Wallfahrtsstätten
 
Bistum Speyer

GEDENK- UND VEREHRUNGSSTÄTTEN

PAUL JOSEF NARDINI

Die neuere Geschichte des Bistums Speyer kennt viele Priester, Ordensleute und Laien, die mit besonderem Engagement gegen die soziale Not gekämpft haben. Die wohl größte Wirkungsgeschichte im 19. Jahrhundert hatte der Pirmasenser Pfarrer und Dekan Dr. Paul Josef Nardini, dessen Seligsprechungsprozeß in Vorbereitung ist.

Nardini galt schon zu seinen Lebzeiten als "Vater der Armen". Als junge Priester, der selbst aus ärmlichen Verhältnissen stammte, 1851 in Pirmasens seine Stelle antrat, herrschte in der jungen Industriestadt vielfältige Not. Armut und Hunger trieben viele Bewohner zum Hausieren und Betteln, die Kinder verwahrlosten. Nardini sammelte junge Frauen um sich, die sich sozial engagieren wollten. Gegen manche Widerstände gründete er 1855 eine Ordensgemeinschaft, die in der Kranken- und Altenpflege sowie in der Erziehungsarbeit tätig wurde. Nardini starb 1862 im Alter von nur 40 Jahren. Seine Schwesterngemeinschaft, die "Armen Franziskanerinnen von der heiligen Familie" - auch Mallersdorfer Schwester genannt -, entwickelte sich zum größten sozialen Orden, der im Bistum Speyer entstanden ist. Die Schwestern wirken heute nicht nur in Deutschland, sondern auch in Rumänien und Südafrika.

Das Grab Paul Josef Nardinis kann in der Kapelle des Nardinihauses in Pirmasens, der Gründungsstätte des Ordens, besucht werden. Dort haben die Schwestern auch eine Gedenkstätte mit einer Dauerausstellung über Leben und Werk des Sozialapostels eingerichtet.