihm heilig ist.

Viele Kirchen sind Kriegen zum Opfer gefallen oder mußten anderen Bauten weichen. Viele sind aber erhalten, von vielen Generationen instand gesetzt worden. Jede Epoche hat neue Kirchen gebaut. Sie sind ein Schatz, der jedem zugänglich ist. Dieses Buch gibt 40 Ideen und Anregungen, was alles zu entdecken ist. Die Bauideen sind entscheidend, um die Räume und Kunstwerke zu verstehen. Reizvoll ist es, selbst die Bauideen zu entschlüsseln, einen Kirchenraum zu begreifen, weil man die Hinweise, die Symbole, die Raumideen erahnen kann, die frühere Generationen durch das Bauwerk festgehalten haben.

 

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