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10 Folgen
zum Thema Medienpastoral.

 

aus dem neuen Buch:

Ludger Verst
Medienpastoral -
Bericht über ein Projekt.

167 S., 12,5 x 20,5 cm, Paperback
Verlag Butzon & Bercker
ISBN 3-7666-0373-6

1. Einführung:
    Der "dramatische Bruch zwischen Evangelium und Kultur"

Die Kirche braucht im Medienzeitalter neue gemeindeübergreifende Kommunikationsformen. Dieses aus der Praxis heraus entstandene Buch dokumentiert die Höhepunkte und Einsichten aus einem zweijährigen Medienprojekt, bei dem die Möglichkeiten und Grenzen einer "publizistischen Kirche" auf lokaler Ebene erprobt wurden. Der Autor stellt in seinem medienpastoralen Entwurf eine Reihe von Aktionen vor, wie Gemeindeseelsorge, nicht zuletzt das Evangelium selbst, durch Presse, Hörfunk, Fernsehen und Internet neue öffentliche Relevanz gewinnen können.

In der so genannten "Informationsgesellschaft" stellen sich für die christlichen Kirchen in Deutschland neue grundsätzliche Fragen einer angemessenen und wirkungsvollen Umsetzung ihres Evangelisierungsauftrags. Das gilt für alle Bereiche und Ebenen kirchlichen Lebens, von der Sonderseelsorge bis zur Sakramentenkatechese, von der Ebene der Kirchenleitungen bis in die 500-Seelen-Gemeinde auf dem Land. Der "dramatische Bruch zwischen Evangelium und Kultur", den schon das Apostolische Schreiben "Evangelii nuntiandi" (1975) beklagt, zwingt die Kirchen zu einer umfassenden Re-Vision ihrer Kommunikationsarbeit.

Dies geschieht seit geraumer Zeit in unterschiedlichen Arbeitszusammenhängen, zumeist in (über-)diözesaner Hinsicht. Während Bistumszeitungen und Pressestellen, Medien- und Öffentlichkeitsabteilungen, Rundfunkreferate und Medienzentren Woche für Woche einen erheblichen Teil publizistischer Arbeit leisten, ist die Kommunikationsarbeit der Kirche auf regionaler und lokaler Ebene verhältnismäßig wenig entwickelt. Eine stärker publizistisch ausgerichtete Arbeit von Pfarrverbänden und neuen Seelsorgeeinheiten, z.B. auf Dekanatsebene, könnte einen wertvollen ergänzenden Beitrag christlicher Kommunikation in den einschlägigen Bezügen vor Ort leisten. Hier wären zusätzliche Chancen einer glaubwürdigen, sich nicht im Zeitgeist erschöpfenden Pastoral aufzuspüren.

Eine Reihe von Bistümern ist derzeit in Beratungen zu einem umfassenden diözesanen Kommunikationskonzept. Von Gewinn sind die Erfahrungen und Ergebnisse, die im Rahmen eines vom Bistum Münster unterstützten zweijährigen Projekts "Medienpastoral" in Hamm (Westfalen) gesammelt werden konnten. Die Resonanz, die das Projekt in der Öffentlichkeit der Stadt Hamm, aber auch im gesamten Bistum erzielt hat, ermutigt neue mediale Wege der Vermittlung des Evangeliums zu gehen.

Exemplarische Einsichten aus dem medienpastoralen Projekt werden inzwischen auch in der theologischen Ausbildung in Deutschland angewandt. Darin sehe ich einen entscheidenden Multiplikationseffekt dieses neuen Ansatzes von Pastoral. Er liefert Anhaltspunkte aus der pastoralen Praxis für die Kommunikationsausbildung der Theologinnen und Theologen und löst damit ein zentrales Anliegen der "Magna Charta" katholischer Publizistik ein. In "Communio et Progressio" heißt es unter Nr. 111: "Künftige Priester und Ordensleute (...) müssen während ihrer Ausbildung mit der Rolle und Auswirkung dieser Medien in der menschlichen Gesellschaft vertraut gemacht und in den Gebrauch dieser Technik eingewiesen werden; sonst bleiben sie völlig lebensfern und für ihr späteres Apostolat ungeeignet. Die Vermittlung solcher Kenntnisse muß integraler Bestandteil ihrer Ausbildung sein. Ohne diese Voraussetzung kann überhaupt niemand mehr wirksam apostolisch tätig werden in einer Welt, die täglich stärker von diesen Medien geprägt wird."

Der Projektbericht verbindet Allgemeines und Praktisches zu einem ersten Ansatz kirchlicher Medienpastoral. In zehn Folgen werden die zentralen Ergebnisse des Projekts vorgestellt. Sie sollen eine praxisnahe Argumentationsgrundlage bieten, auf der die Herausforderungen und Chancen einer "Kommunikation des Evangeliums" heute realistisch eingeschätzt und für die Medienkommunikation nutzbar gemacht werden können. Mit dem Gesamtbericht erhalten Seelsorgerinnen und Seelsorger "ein ansprechendes Beispiel publizistischer Gemeindeberatung" (Medienbischof Friedrich Ostermann).

Autor: Ludger Verst
Dokument erstellt am 14.02.2004
Erscheinungsdatum 16.02.2004

Weitere Artikel:

1. Einführung: Der "dramatische Bruch zwischen Evangelium und Kultur"
2. Zwischenräume überraschender Gottesgegenwart
3. Von der Verlautbarung zur Kommunikation
4. Neu-Inszenierung des Evangeliums in meiner Welt
5. Der Kommunikationsstil der Kirche
6. Als ob das Evangelium ein publizistischer Dauerknüller wäre
7. Das Evangelium in die zeit­genössische Erlebniskultur übersetzen
8. Kommunikation mit den „treuen Fernstehenden“
9. Das Projekt Medienpastoral
10. Das medienpastorale Engagement im Überblick
 
 
Der Autor:
Ludger Verst (44), Theologe, Journalist, Ausbildungsleiter in der katholischen Journalistenschule ifp in München; für verschiedene
Radio- und Fernsehsender tätig; seit 2000 zudem wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsprojekt "Kirche und Öffentlichkeit" an der Universität Kassel.

Weiterführende Links:

>>> Radio-Beiträge aus der Zeit des Medienprojekts

>>> TV-Beiträge aus der Zeit des Medienprojekts

 

   
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