| Sommersemester
2009 |
- Seminar: Verträge
zwischen Staat und Kirche – Geschichte und Bedeutung für die pastorale
Praxis, Mo 18.00–19.30 h, Historisches Seminar
Kurzbeschreibung
Verträge zwischen Staat und Kirche (Konkordate) haben einen nicht
zu unterschätzenden Einfluss auf das kirchliche Leben in unserem Land.
Umschreibung von Diözesen, Ernennung von Bischöfen, theologische Fakultäten
an staatlichen Universitäten, konfessioneller Religionsunterricht
in der Schule, Zugang der Kirche zu den Medien: Viele Fragen, die
gleichermaßen die Interessen von Staat und Kirche berühren, sind vertraglich
geregelt.
Konkordate haben eine lange Tradition. Als erstes Konkordat gilt
das Wormser Konkordat des Jahres 1122, das den Investiturstreit beendete.
In späteren Epochen kam es weiteren Vertragsabschlüssen, wobei jeweils
zeitspezifische Themen in den Vordergrund rückten. Intensive Auseinandersetzungen
gab es beispielsweise um das Deutsche Reichskonkordat des Jahres 1933.
Das methodologisch orientierte Seminar, das sich vor allem an Studierende
im Grundstudium richtet, soll die historischen Hintergründe beleuchten,
die zum Verständnis des Staat-Kirche-Verhältnisses notwendig sind.
Literatur (Auswahl)
- Ammerich, Hans: Das Bayerische Konkordat 1817. Weißenhorn 2000.
- Anke, Hans-Ulrich: Die Neubestimmung des Staat-Kirche-Verhältnisses
in den neuen Ländern durch Staatskirchenverträge. Zu den Möglichkeiten
und Grenzen des staatskirchenvertraglichen Gestaltungsinstruments, Tübingen
2000.
- Brechenmacher, Thomas (Hg.): Das Reichskonkordat 1933. Forschungsstand,
Kontroversen, Dokumente [= Veröffentlichungen der Kommission für Zeitgeschichte.
B 109], Paderborn 2007.
- Huber, Ernst Rudolf / Huber, Wolfgang: Staat und Kirche im 19. und
20. Jahrhundert. Dokumente zur Geschichte des deutschen Staatskirchenrechts,
4 Bde., Berlin 1973–1988.
- Puza, Richard / Kustermann, Abraham Peter (Hg.): Neue Verträge zwischen
Kirche und Staat. Die Entwicklung in Deutschland und Polen [= Freiburger
Veröffentlichungen aus dem Gebiete von Kirche und Staat 46], Freiburg/Ue.
1996.
Materialien
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