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Wintersonnenwende
Der Termin des Weihnahctsfestes
hängt mit der Wintersonnenwende zusammen. Am 25. Dezember hat die
Sonne ihren Tiefpunkt erreicht hat. Weihnachten entstand in Rom,
weil dort am Tag der Wintersonnenwende das Fest des "sol invictus",
des unbesiegten Sonnengottes, begangen wurde. Dieses Fest war erst
274 n. Chr. durch Kaiser Aurelian eingeführt worden. Das war der
letzte Versuch, dem römischen Reich eine gemeinsame religiöse Grundlage
zu geben, nachdem viele Kulte aus dem Osten sogar in der Hauptstadt
des Reiches Fuß gefaßt hatten. Um die Christen gegen dieses Fest
zu immunisieren, setze die Kirche dem heidnischen Sonnengott die
"wahre Sonne" das "wahre Licht der Welt" entgegen.
Ein weiteres Motiv, die Geburt Jesu am Tag der Wintersonnenwende
zu feiern, fanden die Christen in den eigenen Texten. Zwischen der
Geburt Johannes d. Täufers und der Jesu liegen 6 Monate (Lukas 1,26.)
Die Geburt des Täufers wird am Tag der Sommersonnenwende, dem 24.
Juni gefeiert. Im Johannesevangelium wird folgendes Wort des Täufers
über Jesus berichtet: "Ihr selbst könnt mir bezeugen, daß ich gesagt
habe: "Ich bin nicht der Messias, sondern nur ein Gesandter, der
ihm vorausgeht ... Er muß wachsen, ich aber muß kleiner werden."
(Joh 3,28) Dieses Wort wurde auf die Sonne bezogen. Nach dem Fest
des Täufers nimmt die Sonne ab, nach dem Fest der Geburt Christi
nimmt die Sonne zu.
Da die religiöse Vorstellungswelt
der Antike sowie des ersten christlichen Jahrtausends kosmologisch
geprägt war, hatte der Geburtstag Jesu am Tag der Wintersonnenwende
auf jeden Fall eine große symbolische Aussagekraft, die sicher die
Verbreitung des Weihnachtsfestes beschleunigte. Möglicherweise haben
sich beide Tendenzen gegenseitig verstärkt. Dem Fest des Sonnengottes
ein christliches Fest entgegenzusetzen, war wohl nur möglich, wenn
die Berechnung des Geburtsdatums unter den Christen akzeptiert war.
Die Geburt Jesu am Tag der Wintersonnenwende symbolisierte für die
Menschen der damaligen Zeit, daß Gott mit diesem Kind das Leben
neu entstehen ließ, ein Licht im Dunkeln entzündete. 336 ist das
erste Jahr, in dem nachweislich am 25. Dezember in Rom Weihnachten
gefeiert wurde, aus dem Jahr 354 ist eine Weihnachtspredigt des
Papstes Liberius bekannt. Daß der Festgedanke überzeugte, zeigt
sich daran, daß der 25. Dezember im Osten übernommen und 481 durch
das 1. Konzil von Konstantinopel bestätigt wurde. Vorher hatte der
Osten am 6. Januar vor allem der Taufe
Jesu gedacht. Erst später kam zu diesem Festgedanken der Besuch
der drei Weisen hinzu, die als Nichtjuden in dem Kind den Messias
erkannten.
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