of KRA - Veranstaltungen
043
Dez 2015
Ein Buch für die Stadt


Rafik Schami »Eine
Hand voller Sterne«

Experimente mit tausendundeiner Geschichte -
Der Erzähler
Rafik Schami


Dozent
Prof. Dr. Michael Braun
Leiter Referat Literatur
Konrad-Adenauer-Stiftung
Institut für Deutsche
Sprache und Literatur II
Universität zu Köln


Leitung
Rainer Nellessen


Termin
Do 10 Dez
19 Uhr


Ort
Karl Rahner Akademie


Gebühr
€ 10 / 5
bei Voranmeldung
€ 9 / 4,50

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Rafik Schami (*1946) stammt aus der christlich-aramäischen Minderheit in Damaskus, besuchte ein jesuitisches Kloster-Internat im Nordlibanon und studierte in Damaskus Chemie, Mathematik und Physik.
Schon mit 19 Jahren hatte er sich der Literatur verschrieben; er gründete und leitete 1966 in der Altstadt von Damaskus die Wandzeitung »Al-Muntalak«, die 1969 verboten wurde.
1970 floh Rafik Schami aus seinem Heimatland Syrien zunächst nach Libanon, zum einen um dem Militärdienst zu entgehen, zum anderen weil er in einer Atmosphäre von »Zensur und Willkür« nach eigenen Angaben »zu ersticken« drohte. 1971 wanderte er in die Bundesrepublik Deutschland aus. Er setzte sein Chemiestudium in Heidelberg fort und schloß es 1979 mit der Promotion ab.
Neben seinem Studium arbeitete er in verschiedenen Aushilfsjobs in Fabriken und als Aushilfskraft in Kaufhäusern, Restaurants und auf Baustellen. Er veröffentlichte zahlreiche Texte in Zeitschriften und Anthologien, zunächst in arabischer, seit 1977 auch in deutscher Sprache. 1978 erschien mit »Andere Märchen« sein erstes Buch in deutscher Sprache. 1980 war er Mitbegründer der Literaturgruppe »Südwind« und des »PoLiKunst-Vereins«
(= Polynationaler Literatur- und Kunstverein). Seit 1982 lebt er als freier Schriftsteller in der Pfalz.
Rafik Schami gehört zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Autoren der Gegenwart. Für sein Werk hat er zahlreiche Auszeichnungen und Preise erhalten.
Sein Erfolg gründet sich nicht zuletzt auf seine zahlreichen Lesungen, bei denen er sein orientalisches Erzähltalent entfaltet. Der Vortrag stellt Elemente und Dramaturgie von Rafik Schamis Erzählkunst am Beispiel seines Romans »Eine Hand voller Sterne« (1987) vor.
Ein Bäckerjunge in Damaskus schreibt Tagebuch. Es gibt Schönes, Poetisches, Lustiges zu berichten, aber auch Erlebnisse von Armut und Angst. Die Welt des kleinen Jungen steckt voller großer Geschichten, von seinem Vater, dem Bäcker, seiner Mutter, der Meisterin im Handeln auf dem Basar, seiner pfiffigen Schwester Leila. Und natürlich von Onkel Salim, dem alten Kutscher, einem würdigen Nachfahren der Scheherazade. Doch eines Tages wird sein Vater bei einer willkürlichen Verhaftungswelle von der Polizei abgeholt und gefoltert. Dies bestärkt den Jungen in seinem Traum, ein Journalist zu werden, der gegen Ungerechtigkeit und politische Verfolgung kämpft und lernt, daß die Frage ein »Kind der Freiheit« ist.


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