Die katholische Kirche versteht sich
als Gemeinschaft von Menschen,
die von Gott zusammengerufen wird.
Sie ist nicht für sich selbst da. Sie
will die Botschaft von der Liebe
Gottes in dieser Welt sichtbar machen
und die Menschen auf dem Weg Jesu
Christi zu Gott führen. Dazu sind alle
ohne Unterschied eingeladen.
Jeder kann frei entscheiden, diese
Einladung anzunehmen oder abzu-
lehnen. In Deutschland machen in
den letzten Jahren viele Menschen
von der Möglichkeit Gebrauch, aus
der Kirche auszutreten, nicht selten
aus finanziellen Gründen. Doch auch
Enttäuschungen und Ärger über
negative Erfahrungen in der Kirche
oder Zweifel am christlichen Glauben
selbst spielen dabei oft eine Rolle.
Die Kirche bedauert es sehr, wenn sie
durch eigene Fehler und Versäumnisse
dazu beigetragen hat, daß ein Mensch
sich von ihr abwendet. Doch selten
liegen die Fehler nur auf einer Seite.
Die Kirche muß die Entscheidung zu
einem Kirchenaustritt zwar akzeptieren,
kann sie jedoch nicht gutheißen.
Denn durch einen Kirchenaustritt hat
ein katholischer Christ seine grund-
legende Pflicht, die Gemeinschaft mit
der Kirche immer zu wahren, tief ver-
letzt, und gefährdet sein religiöses Leben.