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Aktion „7 Wochen regional" eröffnet

Bildungshäuser der Erzdiözese Freiburg und Katholische Landvolkbewegung setzen sich für den regionalen Einkauf ein

Den Rücken gestärkt bekamen die Küchenleitungen 15 katholischer Bildungshäuser der Erzdiözese Freiburg zu Beginn der Aktion „7 Wochen regional", die am Samstag, 3. März, auf dem Lindenberg bei St. Peter eröffnet wurde. „Regionaler Einkauf ist eine nachhaltige Strategie für die Zukunft" und „Ihr seid auf dem richtigen Weg" waren die Botschaften, mit denen Vertreter von Kirche und Wissenschaft die Köchinnen in ihrem Vorhaben bestärkten, in der Zeit bis Ostern Lebensmittel wie Gemüse, Salat, Obst, Fleisch, Getreide- und Milchprodukte ausschließlich aus der Region beziehen. 

Beim Einkauf von sogenannten Kulturgütern wie Kaffee, Tee, Gewürzen und Reis wollen sie auf ökologische Produktionsmethoden und fairen Handel achten. Die Aktion „7 Wochen regional", die die Bildungshäuser zusammen mit der Katholischen Landvolkbewegung (KLB) durchführen, ist Höhe- und gleichzeitig Schlusspunkt eines fünfjährigen Projektes. Seit 1996 hat sich die KLB zusammen mit den Bildungshäusern intensiv mit regionalem Einkauf beschäftigt. 
Rund 60 Gäste wurden an diesem Nachmittag von verschiedensten Seiten über Hintergrund und Sinn von regionalem Einkauf informiert. Eine philosophische Begründung lieferte Dr. Jürgen Busche, Chefredakteur der Badischen Zeitung. „Diese Aktion in der Fastenzeit hat zwar wenig mit Fasten zu tun. Aber damit, wie man leben sollte", stellte er fest. Niels Jungbluth, Autor einer Studie zu den Umweltfolgen der Ernährungsverhaltens sprach über „Folgen der Ernährung". In einer anschließenden Podiumsdiskussion waren mit Vertretern der NEUKAUF, der Regionalvermarktung südlicher Schwarzwald und der Bildungshäuser sowohl Verbraucher, Produzenten und Händler an einem Tisch versammelt, die die Gelegenheit nutzten, das Thema intensiv mit dem Publikum zu diskutieren.
„Jedes Projekt hat ein Anfang und ein Ende", sagte Mechthild Fehrenbacher, Beauftragte der KLB für das Projekt „regionalen Einkauf". Allerdings geht sie nicht davon aus, dass mit dem Ende des Projekts „Schluss ist mit regionalem Einkauf." Sie ist davon überzeugt, dass sich der regionale Einkauf in den Bildungshäusern etabliert.
Gute Gründe dafür gibt es genug: Saisonale Lebensmittel aus der Region sind frisch und qualitativ hochwertig, lange Transportwege werden ebenso vermieden wie energieaufwändige Verpackung und Konservierung der Lebensmittel, und vor allem werden die landwirtschaftlichen Kleinbetriebe in der Region unterstützt. 
Niels Jungbluth untersuchte im Rahmen seiner Doktorarbeit die Ökobilanz verschiedener Lebensmittel, und dabei haben regional produzierte Produkte bei weitem am besten abgeschnitten. „Bei Lebensmitteln, die mit dem Flugzeug transportiert oder im Gewächshaus gezüchtet werden, ist der Energieverbrauch extrem hoch", so Jungbluth. Um ein Kilo Spargeln auf den Tisch zu bekommen, seien beispielsweise von Mai bis Juli weniger als ein halber Liter Erdöl notwendig, im Januar seien es stolze fünf Liter. Schon kleine Veränderungen im Warenkorb bewirkten seiner Meinung nach eine Menge. „Wenn nur 1% weniger eingeflogene Lebensmittel gekauft werden, wird die Umweltbelastung um 6% reduziert", weiß Jungbluth. Und auch, dass es vernünftig sei, nicht nur wegen BSE den Fleischkonsum zu überdenken. „Weniger Fleisch zu essen ist eine sehr umweltrelevante Entscheidung".
Dieser Meinung ist auch Andrea Bold-Reichenbach, Hauswirtschaftsleiterin der Katholischen Akademie in Freiburg. Die Küche ihres Hauses ist schon seit Jahren nach ökologischen und regionalen Kriterien ausgerichtet. Sie begründet regionalen Einkauf aus langjähriger Erfahrung: „Lebensmittel aus der Region sind nicht teurer – eine Flasche badischer Apfelsaft kostet genauso viel wie eine Flasche Cola." In ihrem Haus gibt es weniger Fleisch als in vergleichbaren Einrichtungen – da kann sie viel sparen. Auch sie appelliert an den Verbraucher: „Jeder, der einkauft, muss wissen, dass er mit seinem Verhalten darüber abstimmt, wie Landwirtschaft abläuft". Von der regionalen Landwirtschaft fordert sie eine „gläserne Produktion", um das Vertauen der Verbraucher zurückzugewinnen. Denn die wenigsten wissen, was Karl Rombach bestätigt: „Ökologische Standarts gehören bei den Bauern in Baden-Württemberg schon seit Jahren zum Alltagsgeschäft". Besonders bei Fleisch- und Milchprodukten seien die Bauern auf regionale Vermarktung angewiesen.
Dass der König Kunde ist und somit Macht besitzt, weiß auch Richard Jülg, Vertriebsleiter bei Neukauf in Offenburg. Wichtig ist ihm allerdings, dass die Verantwortung für das, was verkauft wird, nicht allein dem Verbraucher überlassen wird. „Um Krisen wie BSE zu bewältigen oder gar nicht erst entstehen zu lassen, müssen alle Beteiligten überlegen, was sie zu einem vernünftigen Lebensmittelkonsum beitragen können: Verbraucher, Produzenten, der Handel und die Politik. Kooperation ist wichtig".
Regionaler Einkauf lohnt sich also. Und dass regionaler Einkauf nicht nur vernünftig, sondern auch Genuss ist, konnten die Besucher der Eröffnungsveranstaltung beim abschließenden regionalen Buffet mit allen Sinnen erfahren.

Weitere Informationen:
Kath. Landvolkbewegung Erzdiözese Freiburg
Okenstraße 15, 79108 Freiburg, Tel. 0761/ 5144 - 236, Fax. 0761/ 5144 - 234 
email: klb@seelsorgeamt-freiburg.de, Internet: www.klb-freiburg.de
 

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