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Karl Rahner zum 100. Geburtstag Einer der bekanntesten Schüler Karl Rahners ist Kardinal Lehmann. Er schriebt zum 100. Geburtstag des großen Theologen aus dem Jesuitenorden. Große Männer auch des Geistes haben manchmal, besonders wenn sie recht alt werden dürfen, das Schicksal, dass es nach dem Tod ziemlich still wird um sie. In kurzer Zeit werden es 100 Jahre sein, dass wir Karl Rahners Geburt am 5. März 1904 gedenken, am 30. März 1984, also vor fast 20 Jahren, hat er uns endgültig verlassen. Nun hat sich aber auch schon das Interesse für ihn wieder belebt. Von der großen Ausgabe "Sämtliche Werke" sind elf umfangreiche Bände erschienen. Es gibt eine Gruppe von jungen Theologen, die Karl Rahner kaum mehr persönlich kannten, ihn und sein Werk aber unter neuen Perspektiven wieder frisch entdecken. Einige wichtige Hilfen mit Karl Rahners Texten selbst, aber auch einige Untersuchungen über ihn werden bis zum Geburtstag erscheinen. Ich bin mir gewiss, dass dies nochmals neue Anstöße geben wird, sich mit ihm tiefer zu beschäftigen. Es ist
wichtig, dass wir dabei Karl Rahner auch als Mann der Kirche neu entdecken.
In den letzten Jahren und Jahrzehnten seit seinem Tod gab es immer wieder
einzelne Versuche, ihn überwiegend als Kirchenrebellen hinzustellen. In
Wirklichkeit jedoch ist Karl Rahner durch und durch verwurzelt und beheimatet
im Raum der Kirche. Dies wird schon daran deutlich, wie selbstverständlich
ihm von seiner ganzen theologischen Ausbildung und dem Studium her die
gründliche Kenntnis der großen Quellen des kirchlichen Glaubens ist, um
nur die Kirchenväter und Thomas von Aquin zu nennen. Ähnliches gilt von
der spirituellen Tradition, vor allem auch des Jesuitenordens. Leidenschaftlich
hat er immer wieder die Notwendigkeit der Suche nach Wahrheit verteidigt,
aber immer wieder kam er auch selbst zu einsichtigen Antworten. Der Theologe,
der wie wenige andere immer wieder die Bedeutung von Glaubwürdigkeit und
Wahrhaftigkeit hervorgehoben hat, wusste auch um die Verbindlichkeit und
manchmal auch Härte der Wahrheit. Unerbittlich war er nur, wenn ihm die
Wahrheit, die Gerechtigkeit und die Liebe vor allem in der Kirche verletzt
zu sein schienen. Kirchlich war er auch in dem steten Bemühen, die Wahrheit
des Glaubens immer wieder auf die Verwirklichung in der kirchlichen Praxis
auszulegen. Die seelsorgliche Dimension gehörte für ihn zu den Bausteinen
jeder Theologie. Dies zeigen nicht zuletzt auch seine Gebete. Karl Kardinal Lehmann |
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